Gott 9.0 Koralle: Noch unbekannte nächste Stufe, der weitere folgen können

Allverbundenheit

Gottesbild: Gott als unser Werdenkönnen


        Gott 8.0 Türkis: Integral-holistische Stufe der globalen Vernetzung

Mystische Universalität in Denken und Handeln

entstanden seit etwa 40 Jahren

Gottesbild: Gott als pulsierender Prozess, als Poet der Welt, als GEIST, milieu divin, Pleroma

Damit ihr fähig werdet zu erfassen, was da die Breite und Länge und Höhe und Tiefe ist, und zu erkennen die - jede Erkenntnis übersteigende - Liebe Christi, auf dass ihr erfüllt werdet in das ganze Pleroma Gottes hinein (Epheser 3, 18f)

Damit Gott Alles in Allem werde (1 Korinther 15, 28)


        Gott 7.0 Gelb: Systemisch-integrative Stufe des multiperspektivischen Einbeziehens aller Stufen

Zusammenschau, Einheit von Polaritäten

entstanden seit etwa 60 Jahren

Gottesbild: Ineinander von Gott und Mensch

Aus Gott und durch Ihn und auf Ihn hin ist die ganze Schöpfung (Römer 11,38)

Jesus: Ich und der Vater sind eins (Johannes 10,30)

  Schüttet eine radikale „theologia negativa“ nicht das Kind mit dem Bade aus?  „Gott“ um Gottes willen lassen, alle Gottesbilder um der „nackten Gottheit“ relativieren, wie es Meister Eckhart, Mechthild von Magdeburg, Teresa von Avila u.v.a.m. anraten? Alle Vorstellungen von Gott aufgeben? Ein bildloses Christentum? Eine wortlose Theologie? Wie soll das zugehen? Wäre das nicht ein Widerspruch in sich?! Denn Theo-Logie ist das Wort von Gott (griech.: logos tou theou), sie vermittelt Annäherungen an Gott durch Wort und Bild.

  Weise Frauen und Männer aller Kulturen, Poeten und Maler, haben solche tiefen Wahrnehmungen ins Wort und ins Bild gebracht. Seit über fünfzig Jahren habe ich die Ikone des „dreifaltigen Gottes“, die Miniatur einer Vision der Hildegard von Bingen (Rupertsberger Kodex um 1180) vor Augen und im Herzen. Sie  entspricht meiner persönlichen Schlüsselstelle im Griechischen Testament „Das All(-es) und in Allem: Christus“ (Kol 3,11)


  Das vielfarbige Viereck der gesamten Schöpfung ist durchleuchtet von einem Silber- und einem Goldkreis: GEIST und GRUND -  in ihrer Mitte der Mensch: CHRISTUS - das Herz der Welt, der Prototyp eines jeden Menschen

  

(weitere Bild-Erklärungen unter: www.adolf.frahling.de/Web-Site/Gruenender_Christus.html)

  „Gott sei Dank gibt es nicht, was 60 bis 80 Prozent der Zeitgenossen sich unter Gott vorstellen“ (Karl Rahner).

Augustinus: „Si comprehendis, non est Deus“ - „Wenn du meinst, IHN/SIE/ES begriffen (Begriffe!) zu haben, ist es nicht Gott“.

   Für die Trans-Formierung in ein mystisch-universales Christentum können die Stufen-Schemata von Ken Wilber und „GOTT 9.0“ wertvolle Impulse liefern. Sie animieren, sich entschlossener auf die individuelle Reise hin zur Bewusstheit des Wahren Selbst zu begeben, und sie bieten ein universal-evolutives Modell, um religiöse Ausdrucksformen der Göttlichen Essenz einordnen, verstehen und transformieren zu können. Wandlungsbarrieren der christlichen Kirchen (und des individuellen Lesers) werden durch die AutorInnen aufgedeckt, aber nicht offen oder subtil als „falsches Bewusstsein“ verachtet, sondern als wertvoll und notwendig für den Prozess einer Integralen Spiritualität  hingestellt.

  Gemalte Bilder und Bildworte von Gott können den Blick in das Innerste Mysterium sowohl verstellen als auch öffnen. Immer wieder sind bestimmte Vorstellungen des unsichtbaren Gottes verwechselt worden mit der Sache selbst. Aber sie sind nicht der Mond selbst, sondern nur der Finger, der auf den Mond hinweist; sie bilden Bergpfade zum Einen Gipfel oder - um ein anderes Sprachbild zu gebrauchen - Schlüssel, die Türen in den innersten Tempelraum aufschließen können, sie sind aber nicht die Göttliche Essenz an sich.

Anthropomorphe und trans-personale  Gottesbilder

von Marc Chagall

Ausschnitte aus Kunstwerken M. Chagalls: 1.Die Erschaffung des Menschen, Mainz 1978; 2.Paradies, Message Biblique 1974; 3.Jahwe überreicht die Gesetzestafeln, 1931-39/56; 4.Selbstoffenbarung Jahwes; 5.Hoheslied der Liebe 1957-66; 6.Christus, Roter Ochse und Madonna 1950;  7.La vie 1964

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  Dass Vorstellungen von „Gott" sich verändern je nach Lebensstadium hängt grundlegend davon ab, wie sich das individuelle Bewusstsein entwickelt. Das frühkindliche, magische und pubertäre Gottesbild wird in der Regel im Feuer der jugendlichen und erwachsenen Rationalität gereinigt und transformiert - oder auch nicht.

  Eine vorzügliche Einführung in die Biographie und Gedankenwelt Ken Wilbers bietet der Vortrag von Stephan Hachtmann unter   http://www.stephanhachtmann.de/html/das_integrale_modell.html


http://integralesleben.org/il-home/il-integrales-leben/grundlagen-des-integralen/linien-der-entwicklung/spiral-dynamics/


Literaturhinweise

Ken Wilber: Einfach „Das“, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt 2001

Ken Wilber: Mut und Gnade,

Ken Wilber: Integrale Spiritualität, Kösel-Verlag München 2007

Jim Marion: Der Weg zum Chriistus-Bewusstsein, Verlag Via Nova Petersberg 2003

M. Küstenmacher / T. Haberer / W.T. Küstenmacher: GOTT 9.0, Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen muss, Gütersloh 2010

Mystisch-universales Christentum II


Bewusstseinsstufen und Gottesbilder

transzendieren und integrieren

(Ken Wilber / Küstenmacher: GOTT 9.0)

   Nach christlicher Anschauung hat sich „Gott“, das Göttliche Geheimnis geoffenbart, enthüllt, manifestiert; jeder Mensch kann Seine Diaphanie, Sein Durchscheinen in Allem, was existiert, und Seine Epiphanie, Sein Aufscheinen in Jesus und vielerlei Gestalten der Menschheitsgeschichte (Buddha, Ramakrishna, „Menschen gleich um die Ecke nebenan“) erfahren und nachvollziehen. Dem gläubigen Christen ist er unüberbietbar aufgeleuchtet in der Inkarnation Seines Logos in Jesus, in der Person Jesu Christi, dem „Bild, der Ikone des unsichtbaren Gottes“ par excellence (Kol 1, 15).

  Die geschlechtslose, bilder-, formen- und farbenlose Gottheit hat sich manifestiert, materialisiert; und manchmal oder im Grunde immer und überall „enthüllt sie das Leuchten ihres Angesichts“ (Psalm 4,7). Den „Einen Geschmack“ (Ken Wilber), den Einen Duft, den Einen Ton, den Einen Glanz kann in vielfältiger Form wahrnehmen, wer seine inneren transrationalen Sinne geöffnet hat. Eine solche mystische Disposition, das Gespür für das gott-farbene, gott-duftende, gott-tönende, gott-leuchtende Mysterium der Wirklichkeit, für die durch und durch „gottige“ (Johannes Tauler) Realität, ist in jedem Menschen angelegt.

Aufscheinen des Göttlichen Mysteriums in Manifestationen und Inkarnationen

Bilder von Gott transzendieren und integrieren

  Aus dem Mangel einer positiven Wertung und dem Ausschluss bestimmter Bewusstseinsebenen resultieren heute die gravierenden Spannungen in der Weltpolitik und innerhalb der Religionen.

-  Unübersehbar geworden ist das Auseinanderdriften von Weltbürgertum (Stufe 5/6/7)) und rückwärtsgewandtem Nationalismus (Stufe 3 / 4) in westlichen Nationen.

-  Militante Formen eines mythisch-konservativen Bewusstseins (Stufe 3) verkörpern IS-Terroristen (IS sogar mit Waffengewalt) und  neuerdings auch kath. Fundamentalisten, die sich alleine für die wahren Gläubigen halten und alle Vertreter höherer Bewusstseinsstufen als Ungläubige bekämpfen.

-  Ein exklusiver Rationalismus (Stufe 5) und ein exzessiver Liberalismus (Stufe 6) („Ich darf alles, was ich will“; fake-news) siedeln alle Formen von Religiosität auf den „niederen“ Stufen 4 - 2 („mythologischer Aberglaube“, "Missionierung", "Magie") an und blockieren dadurch auch eine mystisch-universal-integrale Weiterentwicklung ihrer eigenen Position.


  Auch der durch den neuen amerikanischen Präsidenten autokratisch und rüpelhaft vertretene Nationalismus  wie auch ein ausgrenzend-kirchliches Christentum auf Stufe 3 / 4 (Vermittlung des Heils nur über die Kirche, Ausschluss von „Sündern“ aus der Tischgemeinschaft Jesu) weist große Widerstände dagegen auf, sich für ein trans-nationales bzw. trans-ecclesiales, wahrhaft katholisches,  universales Selbstverständnis zu öffnen.

  Alle „niederen“ Levels des Bewusstseins müssen in ihrer positiven Bedeutung akzeptiert, aber auch auf den höheren Level transformiert und in diesen integriert werden.

BEWUSSTSEINSSTUFEN

WELTANSICHTEN


9.  Universal

8.  Postintegral

7.  Integral

6.  Pluralistisch

5.  Rational

4.  Mythisch/traditionell

3.  Egozentrisch

2.  Magisch

1.  Archaisch

WERTE



Allverbundenheit

Universalität

Zusammenschau

Verbundenheit

Freiheit

Wahrheit

Macht

Sicherheit

Existieren




transrational / transpersonal / nondual

transrational / transpersonal / allzentrisch

transrational / transpersonal / allzentrisch

personal / allzentrisch

personal / allzentrisch

personal / ethnozentrisch

präpersonal / ethnozentrisch

präpersonal / prärational / animistisch

präpersonal / prärational / egozentrisch

FARBEN



Koralle

Türkis

Gelb

Grün

Orange

Blau

Rot

Purpur

Beige

Bewusstseinsstufen und religiöse Ausdrucksformen

( Ken Wilber - Küstenmacher/Haberer)

  Viele christlich sozialisierte Jugendliche und Erwachsene halten sich für A-Theisten oder gar Anti-Theisten, weil sie ihren bisherigen „Gott“ als einen von Menschen gemachten Götzen entlarvt und vom Podest gestoßen haben, einen „eingebildeten Gott“, der sie klein machte und zu Sündern abstempelte, der sich in Notsituationen als ohnmächtig erwies, oder den ihre erwachte Vernunft als vorrationales Produkt von infantilen Projektionen durchschaute. Es war ein Akt der Selbst-Befreiung, als sie einen strafenden, repressiven „Gott“, eine außerirdische vergöttlichte Überfigur oder einen konfessionellen Hausgott aus ihrem Bewusstsein streichen und ein weniger anthropomorphes transpersonales Gottesverständnis entwickeln konnten.

  "GOTT 9.0" gründet auf Erkenntnissen und Modellen amerikanischer Bewusstseinsforscher.  Ken Wilber (geb. 1949), der bekannteste unter diesen "globalen Denkern", hat im Anschluss an andere Wissenschaftler (Gebser, Graves, Beck) eine bestimmte Ordnung und Reihenfolge von Bewusseinsstufen erstellt. Sein Hauptanliegen ist es, multiple Kultur- und Wissenschaftbereiche in ein integrales Programm der Entwicklung einer universellen Menschheit zusammenzuführen und die „philosophia perennis", die Weisheit der bisherigen Menschheitsgeschichte (Naturreligionen, Weltreligionen, antike und moderne Philosophie etc.) mit den modernen Erkenntnissen  der kosmischen Evolution in eine „Integrale Spiritualität" zu vereinen (Integrale Spiritualität, Kösel-Verlag München 2007).


  Ich vereinfache Wilbers Modell auf sechs Hauptstufen des Wachstums, deren höhere jeweils die niedrigeren übersteigen, aber auch einbeziehen. Der höchste bzw. tiefste non-duale Bewusstseinszustand, der „EINE Geschmack“, umfasst, erfüllt  und IST alle Stufen:

GOTT 9.0

Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird

  In ihrem vielbeachteten Buch von 2010 „GOTT 9.0.  Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird" haben M.Küstenmacher / T.Haberer / W.Küstenmacher differenziert entfaltet,  dass Gottesbilder und alle religiösen (und kulturellen) Ausdrucksformen eingebunden sind in die jeweils erreichten kollektiven Bewusstseinsstufen der Geistesgeschichte seit 100 000 Jahren. Das Bewusstsein der Spezies „Mensch“ habe sich immer mehr enttrübt, differenziert, geweitet, gesteigert bzw. vertieft. Und auch die Vorstellungen von dem, was „Gott“ genannt wird, hätten sich über neun Stufen oder Updates gewandelt.

  Das folgende Grundschema und die Cartoons habe ich www.gott90.de  entnommen und durch Gemälde Marc Chagalls und Bibelstellen, die unterschiedliche Bewusstseinsebenen spiegeln, ergänzt.

        Gott 6.0 Grün: Relativistische Stufe der sozialen Verantwortung

Gleichheit, Toleranz, Sensibilität

entstanden seit etwa 150 Jahren

Gottesbild: ein menschenfreundlicher, mütterlicher Gott, Gott als Liebe, Gott in allen Religionen

Erschienen ist die Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes  (Titus 3,4); Gott ist Liebe (1 Johannes 4, 8)


         Gott 5.0 Orange: Rationale Stufe des Forschens

Freiheit, Vernunft, Effektivität

entstanden seit etwa 650 Jahren (Renaissance, Aufklärung)

Gottesbild: a-theistischer Gott, Was den Menschen unbedingt angeht, Urgrund des Seins

Mach dir kein Bildnis von Gott (2 Mose 20.4)

O Abgrund des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes. Wie unergründlich sind seine Wege (Römer 11,33)

Gott wohnt in unzugänglichem Licht (1 Timotheus 6,16)


        Gott 4.0 Blau: Absolutistische Stufe der Wahrheit und Werte

Ordnung, Moral, Abgrenzung

entstanden seit etwa 5 000 Jahren

Gottesbild: der einzige Gott, Schöpfer, Gesetzgeber, Richter

Die Weisung des HERRN ist vollkommen, sie erquickt den Menschen. Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, den Unwissenden macht es weise (Psalm 19, 8)

Jesus: Ich bin nicht gekommen, um das Gestz und die Propheten aufzuheben, sondern um zu erfüllen (Matthäus 5,17)


        Gott 3.0 Rot: Egozentrische Stufe der Machtgötter und Kämpfer

Macht, Eroberung, Aggression

entstanden seit etwa 10 000 Jahren

Trotzalter

Gottesbild: Machtgötter, Kriegsgott, Vernichter der Feinde

ER dein Gott schreitet vor dir her wie ein verzehrendes Feuer. ER ists, der die Amakiter vertilgt (5 Mose 9,3)


        Gott 2.0 Purpur: Magisch-animistische Stufe der Ahnengeister und Sippe

Sicherheit

entstanden seit ca. 50 000 Jahren

Märchenalter

Gottesbild: Geister, Totenreich der Ahnen, Stammesgötter ("Gott Abrahams, isaaks und Jakobs")

Magische Elemente in Natur- (Hochzeit zu Kana)  und Heil-Wundern (Blindenheilung mit Speichel - Markus 8, 23)


       Gott 1.0 Beige: Archaische Stufe des Überlebenswillens

Existieren

kollektiv: entstanden seit etwa 100 000 Jahren

individuell: Baby-Alter

Gottesbild: Gott als Mutterbrust oder „große Hand“

Gott spricht: Vergisst denn eine Frau ihren Säugling, eine Mutter ihren Sohn? Mögen auch diese vergessen, ich aber vergessen dich nicht. (Jesaja 49, 15)

Ken Wilber: Integrales Bewusstsein und Spiritualität

  Notwendiges Upgrade des dominanten kirchlichen Bewusstseins 4.0

(mythisch - traditionell - ekklesiozentrisch)

auf

postmoderne - plural-integrative - allzentrische Stufen

Mystisch - universales Christentum III 


Von einem dualistischen, supranaturalistischen Theismus zu einem

pan-en-theistischen und trans-personalen Gottglauben: Gott-in-Welt


Umcodierung von Außen nach Innen, von Lehre in Mystik,

von Für-Wahr-Halten in persönliche Glaubenserfahrung: Gott-im-Menschen





        Stufe 9 (Koralle)

  1. -  schließlich durch die unüberbietbare nicht-duale Ebene, auf der das Wahre unzerstörbare SELBST

   (Seelengrund, Atman) bewusst Eins IST mit dem Absoluten SEIN (Seinsgrund, Brahman, GEIST).


        Stufe 7 (Gelb) / Stufe 8 (Türkis)

  1. -diese Stufen werden transzendiert und umfasst durch höhere transrationale, mystische Ebenen, und


        Stufe 6 (Grün)

  1. -integral-aperspektivische Stufe (Integration von Körper, Gefühl und Verstand; Synthese unterschiedlicher Perspektiven; Einheit in Vielfalt, universeller Pluralismus) - Fixierung: Anti-Rationalismus, ego- und ethnozentrischer Neoliberalismus


        Stufe 5 (Orange)

  1. -mental-rationale Stufe (wissenschaftliches Verstehen der natürlichen Gesetzmäßigkeiten durch Biologie, Physik, Psychologie usw.) - Fixierung: eindimensionaler Szientismus


        Stufe 4 (Blau)

  1. -mythische Stufe (Übertragung der magischen Kraft vom Ich auf Götter / Göttinnen; Anerkennung von heiligen Autoritäten: Bücher, Lehren, Lehrer) - Fixierung: Fundamentalismus


       Stufe 1 (Beige) / 2 (Purpur) / 3 (Rot)

  1. -körperlich-archaisch-magische Stufe (Gefühl der biologischen Einheit mit allem, geht über in den Glauben, das egozentrische Ich könne die Welt in direkter und magischer Weise verändern; Rituale)

  Dass die kirchliche Glaubenspraxis sich immer noch dominant auf der Stufe 4.0 (Werte, Regeln, dogmatische Lehre, Moral) bewegt bzw. beharrt und die nicht-transformierten Schattenseiten offen zu Tage treten (Prärationalismus: vormodernes dualistisches Weltbild; Fundamentalismu: Verabsolutierung bestimmter Glaubenspositionen; Präliberalismus: Argwohn gegenüber emanzipatorischen Bewegungen etc), ist auch für mich in den vergangenen Jahrzehnten oft eine ärgerliche Realität gewesen. Mit Rationalität (5.0) und Liberalität (6.0) hat sich vor allem die kath. Kirche immer schwer getan und tut es noch heute. Ich sehe aber aufgrund der Lektüre von „GOTT 9.0“ auch, dass eine kirchlich-religiös gelebte Bewusstseinstufe 6.0 (Toleranz, Offenheit, Selbstbestimmung, Sensibilität) mangel-haft bleibt, wenn sie die Errungenschaften von 4.0 (Verbindlichkeit, Loyalität, Verlässlichkeit, Treue etc.) nicht integriert hat.

    Weil das christliche Programm allgemein noch auf veralteten Betriebssystemen (Windows XP /  3.0 / 4.0 etc.) läuft, ist ein Upgrade, eine Höherstufung des kollektiv-kirchlichen Bewusstseins von vormodernen mythisch-doktrinären Stufen auf rationale, integrale, nonduale/mystische Stufen unbedingt erforderlich. Ein großer Nachholbedarf besteht in der Integration der großen Erkenntnisse der Neuzeit (unendliches Universum bzw. Multiversa, Evolution und wissenschaftliche Ergebnisse in Psyche- und Hirnforschung), d.h. in der Adaption der rationalen, übermythischen Stufe 5.0., und der wahrhaftigen Akzeptanz von modernen Freiheitsbewegungen (Demokratie, Frauenrechte etc.), d.h. der liberal-pluralistischen Stufe 6.0.

Zur Startseite                            Erstveröffentlichung: März 2015