Den Ausspruch von Karl Rahner, einem der bedeutendsten kath. Theologen des 20. Jahrhunderts „Der Fromme der Zukunft wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein“ könnte heute - zu Beginn des 3. Jahrtausend - so ausgeweitet werden: „Das Christentum der Zukunft wird einen universal-mystischen Weg gehen oder es wird nicht mehr sein.“ Es wird - wie alle Religionen, nicht nur die monotheistischen - in der heutigen weltweiten Krisensituation doktrinäre Verabsolutierungen überschreiten müssen, der mystischen Erfahrung und Freiheit des Einzelnen größeren Raum einräumen und überzeugend aus dem Bewusstsein des Göttlich-Einen und der Einen Menschheit und der Einen Erde leben und agieren.


Für die Transformierung in ein universal-mystisches Christentum sind zwei Zielrichtungen not-wendig:

1. Die Entwicklung eines postmodernen Universalen Bewusstseins

    Die Integration des heutigen globalen Erfahrungshintergrundes (Eine Erde - Ein Universum ?) und

    von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Modellen (Evolutiontheorie, Quantenmechanik,

    Ken Wilber: Integrale Spiritualität,  Barbara Marx-Hubbard: conscious evolution)


  1. 2.Eine Öffnung von autoritativen Glaubenssystemen in ein Mystisches Bewusstsein des

    alltäglichen Lebens

    Die Aufdeckung von gemeinsamen Erfahrungsstrukturen in Christentum und Buddhismus, Judentum,

    Islam, Hinduismus und Wege zur Einübung.


  Ein grundlegendes Umdenken in der christlichen Theologie, ein theologischer (und nicht nur ein disziplinär-organisatorischer) Paradigmenwechsel ist zu Beginn des 3. Jahrtausend angesagt. Wichtig  sind Transformationen und Umcodierungen in Dogmatik, Liturgie, Verkündigung und in dem täglich gelebten Glauben.

Mystisch-universales Christentum

Transformationen in ein mystisch - universales Christentum


  1. -Entwicklung im Glaubensbewusstsein von Für-wahr-Halten bestimmter Lehrinhalte zu einer

  lebendigen Erfahrung der göttlichen Gegenwärtigkeit


  1. -Veränderung des Weltbildes: von einem statisch-dualistischen zu einem ganzheitlichen dynamisch-universalen  Modell


  1. -Transformation des Gottesbildes: Von einem supranaturalen Theismus (Gott oberhalb der Welt) zu einem allerfüllenden Enpantheismus („Gott“ in Welt)


  1. -Veränderung des Menschenbildes: Vom verderbten Sünder zum Teilhaber an der göttlichen Natur und

  zum verantwortungsvollen Mitschöpfer


  1. -Von einer geschichtlich einmaligen Epiphanie des Göttlichen zu immerlicher Epiphanie (Christus: unser Du), Enphanie (Christus in uns) und Diaphanie (Christus in Allem / Alles in Christus)


  1. -Transformation des mythologischen Christus-Bildes (einmaliger Abstieg Christi, um die Menschheit zu erlösen; Wiederkunft und Gericht am Ende der Zeiten) in ein Christus-Bewusstsein, das die  kontinuierliche Schöpfung durch ihn, seine fortdauernde Inkarnation und Vollendung in den Prozess des Weltganzen integriert 


  1. -Transformation von doktrinärer Christologie (Christus-Wissenschaft) in erfahrungsbezogene Christosophie (Christus-Weisheit)

Aus den Briefen an die Gemeinden in Ephesus und Kolossä:


„Geben möge euch Gott nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, die Breite und Länge und Höhe und Tiefe zu erfassen, und die alle Erkenntnis übersteigende Liebe Christi zu erkennen, auf dass ihr in die ganze Fülle (griech.: pleroma) Gottes erfüllt werdet“  (Eph 3, 18)

„Gott hat für das Haus-Management (griech.: oikonomia) der Zeiten-Fülle im Voraus festgesetzt: das Weltganze in Christus, dem Einen Neuen Menschen zu vereinen." (Eph 1,10)

„Das Alles und in Allem: Christus“ (Kol 3, 11)

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Febr. 2018

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