„Geht aber der helle Morgenstern auf in meiner Seele, so ist alles Leid verschwunden, alle Finsternis gelichtet, der Himmel wird hell und heiter, und mein Herz lacht; es freuen sich Sinn und Seele in mir; mir ist es so recht festlich zumute, und alles, was an mir und in mir ist, wird zu einem Lobe für dich.“ (Heinrich Seuse 1295 - 1366)

  Shakyamuni (Buddha) machte seine Große Seinserfahrung unter dem Bodhi-Baum, als er aufblickte und den Morgenstern sah.

  „Wenn der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen...“ (2 Petr 1, 19)

Christus: „Ich bin der strahlende Morgenstern.“ (Offg 22, 16)

  Der Hirte in der altchinesischen Zen-Geschichte hat auf der Suche nach dem Wahren Selbst die dritte Stufe erreicht. Nach anfänglichen „Seinsfühlungen“ und verheißungsvollem Auffinden von Göttlichen Spuren in Heiligen Schriften wird der „Ochse“ selbst zum ersten Mal sichtbar, wenn auch nur flüchtig - „der Hirte sieht nur sein Hinterteil“. Plötzlich wird der Hirte sich seines ursprünglichen Wesens gewahr, blitzartig leuchtet ihm das Innere Licht auf, „der helle Morgenstern geht auf in seinem Herzen (2 Petr 1, 19). Buddhisten nennen diese Erfahrung „Kensho“.

Sartori/Kensho im Zen-Buddhismus

Worin besteht das Wesen der Erleuchtungserfahrung im Zen?

  Diese Frage erörtert der Zen-Meister Ruben Habito (geb. 1947) in seinem Buch „Zen leben Christ bleiben“. Im ersten Kapitel (S.21f) teilt er sein persönliches Erleuchtungs-Erlebnis mit. Als junger Jesuit nimmt er in Japan an einem Zen-Retreat teil; neugierig und fasziniert lässt er sich auf die rigorose Disziplin des Zazen (Sitzmeditation) ein: wie die Rinzai-Mönche steht Ruben Habito um 3 Uhr morgens auf und meditiert bis 10 Uhr abends, meistens im Lotussitz, und richtet die ganze Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt. Als Grund, warum er sich auf die beschwerliche Zen-Praxis eingelassen habe, gibt er seinen innersten Wunsch an, eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ zu erhalten.

  Der Zen-Meister und Künstler Zensho W. Kopp beschreibt seinen erlebten „Durchbruch zur letzten Wirklichkeit“ als Tod und Wiedergeburt:


  „Eines Tages ganz plötzlich und unerwartet widerfuhr mir der mystische Tod, indem ich alle Phasen des Sterbeprozesses durchlebte. Ich tauchte ein in ein geheimnisvolles Dunkel, und mein Körper löste sich langsam auf und floss auseinander, als bestünde er aus abermillionen kleinen Sandkörnern. Ich wurde emporgehoben über mich selbst hinaus in ein grenzenloses strahlend weißes Licht von überirdischer Schönheit, heller als tausend Sonnen. In diesem Licht erkenne ich mich als das Licht selbst, als das, was ich schon immer war, bin und sein werde. Ungeboren und unsterblich bin ich – grenzenloses Sein, absolutes Bewusstsein und unendliche Glückseligkeit.“


(ZEN und die Wiedergeburt der christlichen Mystik, S. 163 f)

  Viele ZEN-Übende haben von dieser überwältigenden „Schau des eigenen wahren Wesens“ berichtet. Dem Erleuchteten scheint das universelle Wesen des Daseins auf, von dem er nicht getrennt ist. Der Sartori- und Kensho-Erfahrung entsprechen andere Bezeichnungen: Erkenntnis der Buddha- oder Christus-Natur, Einssein im raum- und zeitlosen Grund (Eckhart).

Worin besteht das Wesen der Erleuchtungserfahrung im Zen?


  Ruben Habito versteht sie vornehmlich als Zustand der Leere und als Prozess des Leerens. Er vergleicht den erleuchteten Geist mit einem vollkommen reinen Spiegel. Seine totale ´Leere` verleiht ihm die Fähigkeit, das ganze Universum zu enthalten, „da den Dingen nichts im Weg steht, ganz und gar darin widergespiegelt zu werden.“ (45) Nichts ist ausgeschlossen, alle Dinge werden so widergespiegelt, wie sie sind. Nichts verliert seine Besonderheit und seine unersetzliche Einzigartigkeit.  „Ein klarer blauer Himmel, nicht das kleinste Wölkchen trübt das schauende Auge.“ (Yasutani Roshi) „Unter diesem klaren blauen Himmel rückt alles ins rechte Licht - die Schönheit einer Rose, der Geschmack von Haferbrei ebenso wie der Schmerz in den Beinen“, die banalen Dinge und Ereignisse des Alltags, die Freuden und Leiden der Mitmenschen. 

Das alles ist von meinem Wahren Selbst nicht getrennt.

  Wirklichkeit erscheint als Wirklichkeit. So einfach. Deshalb häufig eruptives Lachen und Weinen nach dem Erleuchtungserlebnis.

Kensho ist Gnade, unverdientes Geschenk; es ist die überwältigende innere Gewissheit, dass alles die Präsenz der ewig fließenden göttlichen Liebe ist.

  Der Eine Geist, dessen Allgegenwart das ganze Universum durchdringt, ist unser wahres göttliches Selbst.


(vgl. Zensho W. Kopp: ZEN und die Wiedergeburt der christlichen Mystik, S.15)

Große Seinserfahrungen im Christentum

  Dass Zen-Erfahrung und grund-legende christliche Überzeugungen gut zusammen- gehen, haben außer Ruben Habito und Kenzho W. Kopp andere westliche Zen-Erfahrene authentisch dargestellt und gelebt. Am nächsten fühle ich mich da P. Johannes Kopp SAC (http://www.zen-kontemplation.de/) verbunden, der eigene Überzeugungen besonders glaubwürdig auf den Punkt gebracht hat: „Wenn das Zen-Auge geöffnet ist, durchschaut es alle Dinge auf das eine hin: ´Christus ist alles und in allem` (Kol 3,11)“.


Mit Karlfried Graf Dürckheim, der nach eigenen Angaben ein Satori beim Lesen des Tao-Te-King und während einer japanischen Teezeremonie erlebte, und seinem „initiatischen Weg“ kam ich in den 70-er Jahren in Berührung; erneut lese ich einige seiner Publikationen (Erlebnis und Wandlung / Der Alltag als Übung / Vom doppelten Ursprung des Menschen).

Dürckheim unterscheidet „Große Seinserfahrungen“ oder „Wirkliche Wesenserfahrungen“ von „Seinsfühlungen“. „Seinsfühlung gibt es, angefangen von einer kaum bewußt werdenden sehnsüchtigen Unruhe des Herzens über kleine ´Berührungen` bis hin zu den großen Erlebnissen des Durchbruchs und der allverwandelnden Seinserfahrung.“

(Dürckheim: Der Alltag als Übung S.58)


  „Das in der echten Seinserfahrung aufgehende Sein ist nicht etwas nur ´Intrapsychisches`, ... es läßt sich niemals beschreiben. Es präsentiert sich dem seiner selbst innewerdenden Menschen nicht als eine ´gegenüberstehende`, gegenständlich faßbare Wirklichkeit; denn er ist es in seinem Wesensgrund ja selbst! In der echten Wesens- und Seinserfahrung ist der Erfahrende und das Erfahrene eins, richtiger gesagt: ´Nicht-Zwei`.“


(Dürckheim: Erlebnis und Wandlung 84 f)

       Vier authentische christliche Zeugnisse von „Großen Seinserfahrungen“


oder „Erfahrungen des Wahren Selbst“ werden im Folgenden wiedergegeben, die im Raum einer kirchlich-christlichen Sozialisation gemacht wurden. In der einschlägigen Literatur von Lasalle, Johannes Kopp, Zensho Kopp oder Habito werden sie als „Aufleuchten der ursprünglichen Christus-Natur“ reflektiert. „Ich lebe - aber nicht mehr als Ego, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20). Der „alte Adam“ stirbt und wiedergeboren wird der „neue Mensch“. Christus wird „im Grunde“ als die ganze Wirklichkeit erlebt; man erfährt, dass man mit allem, was existiert, „eins in Christus“ ist.

Luise Rinser (1911-2002)


  Ihre lebenslange Bindung an Jesus den Christus wurde ausgelöst durch ein Erlebnis als junges Mädchen: In einer Kirche fühlte sie sich angeschaut durch eine Herz-Jesu-Gipsfigur. „Da er mich einmal angeblickt hat, steh ich auf seiner Seite. Sein Blick, das Brandmal.“ Jesus wird die permanente Bezugsperson ihres Denkens und Handelns. Ihre „Große Seinserfahrung“ in jungen Jahren reflektiert sie später in einem Interview mit K.- J. Kuschel so:  „Für mich ist Jesus die Verkörperung der universellen Sympathie.“ Dieser Christus sei in vielen Menschen freilich wie verschüttet. Die Frage „Was würde Jesus in meiner Situation tun?“ ist für Luise Rinser identisch mit der Frage: „Was will mein höheres Selbst von mir?“ Zu dieser Überzeugung gelangte sie allerdings erst „auf dem Umweg über östliche Religionen.“

  Ihre frühe mystische Seinserfahrung beschreibt sie in ihrer Autobiographie I „Den Wolf umarmen“, Fischer-Taschenbuch 5866, Frankfurt a.M. 1984, S. 151 ff:

  „Ich ging gern in die Kirche, am liebsten allein und wenn kein Gottesdienst war. Am sichersten blieb ich ungestört, wenn ich in die Seitenkapelle ging. Da stand eine überlebensgroße Gipsfigur: der Christus Jesus, der sein brennendes, blutstropfendes, von einem Dornenkranz umgebenes Herz in Händen hielt. Ich habe sie nach dem zweiten Weltkrieg wiedergesehen ... und ich sah, daß sie eigentlich häßlich war. Billiger Kitsch ... Dieser Statue, häßlich oder nicht, verdanke ich viel. Ich, das Kind, acht, neun, zehn Jahre alt, kniete vor ihr auf den Altarstufen und blickte zu ihr hin. Ich betete nicht. Ich mochte von allen Gebeten, die wir gelernt hatten, keines. Das waren Wörter, Wörter. Ich kniete und schaute, eine Stunde lang, zwei Stunden lang auf den Steinstufen. Mir müssen die Knie geschmerzt haben, ich merkte es nicht. Es war sicher auch kalt, ich merkte es nicht ... Wenn ich lange genug so regungslos gekniet hatte, begann der Christus mich anzusehen.

Kein Zweifel: ER senkte seine sonst geradeaus schauenden Augen und blickte mich an. Dann stand mein Herz still, mein Atem stockte, ich verging in Seligkeit. Woher kannte das Kind die Praktik der Meditation?

  Als ich viel später davon hörte, als überall Meditation gepflegt wurde und als man sie sogar ausdrücklich lehrte und Samadhi und Sartori anstrebte, war ich erstaunt: das war doch ganz natürlich, das mußte doch jedermann können und erleben. Man brauchte doch nur lange genug stillzusitzen und an nichts zu denken und innen ganz leer zu sein, dann kam das Ersehnte von selbst. Ganz einfach ...

Da er mich angeblickt hat, steh ich auf seiner Seite. Sein Blick. Das Brandmal.“

  In  ihrer Autobiographie II „Saturn auf der Sonne“ 1994 bezeichnet Rinser dieses Kindheitserlebnis als „mystische Erfahrung“. „Ich kann heute allenfalls sagen, daß es das war, was man in der Sprache des Buddhismus samadhi nennt: das Hinweggenommenwerden von Kräften der vierten Dimension.“

Auditive Christuserfahrungen von J. P.


  Vor einigen Jahren erzählte mir ein guter Bekannter - nach langem Zögern und voller Scheu - von seinen „Tiefenerfahrungen“, die er in seiner Lebensmitte gemacht habe:

   „Zweimal hörte ich die Stimme Christi. Es war in der Zeit einer sehr anstrengenden Therapie. Ich könnte dir noch den genauen Ort und den genauen Zeitpunkt dieser Auditionen nennen. Beide Äußerungen Christi trafen mich bis ins Mark meiner Seele und lösten Tränen, tiefe Glücksgefühle und den Willen zur Wandlung aus:


„Zu Mir hast du allezeit freien Durchgang.“

    und

„Liebe Mich in meinen Brüdern! So kannst du Mich berühren.“


Vielleicht waren diese Worte nur die Projektionen meiner Selbsterkenntnis. Sie sprachen das an, was für mich dran war. Sie sind unvergesslich geblieben, und ich lebe noch heute davon.“

Teilhard de Chardins Seinserfahrung: Christus - das Herz der Evolution


  Teilhard de Chardin, Paläontologe und Theologe (1881-1955), gründete seine in vielen Büchern und Briefen publizierte Zusammenschau von Evolution und Christogenese auf persönliche Seinserfahrungen, die er in einer extremen Krisensituation, „vor dem Gefecht von Douaumont am 14. Okt. 1916“ niederschrieb: „Sie wollen wissen... wie das machtvolle und vielfältige Universum für mich die Gestalt Christi angenommen hat? Das ist nach und nach geschehen ... Ich kann Ihnen einige Erfahrungen erzählen, durch die es in dieser Frage in meiner Seele licht geworden ist, als ob sich ruckweise ein Vorgang gehoben hätte.“

„Mein Blick war wie von selbst bei einem Bild stehengeblieben, das Christus darstellte mit Seinem den Menschen angebotenen Herzen. Dieses Bild hing vor mir an den Mauern der Kirche, in die ich eingetreten war, um zu beten ... Als ich meinen Blick über die Konturen des Bildes laufen ließ,bemerkte ich plötzlich, daß sie zerschmolzen ... daß die vibrierende Atmospäre, die Christus wie ein Lichtschein umgab bis ins Unendliche ausstrahlte. ... Das ganze Universum vibrierte! ... Diese ganze Bewegung schien von Christus auszugehen, vor allem von seinem Herzen ... Das verklärte Antlitz des Meisters zog meine ganze Aufmerksamkeit auf sich ... So leuchteten in einem unsagbaren Schillern auf der unbeweglichen Physiognomie Jesu die Lichter aller unserer Schönheiten. Ich vermag nicht zu sagen, ob das nach dem Wunsch meines Verlangens geschah oder nach dem Wohlgefallen Dessen, der mein Verlangen lenkte und kannte. Gewiß ist, daß diese zahllosen Tönungen der Majestät, der Süße, der unwiderstehlichen Anziehung aufeinander folgten, sich verwandelten, ineinander verschmolzen gemäß einer Harmonie, die mich völlig sättigte...“


„Ein anderes Mal – es war wiederum in einer Kirche – hatte ich mich vor dem Allerheiligsten hingekniet, das auf dem Altar in einer Monstranz ausgestellt war – als mich ein ganz eigenartiger Eindruck überkam... Ich hatte, während mein Blick auf der Hostie ruhte, den Eindruck, daß sich ihre Oberfläche ausweite... Nach und nach wuchs die weiße Sphäre im

Raum, bis sie mir nahe kam... So umhüllte mich, inmitten eines großen Seufzers, das an ein Erwachen oder an eine Klage denken ließ, der Strom von Weiße, er ging über mich hinaus und überflutete alle Dinge... die Weiße verwischte keine Züge, verwandelte keine Natur, vielmehr durchdrang sie die Gegenstände inniger, tiefer als ihr Leben selbst. Es war, als ob eine milchige Klarheit das Universum von innen her erleuchtete...

Durch die geheimnisvolle Ausweitung der Hostie also war die Welt aufgeglüht – in ihrer Totalität. ähnlich einer einzigen großen Hostie.“


(Teilhard de Chardin: Lobgesang des Alls, Walter Verlag Freiburg 1964, S.45 -56)

   Zwei Jahre später schrieb Teilhard:

„Wem es gegeben ist ... Christus zu sehen, und zwar wirklicher als jede andere Wirklichkeit in der Welt, den allgegenwärtigen und immer größeren Christus, die endgültige Bestimmung und den uranfänglichen Keim des Universums, den berührt nicht mehr der Wirrwarr der Vielfalt, wenngleich er in einer Sphäre lebt, in der sich das Werk der kosmischen Vollendung in aktivster Weise vollzieht.

Und sollte man ihm nachweisen..., er habe, im Versuch sein ´Erlebnis`mitzuteilen, ungenaue oder irrige Ausdrücke gebraucht, so wird er eben geduldig eine andere Formel suchen. Doch unverändert bleibt ihm seine Schau.“             (Zitiert in Henri de Lubac: Der Glaube des Teilhard de Chardin, Herold Verlag Wien 1968, S. 7)

Große Seinserfahrungen Marc Chagalls (1887-1985):

Engelerscheinungen im Traum

P. Johannes Kopp SAC (http://www.zen-kontemplation.de)


  „Seitdem ich auf den Zen-Weg gekommen bin: wird mir dies immer klarer: Mein Koan ist Jesus Christus ...

Jesus Christus als Koan ist der Finger, der hineinweist in die Totalität der Faszination und der Freude, um ihn schließlich zu sehen, wo und wie er wirklich ist: „Alles und in allen (allem)“ (Kol 3.11). Aber auch dies nicht, weil wir an ihm wie an irgendjemand interessiert wären, sondern weil es so ist: „Christus ist die Wirklichkeit“ (Kol 2,17), und weil es für mich keinen anderen so totalen und vollkommenen Zugang zur Wirklichkeit gibt als im Blick auf diesen Finger:

        Christus interessiert mich nicht.

        Mich interessiert nur die Wirklichkeit.

        Weil mich aber die Wirklichkeit interessiert,

        interessiert mich Christus unendlich.“


(Johannes Kopp: Schneeflocken fallen in die Sonne, Christuserfahrungen auf dem Zen-Weg, Annweiler 1994)

  Jeder Mensch ist disponiert für die Erfahrung der „Absoluten Wirklichkeit“ in und um sich. Dieses überraschende Aufwachen zum wirklichen Leben, diese Erleuchtung kann langsam und schrittweise vorbereitet werden, erfolgt aber in der Regel bltzartig. Sie kann einen Menschen überkommen beim Zazen, in einer Kirche, beim Anschauen eines Bildes oder beim Hören eines Klanges, in der Natur oder auch in einem „Großen Traum“.

  Daraufhin gibt der Roshi ihm für seine Zen-Praxis das berühmte Mu-Koan:

       Ein Mönch fragte Meister Chao-chou: „Hat ein Hund wirklich Buddha-           Natur oder nicht?“

       Chao-chou sagte: „Mu.“

  Dann wird der junge Jesuit und Zen-Schüler angewiesen, sich Tag und Nacht voll und ganz auf die Antwort Chao-chous zu konzentrieren und während der vielstündigen Sitz-Meditation und außerhalb bis in den Schlaf hinein dieses „MU“ mit jedem Ausatmen zu wiederholen. Der Roshi ermuntert ihn, alle analytischen Bemühungen aufzugeben, mit dem „Mu“ einszuwerden und völlig in ihm aufzugehen. „Mu und nur Mu. Mu mit jedem Atemzug. Ebenso Mu mit jedem Schritt, mit jedem Lächeln, jeder Berührung, jeder Empfindung.“

  „Nur ein paar Wochen danach, und zwar mitten in meiner intensiven täglichen Zen-Praxis, wurde ich von einem Erlebnis wie von einem erderschütternden Blitzschlag getroffen. Ich brach in Gelächter aus und weinte gleichzeitig Tränen der Freude. Der Eindruck dieses Erlebnisses hielt noch mehrere Tage an. Yamada Roshi ... bestätigte später, dies sei ein echtes Kensho, eine Zen-Erleuchtungserfahrung gewesen.“

  Zenshos Gemälde lassen wohl noch besser als alle Worte aufscheinen, wie „dieser leere Grund... jene absolute Wirklichkeit ... durch die Transparenz aller Formen und Farben und somit durch alle Erscheinungen hindurchleuchtet.“


(Zensho W. Kopp: Im Farbenrausch des Göttlichen, Schirner Verlag 2011, Einführung)


Die Bilder sind veröffentlicht unter http://www.tao-chan.de/chan_zensho_malerei.html

und in dem o.a. Bildband.

        Alter Teich

vom Sprung eines Fröschleins

im Wasser ein Ton – Plumps

....

Der Mensch wird von der Erleuchtung ganz plötzlich wie vom Blitz getroffen, und er erkennt und weiß: ´Das ist es!`“


(Zensho W. Kopp: Zen und die Wiedergeburt der christlichen Mystik. S.163 f)


Vgl. auch meine Webseite  http://www.adolf.frahling.de/Web-Site/Biblische_Haiku.html

Pater Johannes Kopp -

christlicher Mönch und Zen-Meister

  Sehr beeindruckt haben mich auch die digitalen Kunstwerke von H. Kopp-Delaney. Seine

hervorragenden Foto-Montagen zur Zen-Geschichte vom Ochs und seinem Hirten finden Sie unter

http://www.flickr.com/photos/h-k-d


Die Bilder atmen den spirit of Zen; wie auch die kurzen verbalen Deutungen zeugen sie von einer inwendigen Kenntnis der Zen-Geschichte, und so von einer großen (manchmal selbst-ironischen) Freiheit gegenüber allen Festlegungen durch Wort- und Bildtraditionen („Wenn du den Buddha triffst, töte ihn.“)

  Nicht nur im Wachzustand, sondern auch in sogenannten „Großen Träumen“ kann die „Innerste Wahrheit der Wirklichkeit“ überwältigend aufleuchten. Der Traum erscheint dem Träumer nach dem Aufwachen wirklicher als alles Gewohnte. Verwandelt kehrt er in sein bisheriges Leben zurück.

  Marc Chagall, geboren 1887, erzählt in seiner Autobiographie „Mein Leben“ von einem spirituellen Schlüsseltraum, der ihm im Alter von 22 Jahren in St.Petersburg träumte:


  „Träume suchten mich heim: Ein viereckiges Zimmer, leer. In einer Ecke ein Bett und ich darin. Es wird dunkel. Plötzlich öffnet sich die Zimmerdecke, und ein geflügeltes Wesen schwebt hernieder mit Glanz und Gepränge und erfüllt das Zimmer mit wogendem Dunst. Es rauschen die schleifenden Flügel.

  Ein Engel! denke ich. Ich kann die Augen nicht öffnen, es ist zu hell, zu gleißend. Nachdem er alles durchschweift hat, steigt er empor und entschwindet durch den Spalt in der Decke, nimmt alles Licht und Himmelblau mit sich fort.

  Dunkel ist es wieder. Ich erwache.

Mein Bild ´Erscheinung` gibt diesen Traum wieder.“

Chagall erlebte die göttliche Dimension zunächst nicht - wie etwa Elija - als alles durchdringende Stille, sondern als einen Einbruch in die engen vier Wände seiner Existenz. Er sieht ein geflügeltes Wesen seinen „leeren“ (!!) Lebensraum erfüllen mit gleißendem Licht und Flügelrauschen.

  Für den 22-jährigen bedeutet diese Traumvision eine „Große Seinserfahrung“, ein Durchbruch zu der ungetrennten Einheit des Seins und zu einem neuen Bewusstsein.  Es ist schon paradox: träumend im Schlaf kann man erwachen zur Wirklichkeit. Das bisherige Wirklichkeitsbewusstsein stellt sich als Schlaf heraus, als Maya, als ein Schleier, der die wahre Wirklichkeit verhüllt hat. Und erst in überwältigenden Traumbildern wird offenbar, was die Wirklichkeit in Wahrheit ausmacht.

Jakobs Traum(1931-19/56)

  In seinem Zyklus „Message Biblique“ ergänzt Chagall die traditionelle Szenerie rund um den träumenden Jakob, aus dem die Himmelsleiter mit auf- und niedersteigenden Engeln herauswächst, durch eine eigenständige „chagallblaue“ Bildhälfte. Darin hat er seine ureigenen Tiefenerfahrungen ausgedrückt. Aus dem blauen Meer des Unbewussten steigt ein In-Bild auf, ein „Spiegelbild seiner Seele“, und man darf wohl zu Recht vermuten: Chagalls künstlerischer Ausdruck par excellence für sein Wahres Selbst. Denn auf seinen „letzten Wunsch“ hin wurde der  vierflügelige Offenbarungsengel in seine Grabplatte auf dem Friedhof von St.Paul-de-Vence eingemeißelt (Sven Findeisen: Marc Chagall, Gießen 2007, S.122).

Dem Licht entgegen (1985)

  Im Buch Exodus ist die Rede von Bezalel, der von JHWH durch Mose den Auftrag erhielt, für die auf dem Sinai empfangenen Thora-Tafeln ein würdiges Heiligtum auif dem Zug durch die Wüste zu schaffen. Und so fertigte Bezalel,  „den der Göttliche Geist mit Herzensweisheit und Geschick erfüllte“ (2 Mose 35),  ein Heiliges „Zelt der Zusammenkunft“ mit Bundeslade und einem siebenarmigen Leuchter aus purem Gold an. Bezal-El („im Schatten Gottes“) war - wie Chagall - ein künstlerisches Multitalent. Er arbeitete bei der Herstellung des Heiligen Begegnungszeltes als Architekt, Designer, Kunstschreiner, Goldschmied, Buntsticker etc. Auf der Farblithographie von 1966 trägt der Künstler unverkennbar die charakteristischen Gesichtszüge Marc Chagalls.  Bezalel, der erstgenannte Künstler Israels, wurde für Marc Chagall zum Spiegelbild seiner ureigenen Profession und Konfession. Und so spiegelt diese Lithographie zur Exodus-Erzählung die wahre Berufung und das persönliche Lebens-Bekenntnis Chagalls wieder. In Bildern und Symbolen.

Das klare Licht der Wirklichkeit (Z. W. Kopp)

Mystisches Erwachen (Zensho W. Kopp)

Tao, Der Laut des Wassers (Zensho W. Kopp)

Kosmischer Christus (Zensho W. Kopp)

Der Zen Ochse


Ich begann meine Suche
Auf der ganzen Welt
Auf all den anderen Seiten
Sobald ich eine Brücke überquerte
War das Licht verschwunden…
Ich bin ein Ochse…

HKD


Ich begann das Licht zu suchen ohne zu wissen, was das bedeutet.
Licht ist seit uralten Zeiten eine Metapher für Bewusstsein.
Das Auge (u. a. auf Buddhas Stirn) ist für mich eine Metapher für Bewusstsein und Bewusstheit, für die Klarheit des ganzheitlich schauenden Geistes.
Dieser Geist vereint in sich die Gegensätze von Yin und Yang.

HKD

Ich höre von mystischen Tieren.
Man sagt, sie leben in meinen Träumen.
Ich gehe auf die innere Suche und endlich finde ich die Spuren ihrer Existenz.
Schließlich, am Fluss des Lebens – an den großen Wasserfällen – entdecke ich die Kuh.

HKD





„I learned to loose fear and travelled to the source of my existence: I call it consciousness, or god, or the self.

The great german mystic, Meister Eckhart,  must have had the same experience - he (and many others) describe in their words, what I call ´the true existence`.“


http://www.koppdelaney.de/koppdelaney.de/Personliches.html

  Chagalls Farblithographien zu Homers Odyssee


wurden 1975 veröffentlicht. Das den Zyklus abschießende Bild „Der wiedergefundene Frieden“ weist wesentliche Motivgleichheiten mit „Jakobs Traum“ aus der Message Biblique auf: Odysseus /Jakob / Chagall hat nach jahrelangen Irrfahrten sein Zuhause, seinen inneren und äußeren Frieden gefunden, und ihm träumt bzw. er hat die Vision von einem vierflügeligen Engel, der von göttlichem Glanz erleuchtet ist. Auf einer anderen Lithographie sieht man, wie Odysseus / Chagall auf seiner Suche nach wahrer Beheimatung von Engeln begleitet wird und die goldgelbe Sonne alles überstrahlt.

Die persönliche „Große Seinserfahrung“ von 1910, den Einbruch des Göttlichen in sein Bewusstsein, fand Marc Chagall in den Theophanien wieder, die von den großen Gestalten der hebräischen Bibel erzählt werden. Im Meditieren und Malen der Lebensgeschichten von Mose, Jakob, David, Salomon, Elija u.a. fand Marc Chagall sein innerstes Wesen, das Wahre Selbst.  „Fast unerwartet entdeckte ich die Welt der Bibel und darin einen Teil meines wahren Seins.“ (Interview nach einer Israelreise).

  Zu sehen sind der goldene Leuchter vor dem Vorhang zum Allerheiligsten und Teile des Zeltes und des Thoraschreins. Die weit geöffneten Augen des Künstlers schauen ins Weite oder nach Innen, sein Gehör vernimmt die Worte oder den Gesang des gekrönten geflügelten Wesens. Was dieser engelhafte königliche Seelenvogel ihm offenbart, stellt Chagall in einer neugeschaffenen dreistufigen Chiffre für Transzendenz dar: in einem roten Kreis der Ewigkeit der Davidsstern, eine Verschränkung von zwei Dreiecken, der göttlichen und menschlichen Welt, und im weißen „leeren“ Zentrum das hebräische Tetragramm JHWH: ICH BIN DA.

  Dieses Bild-Zeichen ist neben dem vierflügeligen erleuchteten Engel ein weiteres „GRUND-Bild“ Chagalls. Es drückt seine Erfahrung aus, dass „im Grunde“ alles Eins ist: menschlicher und göttlicher Bereich; vielfarbiger Schöpfungstanz und unaussprechliches Mysterium; form-, farb- und wortlose Leere und geschichtliche Offenbarung; Seelengrund und Seinsgrund.

  Im zweiten Buch Mose heißt es: Bezalel war erfüllt von göttlichem Geist und Herzensweisheit. Die innere Erleuchtung Bezalels veranschaulichte Marc Chagall durch bestimmte Symbole und Zeichen: vierflügeliger Engel, goldener Leuchter, hebr. Buchstaben für JHWH - ICH BIN DA, Leerer Kreis, Davidsstern.

  Der mittelalterliche Mystiker Heinrich Seuse hätte diese „Große Seinserfahrung“, diese „Schau des Wahren Selbst“ so ausgedrückt: „Geht aber der helle Morgenstern auf in meiner Seele ...“

  Seine Große Seinserfahrung, die Angelophanie mit 22 Jahren, hat Marc Chagall bis zu seinem Lebensende mit 98 Jahren immer wieder in seinen Kunstwerken verarbeitet. Engel - Chagalls Bild-Zeichen für die Göttliche Fülle, die seine Leere erfüllt - begleiten und inspirieren ihn nicht nur bei seiner Arbeit mit Pinsel, Farbe und Leinwand, sondern auf Bildern kurz vor seinem Tod wird der Künstler selbst zum malenden Engel; menschliche und göttliche Kraft sind ungetrennt Eins. Chagall empfindet sich Selbst als den Boten einer Göttlichen Message. Der Licht-Engel bleibt kein Gegenüber, sondern wird erkannt und dargestellt als Bild der eigenen  Wesensgestalt


Offensichtlich war Chagall von einer Erzählung der Bibel, die er in- und auswendig kannte, besonders fasziniert, wohl wegen der großen Ähnlichkeit mit seinem eigenen Erlebnis einer Angelophanie von 1910.  Den Großen Traum Jakobs von der Himmelsleiter, auf der Engel auf- und niedersteigen, hat der Künstler wiederholt dargestellt und nach seiner Lebensmitte in Situationen seiner eigenen Lebensgeschichte hineingemalt. Chagall findet sich Selbst, sein Wahres Selbst in Jakob wieder.

  Unvorhergesehen, sozusagen im Rücken, von hinten bricht das Göttliche ein in die kleine Welt des Träumenden. Der Vorhang öffnet sich, und zum Vorschein kommt die verborgene Himmelsleiter, die den Träumenden mit „Jahwe“ (Schrift am Kopf der Leiter) verbindet. Jakob / Chagall erfährt die unzerstörbare Verbindung, den „Bund“ zwischen Seelengrund und Seinsgrund. Wie Jesus am Jordan sieht er in Bet-El (Haus Gottes) den Himmel offen. Und wie jeder, der durch eine „Große Seinserfahrung“ überrascht worden ist, ruft er aus: „Gott ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht ... Ja, hier ist das Haus Gottes und die Tür des Himmels.“       1 Mose 28, 16 f)

  Der Zen-Buddhismus ist wesentlich ein ununterbrochenes spirituelles Training vor und nach der Erleuchtung, oder besser: vor und nach dem Erwachen zur Wirklichkeit. Zwei Übungsmethoden werden tagtäglich trainiert:

1.  Die Versenkung im Zazen (Sitzen in der Wahrheit/Wirklichkeit): der Übende sitzt einfach nur; achtsam nimmt er alle Empfindungen und Gedanken wahr, lässt sie aber vorbeiziehen wie Wölkchen am Himmel und entleert sich von Ego-Konditionierungen und -Identifikationen.

2.  Am Anfang eine unablässige Beschäftigung mit einem der insgesamt 546  Koans (paradoxale Formulierungen, die rein rational nicht auflösbar sind): der Zen-Schüler gerät in eine große geistige Krise, er gibt schließlich alle rein analytischen Bestrebungen (und sich selber) auf, und sein leerer Geist wird offen für das Gewahrsam des ICH BIN DA, der „Puren Präsenz“. Die Auflösung eines Koans soll dahin führen, das Leben selber als das eigentliche „natürliche“ Koan zu erkennen.

III.  Erwacht zur Wirklichkeit

Schau des Wahren Wesens

Drittes Bild der Zen-Parabel „Der Ochs und sein Hirte“: Ergreifen des Ochsen

Marc Chagall: Große Träume - Angelophanien

  „Der Durchbruch zum göttlichen Licht vollzieht sich meist in Augenblicken außerhalb der Meditationszeiten und stets dann, wenn er nicht erwartet wird. Manch einem wird das Erleuchtungserlebnis zum Beispiel ganz plötzlich und unverhofft während dem ruhigen Verweilen in der freien Natur zuteil. Gerade in dem Augenblick, wo wir entspannt loslassen oder besser: selbst Loslassen geworden sind, wird uns alles geschenkt. Einem anderen geschieht es beim Lesen einer Schriftstelle eines religiösen Textes, obwohl er denselben Vers vorher vielleicht schon viele Male gelesen hatte, ohne dass sich sein geistiges Auge dabei auftat. Oft ist es nur ein Geräusch, eine Glocke, der Anblick eines vom Baum fallenden Blattes oder einer Blume, was zum unmittelbaren Anstoß werden kann. So wurde für den

Dichter Basho (17. Jh.), als er am alten Teich des Klostergartens saß, ein Ton, hervorgerufen durch den Sprung eines Frosches ins Wasser, zum Auslöser des großen Erwachens. Hierauf schrieb er sein berühmtes Zen-Gedicht (Haiku ):

Diamantene Weisheit

(Zensho W. Kopp)

Das Licht des göttlichen Dunkels

(Zensho W. Kopp)

  Mystische Erfahrungen des Kosmischen Christus, die er unter der Überschrift „Christus in der Materie“ veröffentlichte, überkamen ihn unerwartet beim Anschauen eines Herz-Jesu-Bildes und beim Knieen vor der  Monstranz. Es war eine „kraftvolle Schau, die mein Leben erleuchtete.“

Marc Chagall: Erscheinung (1917)

  Interessant ist eine Motivähnlichkeit mit der Erschaffung des Menschen auf einem Glasfenster in St. Stephan Mainz (S. 11): Adam wird schlafend durch den Engel Gottes in die paradiesische Welt getragen. Noch dämmert der aus Erde geschaffene Mensch vor sich hin, auch wenn sein rechtes Auge schon halb geöffnet ist. Dieser ambivalente Zustand

zwischen Schlafen, Blindsein und Aufwachen, Sehen wird von Chagall in „Jakobs Traum“ auf eine neue Stufe gehoben. Wie Chagall selbst 1910 in Petersburg „erwacht“ Jakob, der exemplarische Mensch, in einem Traum und durch einen Traum. Aus dem Dunkel der Angst vor seinem Schatten-Bruder Esau und aus Schuldgefühlen  heraus öffnet sich ihm der Blick für die inwendig jenseitige Welt Gottes, für die göttliche Essenz der Wirklichkeit. Sie erscheint ihm in der Gestalt eines vierflügeligen Engels, der den gesamten Raum des Kosmos durchschwebt und erleuchtet. 


  Chagall hat uns in diesem Traum-Bild ein verschlüsseltes Testament hinterlassen, das uns Aufschluss bietet über sein tiefstes Selbst- und Gottesverständnis.


Offenbar handelt es sich um ein eigenes tief beeindruckendes Erleuchtungserlebnis, ein „Kensho“, das Marc Chagall als Jakobs Traum (oder als Vision des Odysseus) dargestellt hat. Auf vielen Werken wird seine Identifikation mit einem Engel, einem Boten Gottes, deutlich, auf seiner Farblithographie „Dem Licht entgegen“ kurz vor seinem Tod sogar sehr direkt. Engel sind für Chagall zu einem Bild-Zeichen geworden, das seine Berufung zur malenden Verkündigung der „message biblique“, wenn nicht sogar sein „Inneres Wesen“, sein Wahres Selbst am authentischsten ausdrückte.


  Zu dem archetypischen Bild eines vierflügeligen Geist-Wesens tritt ein weiteres Motiv hinzu: die Mitte des Bildes, das „Herz des Engels“ wird erhellt durch das Licht eines fünfarmigen goldenen Leuchters. Der Goldglanz Gottes, die „Kawod Jahwes, des ICH BIN DA“, erleuchtet sein Inneres.

Zwischen Schlafen, Träumen und Erwachen

„Wenn der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen...“ (2 Petr 1, 19)

März 2012 / 2016                              Zur Startseite

4. Bild: Das Ergreifen des Ochsen


Klärung des getrübten Geistes und Besänftigung von destruktiven Neigungen