Mystisch-universales Christentum III


Christosophie I


Entwicklung des Christus-Bewusstseins Jesu


Christus-Bilder in Bibel und Kirchengeschichte

Volto Santo von Manoppello -

nicht von Menschenhand gemacht

  Die Weisheit Jesu (griech.: sophia) erregte die Aufmerksamkeit in seinem Dorf Nazareth und bei den etablierten Theologen in Jerusalem. Mit den offiziellen Schriftgelehrten disputierte er schon als Zwölfjähriger. „Und diese gerieten außer sich ob seiner Einsicht und Weisheit... Jesus zu seinen Eltern: Wusstet ihr nicht, dass ich bei der Sache meines VATERS sein muss?“ (Lukas 2, 41 ff)

Vorher heißt es in Vers 40: „Das Kind aber wuchs und erstarkte erfüllt von Weisheit.“  Auch in seiner Vaterstadt Nazareth fällt er auf wegen seiner Theosophie. „Er lehrte sie in ihrer Synagoge - so dass sie bestürzt waren und sagten: Wo der diese Weisheit herhat? Und die Krafttaten? Ist das nicht der Handwerkersohn?“ (Mt 13, 54). Mit „Weisheit“ ist wohl nicht eine Neun-mal-Klugheit oder eine sophistische Formulierungsgabe gemeint; die beschriebenen Reaktionen zeigen, dass die Zeitgenossen in diesem „Handwerkersohn“ etwas spürten von einer tieferen Lebenssicht, von einer Höheren Weisheit, von Herzensweisheit, von einer besonderen Nähe zu „dem Ewigen“, das bzw. den Jesus „Abba“, „Vater“ nannte.

8.Mai 2015

  Wohin führt die Entwicklung der Menschheit und ihr „Weg“? „Die des Weges / die auf dem Weg" - so nannten sich die Anhänger der Jesus-Bewegung im ersten Jahrhundert (Apostelgeschichte 9,2), und ihre „Firmenphilosophie“, ihre „Ökonomie des göttlichen Mysteriums“ (Eph 3 9) bezeichneten sie einfach als „den Weg" (19, 9. 23; 24, 14. 22). Wohin führt der Weg? Unsere planetarische Gesellschaft und auch das Christentum befindet sich in einer radikalen Umbruchs- und Entscheidungsphase. Alte Paradigmen haben sich als verbraucht und ermüdet erwiesen, in allen Bereichen müssen not-wendig neue Denk- und Handlungsmuster gefunden werden.

  Ich teile den evolutiven Optimismus von Teilhard de Chardin, Ken Wilber u.v.a.m., dass die Menschheit trotz aller neu aufbrechenden Spaltungen und egozentrischen Segmentierungen letztlich auf eine globale Gesellschaft in Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit zusteuert, und dass auch das kollektive Bewusstsein sich weiten und sowohl eindimensional-rationalistische als auch libertinistische Denk- und Verhaltensmodelle integrieren und überschreiten wird auf tiefere und umfassendere Bewusstseinsstufen hin (vgl. Communio durch Welt / Myst.-univ. Christentum I u.II).

  Christen als Weggemeinschaft, als Volk Gottes, das unterwegs ist; ecclesia semper reformanda / die Kirche ist immer reformbedürftig - das waren Grundaussagen des II. Vatikanischen Konzils 1962-65.

  Nach diesem kirchlichen Aufbruch ist aber die Anzahl der Zeitgenossen immer weiter geschrumpft, die nach wie vor die Ansicht vertreten, dass Christus „der Weg“ par excellence ist, dass niemand den Weg zum „Vater“ (zur innersten Essenz aller Dinge) finde außer über ihn, Christus. Von solidarischem Unterwegssein mit allen Menschen und von Mut zur permanenten Reformation ist oft wenig in der „Jesus-Bewegung“ zu spüren - stattdessen: Beharren auf überholten dualistisch-mythologischen Vorstellungen und bei unverständlichen Sprachspielen, ängstliches Sich- Abschotten gegenüber Wissenschaften, Freiheitsbewegungen und Offenbarungen Gottes in anderen Religionen, geringes Vertrauen in den abenteuerlichen Weg „Gottes“ mit Universum und Menschheit.

  Dabei sind die christlichen Ursprünge und Überlieferungen gefüllt mit ausgezeichneten Landkarten und dauerhaftem Pro-VIA-nt, mit „lebendigem Wasser und Brot des Lebens“

(Joh 4 und 6). Auf meinen Webseiten zu einem künftigen universal-mystischen Christentum unternehme ich den Versuch, einige dieser häufig verschütteten Weisheitsschätze freizulegen und in ein postmodernes evolutives Denken und Erfahren zu integrieren.

Christen als Weg-Gemeinschaft, als „die des Weges“ (Apostelgeschichte 9,2)

  Dass die Aufforderung des Apostels Paulus „Wandelt euch durch ein neues Denken, durch ein neues Bewusstsein“ (Brief an die Römer 12,2) ausgerechnet an die Römer gerichtet ist, hat eine gewisse kritisch-prognostische Brisanz, da in den vergangenen Jahrzehnten vor allem die römische Zentrale des katholischen Christentums offensichtlich jedes „neue Denken“ abgeblockt hat.

  Der durch Paulus geforderte Wandel könnte sich heute auf drei Paradigmen beziehen (vgl. meine beiden Webseiten „Mystisch-universales Christentum I / II):


1.   Transformation von partikularistisch-ekklesiozentrischem Denken in ein evolutiv-universales Bewusstsein


2.  Umcodierung eines doktrinären Christentums in ein mystisches Christentum; Transzendierung von Lehre in Erfahrung; stärkere Beachtung der traditionellen christlichen theologia negativa und gemeinsamer non-dualer Tiefenstrukturen in der Mystik der Weltreligionen


3.  Wege zu einem non-dualen Glauben an „Gott“

Transformation von Christologie (Christus-Lehre)

in Christosophie (Christus-Weisheit)

  Aussagen in den Evangelien bezeugen, dass nicht nur seine Nachfolger vor 2000 Jahren und heute im Laufe ihres Lebens in ein tieferes Christusbewusstsein hineinwuchsen, sondern dass auch Jesus selbst als Kind und Jugendlicher  „Fortschritte machte in der Weisheit (griech.: sophia) bei Gott und Menschen“ (Lukas 2, 52). Er wuchs hinein in die Weisheit Gottes, in eine allumfassende Theosophie, und in die Weisheit der Menschen, in eine erleuchtete Anthroposophie. Vollends erwachte er zu einem göttlichen Selbst-Bewusstsein erst nach seinem dreißigsten Lebensjahr.

  Seine Göttlichkeit war ihm nicht schon bei seiner Geburt bewusst, sondern leuchtete ihm in zwei Schlüssel-erlebnissen auf, in zwei tiefen mystischen Erfahrungen.

  Bei seiner Taufe im Jordan sieht er, als er aus den Wassern der Reinigung und des Absterbens auftaucht, den Himmel offen und das Pneuma Gottes, den GEIST wie eine Taube auf sich herabsteigen. Er hört eine Stimme aus dem Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn“ (Mk 1,9-11).

  Den vollen Ausdruck gewinnt das Selbstbewusstsein Jesu, „geliebter Sohn Gottes“, „der Christus“ zu sein, der „Anteil hat an der Natur Gottes“, der „eins mit dem Vater ist“, auf dem Berge Tabor in der Erfahrung seiner Verklärung (Mt 17, 1ff). Die göttliche Essenz leuchtet in seinem Gesicht und seiner ganzen Leiblichkeit auf.

  Sein göttliches Selbstbewusstsein gipfelt später in der johanneischen Aussage „Ich und der Vater (Seinsgrund) sind dasselbe (griech.: hen = Eins, das Eine)“ (Joh 10, 30).

Entwicklung des Christus-Bewusstseins

bei Jesus und seinen Nachfolgern

  1. 1.Wachsen von Weisheit (griech.: sophia) und göttlichem Selbstbewusstsein bei

    Jesus

2. Stufen der Christosophie, des Christus-Bewusstseins im Neuen Testament

Christosophie:

Vertiefung und Ausweitung

des Christus-Bewusstseins


Vom historischen Jesus zum Universalen Christus

Von christologischer Begrifflichkeit

zu christosophischer Ergriffenheit



Angesichter Christi: DU - ES/WIR - ICH

  Nach seinem Initiations-Erlebnis am Jordan, als er erwachte zu dem Bewusstsein, geliebter Sohn Gottes zu sein, sammelte Jesus einen Kreis von Vertrauten um sich, von Männern und Frauen, die er wie auch manche außerjüdischen Zuhörer behutsam und manchmal auch konfrontativ in sein Christus-Mysterium einführte. In den Evangelien gibt es aufschlussreiche Erzählungen für diese jesuanische Mystagogie. Im Laufe eines Gespräches mit einer „heidnischen“, d.h. nicht-jüdischen, „nicht-auserwählten“ Frau am Jakobsbrunnen offenbart, enthüllt sich Jesus ihrem Bewusstsein stufenweise als „größer als unser Vater Jakob?“, als „Prophet“ und schließlich als „Christus“. Die Begegnung endet mit der Selbst-Offenbarung Jesu: „ICH BIN - wie du gesagt hast“ (Johannes 4, 1-26).

  An seine Jünger richtet Jesus die Frage, die ER auch heute seinen Gemeinden und jedem Einzelnen von uns stellt (vgl. Johannes Bours, Da fragte Jesus ihn, Freiburg 1983, S.33ff): „Für wen haltet ihr mich?“ Und Petrus antwortet: „Du bist CHRISTUS“ (Markus 8, 29). Dieses  Christus-Bewusstsein der Jünger Jesu entwickelte sich vor seiner Auferstehung nur anfänglich und zaghaft. Erst die Begegnungen mit dem Auferstandenen bewirkten, dass „ihnen das Herz brannte, ihre (inneren) Augen aufgeschlossen wurden und sie IHN erkannten“ (Lukas 24, 31.32).

Eine hohe Bewusstseinsstufe der Christosophie ist in zentralen brieflichen Aussagen des Apostels Paulus zu erkennen, dessen Mystik noch immer keinen gebührenden Platz in der christlichen Theologie und Katechese gefunden hat:

  „Mir wurde die Gabe geschenkt, den unausforschlichen Reichtum Christi zu verkünden, das seit Weltzeiten verborgene, nun aber enthüllte Mysterium... die vielfarbige Weisheit Gottes“  (Eph 3, 1-10).

  „Das Mysterium Gottes“ ist ihm aufgegangen: „Christus, in dem alle Schätze der Weisheit und Gnosis verborgen sind“ (Kolosser 2,3).

Und im Epheserbrief (1, 17f) spricht Paulus den Wunsch aus:  „Der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater des Lichtglanzes, gebe euch Geist (pneuma) der Weisheit und Enthüllung, ihn zu erkennen. ER erleuchte die Augen eures Herzens.“

  Jesus war ein Mystiker. All sein Tun und Handeln gründete auf dieser Unmittelbarkeit zu „Gott, dem Vater“.  Von Kindesbeinen an lernte er wie alle jüdischen Kinder die hebräische Bibel in- und auswendig. Voller Sehnsucht wird er häufig auch den Psalmvers 4, 7 gebetet haben: „Ach, HERR, enthülle uns das Leuchten Deines Angesichts“, bis sich ihm schließlich das Göttliche Mysterium dauerhaft enthüllte:

„In eben dieser Stunde jubelte Jesus im GEIST und rief: Hochpreise ich dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen, Unmündigen aber enthüllt hast. Ja Vater du, so hat es Gefallen gefunden vor dir. Alles ist mir von meinem Vater übergeben. Und keiner kennt, wer der Sohn ist, denn der Vater - und keiner, wer der Vater ist, denn der Sohn, und je wem der Sohn es mag enthüllen." (Lukas 10, 21 f)


  Schlüssel-Erlebnisse, zumal in „Großen Seinserfahrungen“ (www.adolf.frahling.de/Web-Site/III._Erwacht.html), führen zu Schlüssel-Positionen. Die Schlüsselwörter (Frielingsdorf: Glück im Unglück, S. 38ff), die das Selbst- Bewusstsein und die Christosophie Jesu zusammenfassen, heißen: „ICH BIN geliebter Sohn“, „Ich  und der Vater sind Eins“ (Johannes 10, 30), „ICH BIN die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14, 6).

  Mit der Verbreitung des Christentums in hellenistischen Kulturen universalisierte sich das Christus-Verständnis der Gemeinden. Schriften, die am Ende des ersten Jahrhunderts verfasst wurden, bezeugen das. Die Autoren des Johannes-Evangeliums und der sog. „Geheimen Offenbarung“ (Apokalypse = Enthüllung) stellen uns den Gekreuzigten und Auferstandenen Jesus als Welten-Herrscher und All-Erschaffer vor Augen.

  Im Prolog des Johannes-Evangelium wird Jesus gepriesen als der präexistente uranfängliche  „Göttliche Logos, durch den Alles geworden ist, und ohne den nichts geworden ist von dem, was geworden ist.“

  Und der erleuchtete Seher von Patmos enthüllt uns in dem abschließenden Buch der Bibel Jesus als „Christus“, als „Erstgeborenen der Toten“, „Herrscher der Könige der Erde“, „Alpha und Omega“, als „Kyrios“ und „Gott, der ist und der war und der kommt, der Pantokrator“ (1, 4-8).


  Die Christosophie, die Weise Einsicht in das Christus-Geheimnis, die schon in den neutestamentlichen Schriften derartige Fortschritte gemacht hat, wird sich in den kommenden Jahrtausenden mit dem Bewusstseins-Wachstum der Menschheit auf noch höhere Stufen erheben und universalisieren.

  Neun Stufen des Gottes-Bewusstseins haben Küstenmacher / Haberer in ihrem Buch „GOTT 9.0“ aufgezeigt; vielleicht schreiben sie ein weiteres Buch: „CHRISTUS 9.0“.

3.  Wandel des Christus-Bildes in der Geschichte des Christentums

   Wie Jesus wirklich ausgesehen hat, wissen wir nicht. Jede Zeit hat ein eigenes Bild von Jesus dem Christus geprägt. Die unzähligen nonverbalen Darstellungen Jesu in Fresken, Skulpturen und Gemälden spiegeln nicht historisches Wissen, sondern ein Christus-Bewusstsein auf dem Hintergrund der jeweiligen zeitgeschichtlichen Lebens-Situation. Die Christen der ersten zwei Jahrhunderte verzichteten  noch auf ein Portrait. Abstrakte Symbole - ein Fisch (griech.: ICHTHYS - die Anfangsbuchstaben von Iesous CHristos THeou Yios Soter / Jesus Christus Gottes Sohn Retter)  und das Christusmonogramm XP  - in römischen Katakomben auf die Wände geritzt oder gemalt, sind die ersten künstlerischen Präsentationen Jesu Christi. Eine der ersten figürlichen Darstellungen ist der „Gute Hirte“ in der Priszilla-Katakombe zu Rom. Im Wandel der Verehrung Jesu Christi dominierten phasenweise folgende Christus-Bilder:

Philosoph / Lehrer; Königlicher Herrscher über das All (6.Jahrh.); Gekreuzigter als Triumphator (Romanik) und als leidender Schmerzensmann (Gotik); Ideal vollkommener menschlicher  Schönheit (Renaissance); Herz-Jesu-Bilder, Nazarener (19.Jahrh.); Subjektive Vielfalt von Christus-Bildern (20.Jahrh.).

4. Volto Santo, das Heilige Antlitz von Manoppello - ein nicht von Menschenhand gemachtes Christusbild ??

  Ein rätselhaftes hauchdünnes Tuch aus Muschelseide, das ein Gesicht zeigt, wird seit fünfhundert Jahren in der Dorfkirche von Manoppello verehrt, einem abgelegenen Ort in den Abruzzen. „Volto Santo“ wird es genannt: das „Heilige Antlitz“ des Mensch gewordenen Gottes. Man zählt es zu den „Acheiropoieta“, den „Nicht-von Hand-gemachten“ Christus-Bildern. Wahrscheinlich ist es identisch mit dem Schleiertuch, das 540 in Edessa aufgefunden wurde und über Konstantinopel schließlich nach Manoppello gelangte.

Beim ersten Betrachten erschien mir dieses „Wahre Antlitz Christi“ als sehr fremdartig und nicht sehr anziehend; erst als ich es häufiger anschaute, es an mich heran- und in mich hineinließ, wandelte sich meine Abwehr in Akzeptanz.

Ich erinnerte mich an zwei Lernphasen meines wachsenden Christus-Verständnisses, die mir während des Studiums mehr oder weniger aufgezwungen wurden: erstens die Einsicht, dass Jesus ein Jude war, und zweitens die historisch-kritische Erkenntnis, dass die Evangelien nur sehr begrenzt wissenschaftlich verifizierbare Informationen über den historischen Jesus hergeben. Jesus, der Christus, bleibt der Geheimnisvolle, nahe gekommen, vertraut und dennoch fremd.  


  1992 gestalteten meine Frau und ich einen Pfarrbrief zu dem Thema „Fremdsein“. Das provokative Titelblatt zeigte einen durch Nazis verfolgten Juden mit Judenstern; die Leser wurden konfrontiert mit der Frage: Würden Sie diesem Fremden eine Wohnung vermieten?

  Das vierte Essenzial eines künftigen mystisch-universalen Christentums bestünde in einer neu reflektierten und eingeübten Christosophie.

  Christosophie - Christus-Weisheit - schließt die traditionelle Christologie - Christus-Wissenschaft - ein, übersteigt sie aber in Richtung nach Innen und auf das Ganze hin. Sophia, Weisheit ist mehr als Logik und Verstand. Leseweisheit, rationale Erkenntnis steht vielleicht am Anfang dieser vertieften Christus-Bewusstheit, aber sie wird transformiert in eine intuitive Erkenntnis des Göttlichen, in geerdete Lebensweisheit, in eine unmittelbare persönliche Beziehung zu Christus. Christosophie ist nicht zu verwechseln mit einem esoterischen Irrationalismus oder einem obskuren New-Age-Denken. Sie führt von christologischer Begrifflichkeit zu einem transrationalen Ergriffensein durch Christus. Auf diesem Weg haben mich außer Teilhard de Chardin mit seiner Synthese von Christologie und Evolution und vielen Anderen (Anthony de Mello, Richard Rohr, Matthew Fox, Eugen Biser ...) drei kath. Weisheits-Lehrer: Henri Le Saux, Raimon Panikkar und Johannes Kopp begleitet und inspiriert; durch eine authentische kontemplative Lebenspraxis und Reflexion, d.h. durch eine Öffnung ihres Christus-Bewusstseins auf vedantischen Hinduismus bzw. Zen-Buddhismus hin haben sie neue Formen eines mystisch-universalen Christentums realisiert.

Max Liebermann: Der zwölfjährige Jesus im Tempel (1879)

Rembrandt van Rijn

Ein Christus nach dem Leben (1648)

Christus - Sophia

Godescalc-Evangeliar 782

  Viele halten es für das Ur-Bild, das wahre Gesicht Jesu Christi, an dem sich die spätere orthodoxe Ikonographie streng orientiert hat, manche sogar für das Schweißtuch, das Petrus im Grab Jesu vorfand (Joh 20, 7), oder für das Schweißtuch der Veronika, auf dem der gepeinigte Jesus seinen Gesichtsabdruck hinterlassen habe.

  Wissenschaftliche Untersuchungen im Jahre 2007 wiesen nach, dass das Gesicht auf einem Tuch aus Muschelseide abgebildet ist, einem Material, mit dem man nichts abtrocknen und das man auch nicht bemalen kann. Erstaunlich sind auch die Übereinstimmungen mit dem Antlitz auf dem Turiner Grabtuch in den unregelmäßigen Proportionen des Gesichtes und der Lage der Wunden.  Rätselhaft! Geheimnisvoll! Wunderbar!?

  Gefällige Jesus-Bilder halten auf Dauer den wirklichen Lebenserfahrungen nicht stand. Auch dem frommen westlichen Christen stellt sich immer wieder einmal die Frage des Gottsuchers und Propheten Jeremias: „DU, Israels Hoffnung, Retter zur Zeit der Drangsal, warum bist DU wie ein Fremder im Land und wie ein Wanderer, der nur über Nacht einkehrt?“ (Jeremia 14, 8). Bei aller Glaubensüberzeugung wird die Suche nach dem verborgenen Antlitz das Denken und Wollen der Christen bestiimmen: „DEIN Angesicht HERR will ich suchen“ (Psalm 28, 8.13).

Und ihr tägliches mantrahafte Gebet wird sein: „Ach HERR enthülle uns das Leuchten DEINES Angesichts“ (Psalm 4, 7).

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Marc Chagall: Grüner Christus, Fraumünster Zürich (1970)

Matthias Grünewald:

Isenheimer Altar (um 1510)

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Christis der Narr - König der  Juden (1973)

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