Das Enneagramm
- neun Charaktermuster
- ein Instrument der Selbsterkenntnis
und der Transformatorischen Arbeit
- neun Gesichter Christi /
neun Facetten der Einheit
Das Enneagramm
- neun Charaktermuster
- ein Instrument der Selbsterkenntnis
und der Transformatorischen Arbeit
- neun Gesichter Christi /
neun Facetten der Einheit
Enneagramm I
Thesen zum Zusammenhang von Spiritualität und Psychologie
1. Nur über schmerzliche Selbsterkenntnis (An-Erkennen von Schatten, verdrängten Gefühlen, schiefen Lebensmotivationen, Charakterfixierungen etc), die allerdings im realen, unausweichlichen Alltagsleben geerdet sein muss, ist spirituelles Wachstum, echte Umkehr (metanoia) und Erlösung im theologischen Sinne möglich.
2. Eine Reduktion individueller Projektionen auf Gottesbild, Beziehung zu Christus, Weltverständnis, Moralauffassungen etc. und die Reinigung und Weiterentwicklung von religiösen Grundvorstellungen erfolgt in der Regel aufgrund / nach wahrhaftiger Auseinandersetzung mit dem eigenen Ego und der anfänglichen Entdeckung der eigenen Wesensgestalt (Selbst).
3. Ohne Kenntnis der eigenen Seele (Psychologie) und ohne persönlichen Wandlungsprozess (evtl. mittels Psychotherapien) bleibt Frömmigkeit (Spiritualität) leicht in fixierten Denk- und Verhaltensmustern gefangen.
Eigener Bewusstseinswandel
1. Eugen Drewermann verdanke ich einen theologischen und spirituellen Bewusstseinswandel in den 70-ern, ein Verständnis dafür, dass religiöse Dokumente (Bibel, Texte von Mystikern) Ausdruck, Manifestation von seelischen Tiefenerfahrungen sind. Christus wurde mir von einem objektivierten Gegenüber immer mehr zur wahren (personalen) Essenz im Menschen (Selbst) und im Sein (milieu divin).
2. Seit einem 1 ½-jährigen Training in Transaktionsanalyse mit P. Thomas Kaschten 1982 / 83 weiß ich um den tiefen Zusammenhang von religiöser Erfahrung mit Selbst-Erfahrung. Das Durchschauen und Verändern meines Lebensskripts geschah zeitgleich mit überraschenden religiösen Erfahrungen.
3. Einzelexerzitien nach dem Enneagramm mit Sr. Anneliese Heine vertieften eine durch Spiritual Johannes Bours grundgelegte geistliche Praxis mit den Elementen „Körperwahrnehmung“, „Kontemplation“ und „individuelle psycho-spirituelle Begleitung“.
Lösung der Aufgabe
Seite „Höhlengleichnis“
- aus dem gewohnten System aussteigen!
- fixierte Seh- und Denk-
Muster aufgeben!
Das Enneagramm - ein psycho-spirituelles Modell
zur Selbsterkenntnis und Transformation
Das Enneagramm („ennea“ = 9; „gramma“ = Buchstabe, Schrift, Graph, Figur) ist ein sehr altes psycho-spirituelles System, ein Instrument zur Selbsterkenntnis, zur Entdeckung der Persönlichkeitsstruktur einschließlich ihrer Fixierungen sowie deren Überwindung. Es geht davon aus, dass es neun Grundmuster der Persönlichkeit gibt.
Aufgrund der spirituellen Tradition der Sufis im Islam ist jede dieser neun Grundarten der Persönlichkeit als Abbild und Facette des göttlichen Urbildes zu verstehen.
Das Enneagramm beschreibt Struktur und Dynamik der menschlichen Persönlichkeitsgestalten, vermittelt Einsicht in die eigenen destruktiven Tendenzen und zeigt die Richtung zu gesundem inneren Wachstum und das wahre Selbst fördernden Einstellungen auf.
Sr. Anneliese Heine: Das Enneagramm als Instrument zur Selbsterkenntnis, Vortrag am 20.01.2000 in Köln
Die folgenden Ausführungen basieren weitgehend auf
M.-A. Gallen / H. Neidhardt: Das Enneagramm unserer Beziehungen, rororo 1490, Hamburg 1994
Das Enneagramm: neun Charaktermuster
- neun unterschiedliche Wahrnehmungs-, Denk-, Fühl- und Verhaltensstile
- zur Gewohnheit geworden
- weitgehend automatisiert, nicht oder nur teilweise bewusst
Das jeweilige Charaktermuster ist die Reaktion des Kindes auf eine von ihm erlebte Not und insofern eine kreative Eigenleistung zum Zwecke des psychischen Überlebens, für die das Kind alle Hochachtung und Wertschätzung verdient.
Das Charaktermuster soll vor einer Wiederholung der Kindheits-Not schützen, und das tut es auch in gewisser Weise.
Gleichzeitig reduziert sich die erwachsene Person auf das gewohnte Erleben und Verhalten, kann nicht mehr frisch und unbefangen auf eine Situation reagieren und vermeidet dadurch Erfahrungen, die nicht ins Muster passen und die korrigierend wirken könnten.
Neun Charaktermuster
Grundbedürfnisse - Grundenergien - Verformungen
Nach dem Enneagramm-Modell wurde in der Kindheit eines der drei Grundbedürfnisse nach
- Autonomie (NEUN / ACHT / EINS)
- Beziehung (Liebe) (DREI / ZWEI / VIER)
- Orientierung und Sicherheit (SECHS / FÜNF / SIEBEN)
nicht angemessen gestillt. Aus diesem „Problem“ heraus wurde das jeweilige Charaktermuster als Not-Lösungsstrategie entwickelt.
Der „Lösungsversuch“ nutzt die diesem Bereich zugehörige Grundenergie
- Bauchenergie (NEUN / ACHT / EINS)
- Herzenergie (DREI / ZWEI / VIER)
- Kopfenergie (SECHS / FÜNF / SIEBEN)
und „verformt“ sie zum Zweck der Abwehr gegen das zentrale Kindheits-Dilemma durch Blockierung, Überentwicklung oder Umfunktionierung:
Bauch-Energie (BE)
- NEUN (blockierte BE): Friedfertigkeit, passive Aggression, eigene Autonomie-Impulse kaum wahrnehmbar
- ACHT (überentwickelte BE): Kampfbereitschaft, Streitlust, Power
- EINS (umfunktionierte BE): Perfektionismus, „zorniges Über-Ich“, Richtig/Falsch-Denken
Herz-Energie (HE)
- DREI (blockierte HE)): unbewusst primär an eigenem Image interessiert, Leistungs- und Erfolgs-Denken
- ZWEI (überentwickelte HE)): hilfsbereit und fürsorglich, stark um das Wohlergehen Anderer bemüht
- VIER (umfunktionierte HE)): melancholisch, viel mit sich selbst beschäftigt
Kopf-Energie (KE)
- SECHS (blockierte KE): zweifelnd, misstrauisch, unsicher, Angstbewältigung durch Gehorsam und/oder Rebellion
- FÜNF (überentwickelte KE): distanzierter, scharf beobachtender, analytischer Verstand; Rückzug ins Wissen
- SIEBEN (umfunktionierte KE): assoziatives Denken, viele Pläne zum Zweck positiver Selbststimulation
Diese kreativen Lösungsversuche unserer Kindheitsnot - Charaktermuster - manifestieren unsere Fähigkeiten und Begabungen, wirken sich aber aus in zumeist unbewussten fixierten Wahrnehmungs-, Denk-, Fühl- und Verhaltensmustern und Selbstverstrickungen. Diese vereiteln häufig die Erfüllung der ursprünglichen Sehnsucht, die Befriedigung eines der drei Grundbedürfnisse, und das „Drama des Kindes von damals“ wiederholt sich.
Um das eigene Charaktermuster zu erkennen, bietet die Enneagramm-Literatur eine Fülle unterschiedlicher Orientierungspunkte an. Einige werden hier (frei nach R. Rohr) graphisch dargestellt:
Eine erste (plakative!) Charakterisierung der Ennea-Typen finden Sie unter
Weitere Links
Literaturhinweise
- Rohr R. / Ebert A.: Das Enneagramm, Die 9 Gesichter der Seele, Claudius Verlag München 1989
- Palmer, Helen: Das Enneagramm, Sich selbst und andere verstehen lernen, Knaur Taschenbuch 4244, 1991
- Frings Keyes M.: Transformiere deinen Schatten, Die Psychologie des Enneagramms, rororo sachbuch 9165, Hamburg 1992
- Gallen M.-A. / Neidhardt H.: Das Enneagramm unserer Beziehungen, rororo sachbuch 1490, Hamburg 1994
- Beesing Maria / Nogosek Robert J. / O´Leary Patrick H. (übersetzt durch A.Heine): Das wahre Selbst entdecken, Eine Einführung in das Enneagramm, Echter-Verlag Würzburg 1992
- Naranjo, Claudio: Erkenne dich selbst im Enneagramm, Kösel Verlag München 1994
- Jaxon-Bear Eli: Das spirituelle Enneagramm, Neun Pfade der Befreiung, arkana goldmann 21650, 2003
- Almaas A.H.: Facetten der Einheit, Das Enneagramm der Heiligen Ideen, J.Kamphausen Verlag 2004
Leidenschaften
(R. Rohr: Wurzelsünden)
- unbewusste und chronisch gewordene emotionale Haltungen dem Leben gegenüber,
- aus denen eine bestimmte unwillkürliche Organisation der Aufmerksamkeit resultiert
Transformatorische Arbeit mit dem Enneagramm
Die Arbeit mit dem Enneagramm ist weder ein Etikettierspiel - wenn auch in der ersten Phase hochinteressant - noch Konsumierung von fast food, sondern eine via laborosa, ein beschwerlicher Prozess, der eine Auseinandersetzung mit den eigenen Schattenseiten erfordert, eine schmerzliche Bewusstmachung unserer veralteten Notlösungs-Strategien und unserer Wahrnehmungs-, Fühl-, Denk- und Verhaltensfixierungen, die unsere Lebenssicht verzerren und uns hindern, unsere Fähigkeiten voll auszuschöpfen.
Diese transformatorische Arbeit kann sich als spiritueller Weg erweisen,
als Öffnung für Charismen oder „Geistesfrüchte“,
als Wegweiser zu „höheren“ und zugleich ursprünglichen Bewusstseinszuständen,
als Erwachen zur eigenen Gottebenbildlichkeit und wahren Essenz.
(mehr dazu unter „Enneagramm II)
„Die Sufis (www.sufismus.de) benutzen für die Darstellung der höheren Gemüts- und Bewusstseinszustände im Enneagramm die Metapher vom Prisma, in dem sich das reine weiße Licht der göttlichen Liebe neunfach bricht. Das ist ein schönes Bild für den „göttlichen Funken“ in jedem Menschen.“
(Gallen / Neidhardt a.a.O. S. 292)
Erkenntnis des eigenen Charaktermusters
Entstehung / Selbstbild / Idealisierung / Vermeidung / Falle / Versuchung / Enneatypen
Das Enneagramm wertet nicht. Es enthüllt tiefere Schichten in jedem Persönlichkeitsmuster, sowohl die Gefährdung (Wurzelsünde) als auch die göttliche Begabung (Geistesfrucht).
Dezember 2007
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Geistesfrüchte und Einladungen