Kosmologisch - anthropologische Leitmotive des "Kosmischen Gesanges":

Magnetismus und Liebe

Verbundenheit mit dem Ganzen


Kosmischer Gesang  III

Ernesto Cardenal:

Gesänge des Universums


1. Gesang: Der Urknall

2. Gesang: Das Wort

4. Gesang: Ausdehnung

5. Gesang: Sterne und Glühwürmchen

6. Gesang: Diesseits und Jenseits   

9. Gesang: Gesang von Raum und Zeit

10. Gesang: Sonnengesang

11. Gesang: Gaia

12. Gesang: Die Geburt der Venus

15. Gesang: Heimweh nach dem Paradies

16. Gesang: Am dunkelsten vor Sonnenaufgang

19. Gesang: Zum Neuen Menschen hin

20. Gesang: Sphärenmusik

26. Gesang: Im Himmel wie auf Erden

28. Gesang: Hochzeitslied

29. Gesang: Gesang von den Quanten

30. Gesang: Sternentanz

33. Gesang: Die äußere Dunkelheit

36. Gesang: Das Grab des Guerillero

37. Gesang: Kosmos als Vereinigung

38. Gesang: Himmelserstürmung auf Erden

39. Gesang: „Der von den Nationen Ersehnte“

41. Gesang: Gesang der Gesänge

42. Gesang: Ein Ich-weiß-nicht-was, das bleibt

43. Gesang: Omega

Elektromagnetische Anziehung, Kreisen und Vereinigung von Teilchen und Gestirnen: Katzenaugen-Nebel (NGC 6543)

Aus einem ZEIT-Interview mit Astrophysiker Prof. Gerhard Börner


Börner: „Der Kohlenstoff im Inneren unserer Knochen stammt aus der Mitte längst explodierter Sterne. Wir alle sind letztlich Kinder von Supernovae und materiell mit dem ganzen Kosmos verbunden. ... … Wir sehen aber in kosmologischen Modellen, dass selbst Raum und Zeit im Urknall erst entstanden sind - und in schwarzen Löchern wieder vergehen werden.

  Frage: Das klingt beunruhigend ...

Börner: Im Gegenteil, ich finde das sehr befriedigend. Denn wenn das so ist, dann gibt es möglicherweise auch Dinge außerhalb von Raum und Zeit, die für uns nicht erfassbar sind, sich aber entscheidend auf unsere tatsächliche Existenz auswirken.

   Frage: Woher rührt Ihr Optimismus?

Börner: Das weiß ich auch nicht. Ich beobachte ihn bei vielen Physikern.

  Frage: Vielleicht weil Sie staunen können?

Börner: Möglicherweise. Mich beeindruckt diese unglaubliche Weite und Reichhaltigkeit des Universums noch heute. Milliarden von Galaxien, alle entstanden aus einem sehr einfachen Anfangszustand. Dass wir Menschen verbunden sind mit diesem ganzen kosmischen Geschehen, finde ich sehr motivierend. Ich bin Teil einer gewaltigen Entwicklung. Die Materie hat sich so organisiert, dass Geist daraus entsteht, der dann wiederum die Materie beherrscht und durchdringt. Wer weiß, was da noch alles geschehen wird? Und mittendrin stehen wir, als Teil dieses großen Ganzen. Das ist einfach großartig, ganz fantastisch sogar."

https://www.zeit.de/2018/26/astrophysik-gott-wissenschaft-gerhard-boerner-interview

  1. b.  Magnetismus - Anziehung - Gravitation - Vereinigung - Sexus - Eros - LIEBE

"Je mehr die menschliche Art sich auf dem Planeten ausbreitete,

umso mehr hat sie sich geeint

wie eine einzige Art.

Weil Gaia, die Erde, rund ist.

Wir breiten uns auf ihr aus, um uns auf ihr zu vereinigen." 111

"Das Streben der Atome, sich zu verbinden

    - verbanden sie sich nur durch Zufall? -

hat das Leben hervorgebracht.

Vom Wasserstoff zum Menschen

gibt es einen Plan.

Wir können sagen: Das Leben wohnt in der Materie.

Und auch die Liebe." 123


"Wer brachte die Materie oder Energie ins Universum,

damit ich ihn umarme, damit ich ihn küsse?" 308

Verbundenheit mit dem Ganzen

Magnetismus und Liebe

Übereinstimmung von physikalischen und anthropologischen Essentials

  Es hat mich schon überrascht, dann aber überzeugt, dass der Befreiungstheologe Cardenal die Fragen "Was soll das Ganze eigentlich?", "Was ist der Sinn dieser überbordernden Ausbreitung des Universums?" ""Welchen Stellenwert haben Erde und Mensch in diesem gigantischen Weltall?" primär im Lichte von modernen astrophysikalischen Erkenntnissen beantwortet. Traditionelle theologische Antworten schließt er nicht aus, aber er wählt behutsam aus und bemüht sich um eine Konkordanz mit modernen Naturwissenschaften.


  Die Kosmischen Gesetze, die Cardenal mit Hilfe von Astronomie und Astrophysik erkannte, entdeckt er auch als Grundstrukturen in der Evolution des Lebens, zumal im Bereich der Anthropogenese.

Mikrokosmos und Makrokosmos werden zusammengehalten durch gemeinsame  inhärente Gesetzmäßigkeiten. Der theologische Kosmologe ist überzeugt: alles ist mit allem  harmonisch verbunden. Die universale Wirklichkeit selbst entwickelt sich - die große Frage ist: Wohin? Cardenal spielt in seinem Astro-Epos unterschiedliche Antworten durch. Aber davon ist er überzeugt: 1) das Universum bildet eine ursprüngliche und wachsende Einheit, in der jedes mit allem verbunden ist, und 2) die Anziehungs- und Antriebskraft jeder materiellen, humanen und universalen Entwicklung ist die LIEBE.

a.  Harmonische Verbundenheit von allem

    Eingebundenheit des Menschen in das kosmische Geschehem

  Dass die menschliche Spezies aus dem Stoff des Universums besteht, ist für jeden aufgeklärten Zeitgenossen heute eine "Binsenwahrheit". Die menschliche Existenz ist von ihrer Herkunft aus Sternenstaub nicht zu trennen. Alle Elemente der kosmischen Entwicklung - Geogenese, Biogenese und Noogenese - trägt der Mensch als bisheriges Spitzenprodukt der Evolution bleibend in sich und transformiert sie wahrscheinlich auf einen noch höheren Level.

"Die größte Revolution, die auf der Welt je stattfand.

Vor dreieinhalb Milliarden Jahren

gab es schon Zellen, die ein Liebesleben hatten." 124


Überschrift des 37. Gesangs: Kosmos als Vereinigung

"Die Evolution der Liebe ist nicht zurückzudrehen." 397


"Die Liebe ist die Synthese des Universums.

Sie wiederholt das Universum,

   bringt es in einem Punkt zusammen.

Jedoch Synthese, die über das Universum hinausgeht." 498

"Nehmen wir etwas Rundes wie die Erde:

die Linien, die von einem Punkt ausgehen,

weichen auseinander, immer mehr,

bis zu einem Äquator, von dem an

sie wieder auf den gleichen Punkt zulaufen.

Auseinanderweichen und Zusammenlaufen -

das ist die Evolution.

Unwiederbringliche Vereinigung." 196

  Wie in Schuberts Lieder-Zyklus "Winterreise" versetzen die Überschriften auch in Cardenals "Gesänge des Universums" den/die Hörer*in / Leser*in in eine Erwartungshaltung. Sichtbar werden schon anfänglich die Stationen der winterlichen Reise bzw. der universalen Raum- und Zeitfahrt. Atmosphäre und Stimmungen werden dabei natürlich eindringlicher durch romantische Musik als durch poetische Sprache transportiert.  

Franz Schubert:

Die Winterreise


1. Gute Nacht.

2. Die Wetterfahne.

3. Gefrorene Thränen.

4. Erstarrung.

5. Der Lindenbaum.

6. Die Post.

7. Wasserfluth.

8. Auf dem Flusse.

9. Rückblick.

10. Der greise Kopf.

11. Die Krähe.

12. Letzte Hoffnung.

13. Im Dorfe

14. Der stürmische Morgen.

15. Täuschung.

16. Der Wegweiser.

17. Das Wirthshaus.

18. Das Irrlicht.

19. Rast.

20. Die Nebensonnen.

21. Frühlingstraum.

22. Einsamkeit.

23. Muth!

24. Der Leiermann.

c.  Alles ist in Bewegung - auseinander und aufeinander zu

   Umkreisen von Atomkernen und Zentralgestirnen

„In der Materie ist alles in Bewegung, Veränderung.

< von der Ortsveränderung bis hin zum Denken >.

Von den Bewegungsbahnen der Teilchen bis zur

sozialen Veränderung.

Es gibt keinen unbewegten Körper.

Die Materie existiert ausschließlich in Bewegung. Oder besser.

Die Bewegung ist die Daseinsform der Materie.

Und Bewegung gibt es nur in Raum und Zeit.

Tag / Nacht

Kapitalismus und Sozialismus. “ 187f


"Der dauernde Tanz der Energie.

Energie ist die Drehung, durch die es Tag und Nacht gibt.

Sie schafft Ebbe und Flut.

Sommer und Winter.

Bewegung und Rhythmus sind Grundeigenschaften der Materie..." 305

„Nichts ist also unbewegt.

Aus dem Gas kommen die Galaxien,

aus ihnen erblühen die Sterne wie Blumen,

die Atome werden zu Molekülen, die Moleküle Zellen,

und aus den Zellen werden Blumen, Tiere.

Und die Tatsache, dass alles kreist.

Getanzter Chor.

Tanz, von den Atomen bis zu den Gestirnen…

Sie sind Kreise, Sonne und Mond, der Horizont ein Kreis.


Alles dreht sich im Kreis, vom Proton bis zur Galaxie,

und die Frage:

Ob nicht auch das ganze Universum kreist ..." 307

"Leben und Bewusstsein sind Eigenschaften der Gestirne.

Makrokosmos und Mikrokosmos gehören untrennbar zusammen.

Das Ganze trägt die Teile, die ihrerseits das Ganze bilden.

Das Kosmische und das Atomare sind gleich." 222

  Wer in den sechziger Jahren Schuberts "Winterreise" in der Aufnahme mit Dietrich Fischer-Dieskau und Gerald Moore häufiger aufgelegt hat, dem sind betimmte Liedtexte und die elegische Grundstimmung auch heute noch (2020) sofort gegenwärtig. "Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh` ich wieder aus ... nun ist die Welt so trübe", "Gefrorne Tropfen fallen Von meinen Wangen ab", "Mein Herz ist wie erstorben", "Was verrmeid ich denn die Wege, wo die andern Menschen gehn?!", oder das abschließende Lied von dem einsamen Drehorgelspieler:  "Drüben hinterm Dorfe steht ein Leiermann und mit starren Fingern dreht er was er kann. Barfuß auf dem Eise wankt er hin und her und sein kleiner Teller bleibt ihm immer leer."

  Eine traurig-melancholische Stimmung von Einsamkeit, Liebesschmerz und Eiseskälte, von Leere und Fremdheit be-stimmen die Lieder der "Winterreise". Im "Kosmischen Gesang" Cardenals begibt sich der Sänger auf eine mentale Reise durch die gesamte Kosmogenese über 13,8 Milliarden Lichtjahre hin. Nicht das Gefühl von Fremdheit oder gar Verlorenheit in den leeren kalten Räumen des Weltalls steht im Vordergrund, sondern Verwunderung, Dankbarkeit und Lobpreis. Denn der kosmische Wanderer fühlt sich in dem unübersehbaren, sich ständig verändernden Universum zu Hause. Er betrachtet sich als Kosmopoliten, dessen Polis, dessen Stadt und Heimat der ganze Kosmos ist. In dieses Selbstbild sind auch seine schmerzlichen (zeitlich und räumlich relativ unbedeutenden) Lebenserfahrungen integriert: seine Trennung von geliebten Frauen "um des Himmelreiches willen" und die schrecklichen Erlebnisse im Kampf gegen das Somoza-Regime in Nicaragua.

  " Und sie bewegt sich doch!" bzw. "Und sie dreht sich doch!" Diesen Satz soll Galileo Galilei, florentinischer Hofmathematiker, Philosoph und Astronom, 1633 beim Verlassen des Inquisitionsgerichts gemurmelt haben, nachdem er dem kopernikanischen Weltbild öffentlich abschwören musste. Seine Überzeugung, gestützt durch astronomische Beobachtungen, dass sich nicht alles um die Erde drehe, sondern die Erde mitsamt dem Morgenstern, der Venus, dem Mars und anderen Gestirnen um die Sonne -, brachte die traditionellen Vorstellungen der Kirche von der Erschaffung der Welt und von Rom als dem "Nabel der Welt" ins Wanken. Auch heute noch, im Jahr 2020, soll es christliche Gruppierungen geben, die den vorkopernikanischen Erzählungen der Bibel von der Erschaffung des Weltalls in sechs Tagen mehr Wahrheitsgehalt zumessen als der postmodernen Astrophysik; ganz zu schweigen von dem allgemeinen praktischen Bewusstsein, auf einer flachen Ebene unter einem Sonnen-, Mond- und Sternenhimmel zu leben, der sich über dem Betrachter tagtäglich vom Morgen bis zum Abend und wieder zum Morgen hin bewegt.

"Die unglaubliche Verbundenheit aller Dinge.

Auch die Steine spüren die Gezeiten des Mondes.

Jeder Einzelne von uns ist Teil der großen Symbiose

Zusammen auf dem gleichen Planetem durch den schwarzen Raum.

Die Entwicklung des Einzelnen ist die all dessen, was existiert." 315

"Alle Wesen, die wir sind, sind aus der gleichen Grundsubstanz,

aus den gleichen Elementarteilchen zusammengesetzt.

    Heute reden die Physiker wie die Mystiker.

´Ich bin ein Kind der Erde und des Sternenhimmels` 47 f

„Wir waren einmal eine Wolke Gas

von der Größe des Sonnensystems.

Dann eine Lavakugel.

Die Erde drehte sich durch fünf Milliarden Jahre,

und begann zu sprechen.

Das Organ, das einfach nur Blut pumpen sollte,

wurde der Sitz des Leids, der Träume, und der Liebe.

92 Atome sind es nur,

und daraus kommt alles, was es gibt.

Die Einheit der Menschheit, und die Vereinigung

mit dem, was sie umgibt.

Alles scheint mit allem in Verbindung.“255

"Die Kraft, die das Universum

zu seiner Mitte zusammenstreben lässt,

das ist die Liebe.

    Dass jedes Teil zum Ganzen strebt

    ist ein Cliché meines Gedichts..." 502

"Mysterium,

Mitte aller Mitten,

das aus der Mitte eines Systems von Mitten strahlt wie ein einzelner Punkt. Punkt Omega...

Dies ist unsere Bestimmung,

    denn wo wir hingehen, von dort kommen wir,

    vom Anfang.

Wir hatten einen gleichen Ursprung,

und wir werden uns vereinen

"Mit riesigen Kräften ziehen sich die Sterne an.

Ebenso der Magnetismus,

der im Herzen der Atome schlägt.

    Und in mir." 125

"Schon in unserem Protoplasma

war der Wille zur Vereinigung.

Die Liebe auf unseren Genen.

Unumkehrbare Liebe."  305

"MYSTERION, Sacramentum, <spürbares Zeichen>

der Hochzeit des Universums." 305

"Die Liebe der Atome heißt Magnetismus.

Die Hochzeit der Atome.

Doch die größte bekannte Kraft der Natur,

hundertmal größer als die elektromagnetische,

eint den Kern.

    So wie die Kröten die ganze Nacht rufen.

    Sie rufen die Weibchen,

    sie rufen zur Paarung.

Welche die Sonne und alle anderen Sterne bewegt.

Mann und Frau vereinigen sich...

Sagte ich, alles im Universum sei Sex?" 304

in dem gleichen Schicksal,

auf einem kleinen Planeten unter den Sternen.

Dein Reich komme." 503

"Das Ganze ist ganz da in allen seinen Teilen...

Jetzt alles mit dem Ganzen ganz verwoben,

und die Personen mit der Person

    in einem Ganzen, das Person ist,

    und Person, die Liebe ist.

Die Materie war nichts als ein sanfter

    Schleier vor deinem Gesicht." 504

"Punkt des Zusammenstrebens des Universums,

schließ mich nicht

    von deinen Küssen und Umarmungen aus!" 502

Mühselige Transformation von vormodernen Weltbildern und Lebensgefühlen

  Bewegung, Veränderung, Transformation - für Ernesto Cardenal sind das Grundeigenschaften der Kosmogenese: der Geogenese, der Biogenese, der Noogenese und allumfassend - der Theogenese. In der Nachfolge von Koryphäen der Astrophysik und theologischen Vordenkern der Moderne wie Teilhard de Chardin verabschiedete er sich von einer statischen und bekannte sich zu einer evolutiven Weltauffassung, die noch 1950 von Papst Pius XII in seinem Lehrschreiben "Humani generis"  als "falsche Ansichten, die die Grundlagen der katholischen Lehre zu untergraben drohen" verurteilt wurde. Auch sein Leiden und seine Kritik an der Unterdrückung und Ausbeutung lateinamerikanischer Völker war verwurzelt in seiner Überzeugung, dass gesellschaftlich alles unternommen werden müsse, um Ungerechtigkeit in gerechte und friedvolle Verhältnisse (revolutionär) zu verändern. Und so interpretierte Cardenal den sandinistischen Befreiungskampf in Nicaragua nicht nur als gesellschaftliche Notwendigkeit, sondern als im Einklang mit den göttlich-evolutiven Intentionen:

"Die Revolution in den Herzen beginnen, so dass sie die bewusste Evolution ist.

Die Große Harmonie. Das Himmelreich auf dieser blauen Erde." 416

   Eine zweite Grundüberzeugung Cardenals dagegen wird vermutlich nur von gläubigen Menschen geteilt, dass nämlich die LIEBE die Anziehungs- und Antriebskraft jeder materiellen, humanen und universellen Entwicklung sei. Konventioneller Weise wird "Liebe" in ihrer Ausprägung als Achtung vor der Würde eines jeden Menschen, als soziales und ökologisches Engagement für ein notwendiges gesellschaftliches Bindemittel angesehen.

   Aber: Liebe als Konstitutivum auch der Entwicklung in allen materiellen und biologischen Bereichen? Im "Kosmischen Gesang" Cardenals ist diese Ansicht fundamental. Der Magnetismus im Bereich der Atome, die Gravitation der Galaxien, das Kreisen von Planeten um einen Stern, die Vereinigung von Mehrzellern, Sexualität von Tieren, erotische Anziehung zwischen Menschen - all diese Phänomene sind für Cardenal Ausdruck von LIEBE.

s. weitere Ausführungen auf einer der folgenden Webseiten "Liebe")

 

"Die Liebe wohnt in der Materie."  "Die Liebe auf unseren Genen. Unumkehrbare Liebe."

Das babylonische Weltbild der Bibel

  Unser "normales" Raumgefühl unterscheidet sich kaum von dem der alten Babylonier oder der Autoren der Bibel. Am Morgen sehen wir die Sonne aufgehen (!) und am Abend untergehen (!) und nachts sehen wir am Firmament (!)* des Himmels die Sterne funkeln Und irgendwann haben Sie vermutlich auch das Abendlied gesungen "Weißt du, wieviel Sternlein stehen (!) an dem blauen Himmelszelt (!)."  Und plötzlich geht Ihnen auf, dass sogar der heutige Sprachgebrauch geprägt ist von diesem überholten Weltbild: Unser irdisches Leben spielt sich ab unter der Glocke des Firmaments, unter der der Mond und die Sonne sich kreisend bewegen und die (angehefteten) Sterne bei Dunkelheit sichtbar werden.


* Duden zu "Firmament": spätlateinisch firmamentum = der über der Erde befestigte Himmel / Himmelsgewölbe

  Wie schnell bewegen wir uns jetzt und hier? Ich sitze, das Laptop auf den Oberschenkeln, und bewege mich nicht, d.h.ich bewege nur meine Finger, Hände, Gedanken....

  Aber - entgegen allem Anschein - bewegt sich mein ganzer Körper mitsamt Sessel,  Wohnung und ganz Köln ununterbrochen in rasendem Tempo; jeden Tag einmal um die Erdachse herum, was ungefähr einer Strecke von 25.000 Kilometern entspricht (am Äquator wären es 40.000 Kilometer und um so weniger je näher man den Erdpolen kommt). Das sind immerhin mehr als 1000 Kilometer in der Stunde. 

  Die Erdrotation ist allerdings noch nichts dagegen, wie schnell die Erde um die Sonne kreist. In einer mittleren Entfernung von knapp 150 Millionen Kilometern umrunden wir die Sonne innerhalb eines Jahres einmal. Das macht eine Reisegeschwindigkeit von 107.280 km/h.

  Zudem umkreist die Erde mit dem Sonnensystem das Zentrum der Milchstraße. Und zwar mit einer unfassbaren Geschwindigkeit von 900.000 km/h.

  Und unsere Heimatgalaxie selbst - ein kosmisches Karussell - ist mit 1.987.000 km/h unterwegs in die Tiefen bzw. Weiten des Universums.


   Warum wir das alles nicht mitkriegen? Nun, das liegt daran, dass, wie Einstein schon sagte, alles relativ ist. Wir sind wie eine Fliege, die in einem fahrenden Auto herumfliegt. Vom äußeren Tempo bekommt sie nichts mit - und wir eben auch nicht.

Unser faktisches Raum- und Zeitgefühl heute - entspricht es immer noch dem überholten babylonischen Weltbild ?!?

Wir bewegen uns immer noch in dem selbstverständlichen Raumbewusstsein  eines vormodernen Menschen, der sich auf einer platten Scheibe (mit Bergen und Meeren) zu Hause fühlt. Der Blick endet am Himmelsgewölbe mit seinen unzählbaren Gestirnen. Hin und wieder taucht in ihm die Frage nach dem Dahinter, dem Darüberhinaus und dem Darunter auf.

  Gefühlsmäßig stehen wir mit beiden Beinen fest auf dem Boden unserer Erde, oder sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass wir mit dem Kopf nach unten an einer Kugel hängen?

  Einen mittelalterlichen Holzstich  "Wanderer am Weltenrand" (um 1530 entstanden) nahm der Astronom Camille Flamarion 1888 in eines seiner popularwissenschaftlichen Bücher auf. Zu Beginn der Neuzeit durchbricht der Mensch das feste Himmelsgewölbe und damit das geschlossene mittelalterliche Weltbild, und er schaut in bisher unbekannte Weltenräume.

Weg von einem

supraterrestrischen hin zu einem panentheistischen Gottesbild

"Die Materie in dauerndem Tanz...

    Was ist ihr Daseinsgrund?

    Wie wurden sie geschaffen?

    Und wir, warum sind wir hier?" 58

"Die Sonne und ihre Kinder, die Planeten.

Die Planeten und ihre Nachkommenschaft, die Monde.

Sämtliche kreisend um die Sonne ...

Merkur ..., Venus ..., Mars ..., Jupiter ..., Saturn ..., Uranus ..., Neptun ..., Pluto ...

Die derzeit achtundfünfzig Monde kreisen um ihre Achsen und um ihre Planeten..

Und die Planeten um ihre Achsen und um die Sonne. und die Sonne kreist um ihre Achse

und mit allen ihren Planeten und Monden in der Galaxie den  Konstellationen von Herkules und der Leier zu.

Und die Galaxie kreist mit anderen Galaxien

und Alles kreist um was oder wen?" 91

Der Schmetterlingsnebel (M2-9) ist ein galaktischer planetarischer Nebel im Sternbild Schlangenträger und ist etwa 2100 Lichtjahre von der Erde entfernt.