Universale Eucharistie

Feier des Lebens - Konsekration der „Hostie“ Erde - Lobgesang des Alls

  Eucharistiefeiern unter freiem Himmel, in der Wüste, vor dem Gipfelkreuz des Mitterhorns, bei Sonnenaufgang am See Genesareth u.a. weiten das Herz, schenken ein tiefes Gefühl des Einsseins mit Himmel und Erde, wecken spontanen Jubel und Lobpreis. Der konkrete kirchliche Festraum weitet sich wie von selbst in das unbegrenzte Weltall; das ganze Universum „seit Anbeginn der Welt“ (vor 14 Milliarden Jahren) wird präsent. Mit allen Mächten und Kräften der Schöpfung stimmt man ein in den Lobgesang des Alls. Die traditionelle Feier der Eucharistie wird zur Kosmischen Liturgie.

„Die Figur Christi erscheint; sie zeichnet sich ab inmitten unseres Sternennebels...  Das Universum nimmt die Gestalt Jesu an.“

„Alles um uns herum ist physisch ´christifiziert`, und es kann immer mehr christifiziert werden... Um uns herum wirkt Christus physisch ...  Von der letzten Schwingung der Atome bis hin zur höchsten mystischen Kontemplation ... beseelt der Christus-Universalis unaufhörlich alle Bewegungen der Erde.“  (Teilhard de Chardin)


(Fotomontage: Galaxie und Vision der Hildegard von Bingen)

  Ein beeindruckendes Zeugnis einer universalen Eucharistie-Frömmigkeit hat uns  der französische Geologe, Paläontologe, Priester und Jesuit Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) in seiner Meditation „Die Messe über die Welt“ hinterlassen. Als ihm 1924 auf einer seiner zahlreichen Forschungsreisen in der chinesischen Ordos-Wüste, vermutlich am Festtag der Verklärung, der Metamorphose Christi, „weder Brot noch Wein noch Altar“ zur Verfügung standen, wollte er sich „über die Symbole bis zur reinen Majestät (Essenz) der Wirklichkeit erheben und ... auf dem Altar der ganzen Erde die Arbeit und die Mühsal der Welt darbringen.“ „Ich lege auf meine Patene, mein Gott, die ... erschreckende Mühe der Erde und die Ernte dieses Bemühens. Ich gieße in meinen Kelch den Saft all der Früchte, die heute gekeltert werden.“ (S. 13) Und mit diesen imaginierten stellvertretenden Gaben, der „Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“, bringt er die ganze Menschheit dar, seine „Lieben“ und die unzählbaren „Namenlosen“, zumal diejenigen, die „in ihrem Laboratorium oder in der Fabrik an den Fortschritt der Dinge glauben und heute leidenschaftlich dem Licht nachjagen werden.“ (S. 14) „Alles, was im Laufe dieses Tages in der Welt zunehmen, alles was abnehmen wird ... ist die Materie meines Opfers.“ „Empfange, Herr, diese totale Hostie, die die von Deiner Anziehung bewegte Schöpfung Dir im neuen Sonnenaufgang darbietet.“ (15) 

  Nach der Darbringung aller Aktivitäten und Leiden der Menschheit bittet Teilhard den Herrn, mit ihm die Konsekrationsworte zu sprechen: „Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“. Und er legt seine Glaubenserfahrung offen, dass die Vergöttlichung der Materie durch das WORT, durch den überzeitlichen Logos den gesamten Kosmos einbezieht. Eine „unsagbare Transformation“ hat die „Materie mit Leben geladen“. „In der Berührung mit dem substantiellen WORT ist das Universum, die unermessliche Hostie, geheimnisvoll und wirklich Fleisch geworden. Alle Materie ist von nun an inkarniert, mein Gott, durch Deine Inkarnation“ (20).

„Und jetzt, Jesus, bist Du unter dem Schleier der Materie der Welt wirklich und physisch Alles für mich geworden, Alles um mich herum und Alles in mir.“ Und so geht die Konsekration des Universums über in eine universale Kommunion, in eine mystische Vereinigung mit dem kosmischen Christus durch die geheiligte Materie.

Teilhard de Chardin: Die Messe über die Welt

  Es war das lebenslange Herzensanliegen Teilhards, die Liebe zu Gott mit der Liebe zur Erde zu versöhnen. Einer fruchtbaren Auseinandersetzung mit seiner Synthese von christlicher Botschaft und evolutiver Weltsicht stehen aber auch nach 100 bis 60 Jahren dieselben eingefahrenen kirchlich-christlichen Fühl- und Denkmuster entgegen:

- eine dualistische Spaltung von „Gott“ und Welt,

- die unreflektierte Identifizierung von Kirche mit dem Reich Gottes,

  1. -eine selektive Christologie, die das kosmische Wirken Christi,  „Alles in Allem zu erfüllen“ (Eph 1, 23 u.a.), die „Pleromisierung und Amorisierung des Alls“ durch Ihn kaum beachtet.

Teilhards Synthese von evolutivem Weltbild und Glauben an den Universalen Christus

Barbara Marx Hubbard:

Bewusste Evolution und essentielle Ko - Kreation

Bewusste, ko-kreative Evolution

und Eucharistie als Feier der Konsekration der „Hostie“ Erde

    Über eine Zeitungsnotiz am 6.5.14 wurde ich auf die „Bewusste Evolution" von Barbara Marx Hubbard (geb. 1929) aufmerksam. Dass diese spirituelle Gesamtschau von amerikanischen Ordensfrauen hoch geschätzt und von Kardinal Müller, dem Präfekten der römischen Glaubensbehörde, als „Widerspruch zur christlichen Offenbarung“ verurteilt wurde, machte sie für mich zusätzlich interessant.


  Hubbards Essenz-Erfahrungen und -reflexionen faszinierten mich und haben meine eigenen, durch die Schriften von Teilhard inspirierten  GRUND-An-Sichten weiter enttrübt und vertieft. Nach der Lektüre ihres Buches „Vom Ego zur Essenz. Zehn Entwicklungsschritte auf dem Weg vom Homo sapiens zum Homo universalis, KOHA-Verlag Burgrain 2003" kreisen meine Gedanken und Betrachtungen vor allem um zwei Aspekte:



  1. 1.Ich bin selbst göttliche Essenz (Bewusstsein, Klarheit, Stärke, Vertrauen, Freude, Gelassenheit, Liebe, Frieden, Einssein, Weisheit, Kreativität, Ganzheit...)

Christus - die Sophia Gottes, in der alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind

Kristallkugel, Diamant, Juwel in der Lotusblüte, weißer Stein (Offg 2,17), Kostbare Perle -

Symbole der Göttlichen Essenz und Christusförmigkeit des Menschen und des Kosmos

  1. 2.Ich bin zusammen mit allen bewussten Wesen Ko-Kreator des Universalen Göttlichen GEISTES und wirke mit bei der Erschaffung der universellen Menschheit.


  Barbara Hubbard sieht die momentane globale Situation der Menschheit als eine entscheidende Übergangsphase innerhalb der kosmischen Evolution an. Die relativ kurz andauernde Metamorphose  der menschlichen Spezies zum Homo sapiens (ca. 2 Millionen Jahre) macht zur Zeit einen Quantensprung.

  Wir erleben die Geburt einer planetarischen Menschheit und des „Universellen Menschen". Dieser Neue Mensch (vgl. Eph 4,24; Kol 3,10) weiß sich zu einem höheren globalen Bewusstsein, zu größerer Freiheit und zur Ko-Kreation mit der allgegenwärtigen und omnipotenten kosmischen Intelligenz berufen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Universums wird sich ein über viele Vorstufen entstandenes Wesen seiner göttlich-natürlichen Kraft und Verantwortung als Mit-Schöpfer bewusst. Im Menschen hat sich der göttliche schöpferische GEIST, der allen evolutiven  Erscheinungsformen zu Grunde liegt, zentriert und er will Ausdruck finden in weiteren Entwicklungsstufen des Individuuums und in der Transformation unseres Lebensraumes „Erde" und der Menschheit in eine Neue Erde.

  Zur Zeit wird unser „Blauer Planet“ durcheinandergerüttelt durch erschreckende ökologische und soziale Krisen. Die Menschheit steht vor der Entscheidung (und dieser Ansicht Hubbards wird heute - Sept. 2016 - kaum jemand widersprechen):

- Selbstzerstörung oder bewusste Evolution in Richtung auf mehr Bewusstheit, Freiheit und Einssein in Vielfalt?

- Ko-Kreation im Einklang mit dem schöpferischen universalen GEIST oder weitere Aktivierung destruktiver Ego-Kräfte?

  Trotz einer klarsichtigen Wahrnehmung furchterregender Destruktivitäten auf unserem Globus (Weltkriege, atomare Aufrüstung, Völkermorde und riesige Flüchtlingsströme, Epidemien, zunehmende wirtschaftliche Spaltung in Arme und Reiche, Terrorismus, Zerstörung des Ökosystems) sind beide - Teilhard und Hubbard - tief davon überzeugt, dass  die planetarische Evolution letzten Endes gelingen wird, und dass der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten / - hunderten kein Zusammenbruch, sondern ein Durchbruch bevorsteht. Dabei lässt sich die nicht ausdrücklich theologische Gesamtschau von Marx Hubbard fast nahtlos in die christische Kosmologie Teilhard de Chardins integrieren. Einige fundamentale Einsichten des französischen Naturwissenschaftlers und Ordensmannes hat die amerikanische Visionärin weiter geklärt und vertieft:

Kosmische Liturgie  -  Lobgesang des Alls

Universale Eucharistie  -  Feier des Lebens 

Mystagogische Impulse

Durch die hubbardsche und teilhardsche Gesamtschau des Universums und aus der Sicht einer kosmischen Christologie fällt ein vielleicht befremdendes, aber erhellendes Licht auf die Feier der Eucharistie.

  Für den Natur-Wissenschaftler (Geologie und Paläontologie) und Priester Teilhard de Chardin wurde die Eucharistie wirklich „zur Quelle und zum Gipfel des christlichen Lebens“ (2. Vat. Konzil von 1962-65)) - praktisch und theologisch. Kaum eine seiner Schriften zum „mit-schöpferischen Evolutionismus“ und zur „Amorisierung der Welt“  berührt oder umkreist nicht auch die universale Bedeutung der Eucharistie.

   Dass die Eucharistie- oder Abendmahlsfeier keinen Rückzug in eine antiquierte und sonntägliche Sonderwelt bedeutet, sondern die gelebte Wirklichkeit der Teilnehmer feiert, das, was „uns unbedingt angeht“ (P. Tillich), dass sie weiterhin nicht nur diese kleinen Lebenswelten, sondern das Mysterium der Christogenese der Menschheit und des gesamten Universums liturgisch in Szene setzt, kann in manchen Symbolen, rituellen Handlungen und Gebeten auch der vorgeschriebenen Gottesdienst-Ordnungen aufleuchten und innerlich lebendig werden.

Mystische Erfahrungen Teilhards

1950 fasste Teilhard seinen spirituellen Lebensweg in einer autobiographischen Skizze zusammen: „Das Herz der Materie“. Es wird offensichtlich, dass sein „Denkgebäude“, seine Theorie einer Versöhnung von Christentum und Evolution auf persönlichen mystischen Erfahrungen gründet. Zwei Grundströmungen hebe ich hervor:

  Über mystische Christus-Erlebnisse im Alter von ca. 35 Jahren gewinnt er die Gewissheit, dass es Christus ist, der im Herzen der Materie aufleuchtet. Teilhard, inzwischen zum Priester geweiht (1911), wagt es aber nicht, diese überwältigenden „Großen Seins- oder Essenz-Erfahrungen“ als persönliche Erlebnisse mitzuteilen, sondern versteckt sie hinter einem Pseudonym, vermutlich, weil er Anklagen und Restriktionen wegen pantheistischer Irrlehren befürchtete.

  Die erste Vision überkam ihn vor einem Herz-Jesu-Bild. Das brennende Herz, das Christus den Menschen anbietet, die ganze Gestalt Christi begann vor seinen Augen zu vibrieren, weitete sich aus, und „erreichte schließlich alle Dinge“. „Das ganze Universum vibrierte“. In dem „verklärten Antlitz des Meisters“, in der „prächtigen Tiefe Seiner Augen“ „leuchteten die Lichter aller unserer Schönheiten“, „der Widerschein all dessen, was bezaubert, all dessen, was lebt“. „Diese Schönheit ahnte ich mehr, als dass ich sie wahrnahm“. Seine Empfindungen assoziiert Teilhard mit „unwiderstehliche Anziehung“, „Verlangen“, „Süße“, „Harmonie, die mich völlig sättigte“.

(1916: Christus in der Materie - Das Bild, in: Lobgesang des Alls S. 46-53)

   Unvergesslich blieb ihm auch ein weiteres mystisches Erlebnis der All-Einheit bei einer eucharistischen Anbetung vor der Monstranz. Die Hostie weitete sich plötzlich aus in einem „Strom von Weiße, er ging über mich hinaus und überflutete alle Dinge... Es war, als ob eine milchige Klarheit das Universum von innen erleuchtete... Durch die geheimnisvolle Ausweitung der Hostie war die Welt aufgeglüht - in ihrer Totalität, ähnlich einer einzigen großen Hostie.“ (56) Und Teilhard beschreibt mit poetischen Worten den Vorgang des Verschmelzens von Hostie und Welt. Die „Weiße“, das „Zentrum tiefen Lichtes“ transformiert alles und sammelt „alle im Universum enthaltene Liebeskraft“. „Und nachdem sie alles belebt und geläutert hatte, zog sich die unermeßliche Hostie, beladen mit dem reinsten Honig jeglicher Liebe, in ihr Zentrum zurück.“ (57 f)

(1916: Christus in der Materie - Die Monstranz, in: Lobgesang de Alls S. 54-59)

Galaxy und Hostie in der Monstranz

Teilhards universale Eucharistie - Konsekration der „Hostie“ Welt

   Heutzutage können vermutlich nur noch wenige Christen älterer Generationen die kirchlich-mystische Atmosphäre, in der Teilhard ein glühender Christus-Verehrer geworden ist, nachvollziehen. Besonders in Frankreich  gehörten die Herz-Jesu-Verehrung (Margareta Maria Alacoque !) und die Eucharistische Anbetung  zu den verbreitesten Frömmigkeitsformen der kath. Kirche. Wenn auch von Teilhard wegen fragwürdiger „Begleiterscheinungen“ kritisiert (Herz Jesu - Verehrung: überzogener Sühnegedanken, Verkitschung; Beten vor dem „Allerheiligsten“: Ausgrenzung des Communio-Gedankens), wurden beide Formen einer affektiven Christus-“An-dacht“ von ihm sehr geliebt und wurden vermutlich auch deshalb der Nährboden seiner „Großen Seinserfahrungen“ und seiner universalen Christologie (vgl. auch das „Samadhi-Erlebnis“ von Luise Rinser vor einer Herz-Jesu-Satue unter www.adolf.frahling.de/Web-Site/III._Erwacht.html). Während eine Herz-Jesu-Frömmigkeit zur Zeit nur noch in wenigen kath. Nischen gepflegt wird, scheint die Eucharistische Anbetung, das stille Knieen oder Sitzen vor dem „Allerheiligsten“, vor der geweihten Hostie, dem „Leib Christi“ - so mein Eindruck - wieder neu entdeckt und kultiviert zu werden, vielleicht auch wegen der partiellen Übereinstimmungen mit Zazen und Mandala-Betrachtung.

    Die traditionelle Herz-Jesu-Verehrung, figuriert meist in nazarenisch-kitschigen Jesus-Statuen aus Gips, löste Teilhard aus ihrem engen kirchlichen Kontext und er sah die „brennende“ Liebe Christi nicht mehr als Sühne für die Sünden der Menschheit, sondern als „Flammenzentrum des Universums“ (32), als glühende, kosmische Liebes-Energie eines „feurigen“ Jesus. Ebenso weitete sich für ihn - und viele kontemplative Christen - die geglaubte und imaginierte Realpräsenz Christi, die in der Regel auf die in der Eucharistiefeier konsekrierte Hostie begrenzt wird, aus auf den Erdglobus, auf unsere Galaxie und das gesamte Universum. Die Gaben von Brot und Wein, die primäre Materie des Eucharistie-Sakraments - „verwandelt“ in den „Leib“ und das „Blut Christi“ - wurden für ihn zu Dingsymbolen des kosmischen Leibes Christi. In der Einen Welt im Werden schaute Teilhard immer klarer die umfassende, gott-erfüllte Materie, die „totale Hostie“, die transformiert wird in den „universalen Leib Christi“, in SEIN Pleroma; in dem Milliarden langen Verlauf der Evolution sah er immer gewisser die wachsende Communio von Menschheit und Gottheit, von Materie (und ihren evolutiven „Früchten“: Leben, Bewusstsein, geeinte Menschheit) und „Gott“.

Kosmischer Christus

(Gerhard H. Bücker 1970)

Dreifaltigkeitskirche des

Bergklosters Bestwig

Teilhards universales Eucharistieverständnis:

magische Wirksamkeit des Sakramentes oder

liturgische Inszenierung der alltäglichen Konsekration der Welt?

  Wurzel und Quelle seiner theologischen Synthese von Universo-Genese und Christo-Genese sind Teilhards mystische Einheitserlebnisse und sein Mut, die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Moderne von der Entstehung und Entwicklung des Weltalls mit der kosmischen Christologie des Johannes-Evangeliums und der spätpauinischen Briefe zusammenzudenken.



Zeitgeschichtliche Hintergründe


       Aber er blieb „Kind seiner Zeit“:

- Seine Loyalität als Priester und Jesuit gegenüber Ordensoberen und „Rom“ trotz häufiger lehramtlichen Verurteilungen seiner wissenschaftlich anerkannten Evolutionstheorie und trotz aller beruflichen Restriktionen ist heutzutage nur schwer nachzuvollziehen; zu Lebzeiten durfte keine seiner theologisch-mystischen Schriften, die er größtenteils auf seinen langen Schiffsreisen verfasste, veröffentlicht werden (dennoch kursierten sie in hektographierten Versionen).

(Sehr erschreckt hat mich der amtskirchliche Antimodernismus zu Lebzeiten Teilhards, der neben der Evolutionstheorie auch die historisch-kritische Exegese, die Auffassung einer Dogmenentwicklung u.v.a.m. rigoros als Irrlehren anathematisierte (s. „Syllabus errorum“ von 1864 und „Antimodernisteneid“ von 1910). Die antimoderne Restauration nach dem II. Vatik. Konzil (1962-65) unter den Päpsten Johannes Paul II und Benedikt XVI  hat leider eine vertiefte Reflexion und Weiterführung der evolutiv-mystischen Christologie Teilhards erneut behindert).


-  Auch sein Selbstverständnis als konsekrierender Priester erscheint heute fragwürdig. Manche Passagen in seinen Schriften, z.Bsp. „Der Priester“ (1918) u.a., stellen den Priester als eine Art Magier vor, der durch die von ihm gesprochenen Wandlungsworte „Hoc est corpus meum“ die Konsekration des ganzen Kosmos vorantreibe und verwirkliche. Die magische Verwandlungskraft des Priesters wird von Teilhard überbetont. Den Priestern an der Front des I. Weltkrieges ruft er zu: „Ihr habt die Gewalt (?!) - durch eure Ordination - , die Leiden, die euch umringen und an denen teilzunehmen euer Stand euch gebietet, auf reale Art in das Fleisch und das Blut Christi zu konsekrieren“ (S. 273). „Hoc est Corpus meum. Es ist geschehen. Wieder einmal hat sich dank dem Priester (?!) die plasmatische Macht des Wortes über die Welt gelegt, um ihre Bosheit, ihre Eitelkeit, ihre Unordnung zu besiegen“ (S. 254).

Eucharistie als wirksames Zeichen der Konsekration der „Hostie“ Erde


Auch wenn ich, durch Teilhard de Chardin inspiriert, die kosmische Realpräsenz Christi, seinen Einfluss auf die Transformation des Universums in seinen Kosmischen Leib zunehmend als physisch-real, als die Allerwirklichste aller Wirklichkeiten ansehe, teile ich nicht seinen „magischen Sakramentalismus“, sondern betone stärker die Zeichenhaftigkeit sakramentaler Handlungen:

  Die Konsekration, die „heilige“ Transformation oder Transmutation der Welt wird durch die eucharistische Kultfeier nicht bewirkt, sondern ausgedrückt und in Symbolen und Riten inszeniert und gefeiert.


Ein gläubiges Staunen über die essentielle Gegenwart Christi in jedem Menschen und allen Dingen und Geschehnissen und eine „Große Dankbarkeit“ (griech.: eucharistia) sind Voraussetzung, Grund und Ziel von sakramentalen Symbolhandlungen.

Grundströmungen in Teilhards kosmisch-christologischer Spiritualität


-  ein Gespür entwickeln für das universale „Milieu divin“, die alltägliche Konsekration der Welt in den allumfassenden Leib Christi tief durchschauen, die Evolution als ein heiliges und heiligendes Geschehen erkennen


-  „durch IHN und mit IHM und in IHM“, dem Christus-Evolutor mitwirken an der „Heiligen Evolution“


- die universale und immerwährende Kommunion mit Christus kultisch feiern (in Symbolen präsentieren, besingen, loben ...)


- durch eine lebendige Feier der Eucharistie das Bewusstsein für die universale Kommunion mit Christus durch die Erde entwickeln und die Motivation zur Mitarbeit an der Vollendung des universalen Leibes Christi stärken

Kostbare Patenen aus der 2000-jährigen Geschichte christlicher Liturgie

                                    Prosphora (Hingabe, Opferung, wörtl.: das

                                    Nach-Vorne-Tragen) des individuellen und

                                    globalen Lebens


  Das Zweite Vatikanische Konzil wünschte eine „participatio activa“ aller Tei9lnehmer/-innen. Einige Symbol-Handlungen vor und während der Eucharistiefeier sind besonders geeignet, um das konkret gelebte Leben der Teilnehmer und ihre Mit-Arbeit (Ko-Kreation) an der Transformation der Erde zeichenhaft zu vergegenwärtigen und zur weiteren engagierten Mitarbeit zu motivieren:

                                        Universale Kommunion: in Christus, dem „Herz der Materie“ (Teilhard de

                                        Chardin) einswerden mit Menschheit und Kosmos


  Wenn das Christus-Bewusstsein in mir gewachsen ist, die Überzeugung davon, dass Christus wirklich das „Herz der Materie“ ist, dass er physisch-organisch alle Dingen und Geschehnisse in jedem Augenblick und an jedem Ort beseelt, dann wird auch meine Kommunion-Frömmigkeit materieller und universaler. Christus tritt leibhaftig in den Realsymbolen von Brot und Wein, die ich schmecken und kauen kann, in meine Existenz ein und verwandelt mich in sein Bild, in seine Form. Die Häute, Folien und Schleier, die meine ursprüngliche Christusförmigkeit überdeckt haben, werden wieder transparenter (vgl. S. 33-43: Eucharistie als Selbstwerdung). Diese Christus-Essenz macht das innerste Wesen aller Dinge und auch der Menschen aus, die mit mir „aus dem Einen Kelch trinken und das Eine Brot essen.“ „Unio“, Vereinigung mit Christus ist eine „Comm-Unio“, eine Vereinigung mit Allem und mit Allen in ihrem wahren Wesen, in Christus, „ohne den nichts wurde, was geworden ist“ (Joh 1, 3). Alle Stufen der „Heiligen Evolution durch Christus“ trage ich in mir: Ur-Materie, Feuer und Energie, Licht und Dunkel, Sternenstaub und Weltraum-Leere, vegetatives und animalisches Leben, Bewusstsein und Präsenz des Göttlichen. So bin ich zutiefst im Grund meiner Existenz eins mit Allem, was die kosmische Entwicklung ans Licht gebracht hat. Wenn ich das Brot, den Leib Christi empfange und den Wein, das Lebenselixier Christi trinke, trete ich in den kosmischen christischen Verwandlungsprozess ein. Ich werde bewusstseinsmäßig und physisch eins mit dem Universalen Christus, der alle Materie, alles Leben, alles Seelische und Geistige beseelt, weiter-erschafft und assimiliert in sein Pleroma.

Christus in der Weinpresse

Weizenähren  und Weintrauben wachsen aus dem mystischen Leib Christi hervor

  Wenn der Priester, stellvertretend für die ganze Gemeinde, die eucharistischen Gaben nach oben, zu „Gott“ er-hebt, geben sich die Gläubigen in diese Bewegung hinein und „opfern“ sich Selbst mit Leib und Seele.  Im Ritus der Wandlung lassen sie sich ein in die totale Selbst-Hingabe Jesu, in Sein Sterben und Auferstehen, in seine Kenosis (= Leerwerdung) und Plerosis (= Er-Füllung). Der priesterliche Gestus der Elevation von Hostie/Opferschale und Kelch jeweils nach den Wandlungsworten kann alle Anwesenden dazu animieren, zusammen mit und in Jesus,  in dem verwundeten und verklärten Leib Christi alles Egohafte „dranzugeben“, brüchige Identifikationen aufzugeben und (im Anblick des Kreuzes) das anzunehmen, was das Leben durchkreuzt. Wenn sie das Alles Gott darreichen, ihm opfern, ist das kein bequemer, rituell abgehobener Akt, sondern ein schmerzliches Aufgeben von egohaftem Festhalten und ein vertrauensvolles Sich-Hineingeben in die totale Hingabe Christi. Und darin geschieht die Auferstehung mit Christus, die Heiligung und Verwandlung des individuellen und terrestrischen Lebens.

  „Durch die Prospora des Leibes Jesu Christi sind wir geheiligt (konsekriert) - ein für allemal“ (Hebr 10.10). „Ich ermutige euch, eure Leiber als lebendige, heilige, Gott wohlgefällige Opfergabe darzubringen: das ist euer wahrer und angemessener Gottesdienst. Passt euch nicht den Schemata dieses Äons an, sondern lasst euch verwandeln (griech. metamorphousthe) durch eine Erneuerung des Bewusstseins.“

(Röm 12, 1f)

  Aber nicht nur die Leiden, Geburtsschmerzen und die vielfältige Arbeit an der Vollendung der Welt erhebe ich in der Geste des Priesters zu Gott, sondern auch die Schönheit und den Jubel meines individuellen und des kosmischen Lebens.

                            Bewusste Wahrnehmung von Brot und Wein, der

                            Materie der Konsekration


  Die Liturgie nimmt Grundelemente der Schöpfung, von denen wir leben, und feiert sie bewusst als Zeichen der göttlichen Liebe. Es sind materielle Dinge, Lebensmittel und Kostbarkeiten unseres täglichen Daseins, die Sinne und Herz berühren: Wasser (neues Leben in der Taufe), Brot und Wein (Menschen und Kosmos werden in der Eucharistie Leib Christi), Öl (Salbung und Stärkung in Priesterweihe und Krankensalbung), kostbare Ringe (Liebeseinheit in der Ehe), Atem (Inspiration in Firmung).

  In der 2000jährigen Kirchengeschichte sind die sinnenhaften Essentials des Herrenmahls immer mehr entmaterialisiert und reduziert worden. Das  eucharistische Brot ist (häufig) verkümmert zu einer Papier-Hostie, der Wein tritt kaum ins Bewusstsein der Gläubigen, da er in der Regel nur vom Priester getrunken wird, entgegen der von ihm vorher memorierten Einladung Jesu: „Nehmt und trinkt alle daraus!“ Damit besteht die Gefahr, dass die hautnahe und handfeste Symbolik von Brot und Wein verloren geht. Wenn die Hostie brotiger gebacken ist, und jeder mit dem Wein in Berührung kommt und ihn riechen, schmecken und trinken kann, werden diese Selbst-Gaben Christi den Kommunizierenden auch geistiger Weise eher „in Fleisch und Blut übergehen“. Dann können die Feiernden überzeugter in die Große Danksagung einstimmen, und die Deutung von Brot und Wein durch frühchristliche Kirchenväter, Teilhard de Chardin u.a. ohne theologische Akrobatik nachvollziehen:

 

  Brot und Wein sind Symbole der individuellen und universalen Transformation in den Leib Christi; sie können verstanden werden als Verkörperungen des kokreativen Tuns und des Erleidens mit Christus.

  Je intensiver eine vor der Eucharistiefeier gelebte Wirklichkeit noch präsent ist, umso authentischer kann auch ihre „Prosphora“, ihre „Opferung“ geschehen. Manche erfahren das nach dem Erlebnis einer großen Familienfeier, zumal wenn man sich längere Zeit nicht gesehen hat und mehrere Generationen zusammenkommen.

  Die Pluriformität und Entwicklung eines sozialen Organismus wird in Facetten anschaulich und lebendig: körperliche Veränderungen, neue Partner, nicht-deutsche Sprachen, Erzählungen von Wohnorten außerhalb der Geburtsregion und „was dabei herausgekommen ist“: „Nachwuchs“, berufliche Karrieren, interessante Arbeitsfelder, Hobbies ...

  Das Leben der Jubilarin wird anschaulicher durch gebeamte Fotos, Parodien ...

  Im späteren Verlauf werden dann häufig verborgene Wurzeln und Schichten eines lebendigen Familien-Organismus offenbar: Hintergründe für Abwesenheit, gekappte Vernetzungen, Andeutungen und offenes Ansprechen von familären Tragödien, Feindschaften, Trennungen, Verknotungen, Befreiungsgeschichten...

  Heimgekehrt nach Hause: ein offener Austausch und eine wohlwollende Reflexion des Gesehenen und Gehörten. Leichter fällt der Umgang damit, wenn man nicht direkt in die familiäre Wolle eingesponnen ist.

  Diese ganze lebenspralle Familien-Welt kann ich dann in der sonntäglichen liturgischen Feier ein- und darbringen: mitfühlend, mitleidend und dankbar für den Reichtum des Lebens.

   Wenn der Priester bei der Gabenbereitung Wein (aus gekelterten Beeren) in den Kelch gießt, und Kelch und Brotschale zu Gott erhebt, lasse ich meine Erfahrungen aus der Weinpresse (und der Mühle und dem Backofen) meines alltäglichen Lebens mit einfließen:

  eigene und fremde Widerfahrnisse und Aktivitäten in Beruf, Familie, Nachbarschaft, vergebliches Mühen und erfolgreiches Schaffen - regional und global.

  Ich vergegenwärtige die Schmerzen und Verwundungen der ganzen Menschheit, die mich bedrängen. Ehrlich und vertrauensvoll lege ich alles, was mich bewegt, auf den Altar, auch meine Trauer und Reue. Denn: „Was nicht auf den Tisch kommt, kann nicht verwandelt werden, auch eucharistisch nicht“ (Gotthard Fuchs in CiG 39/2014).

  Zugleich präsentiere ich zusammen mit dem Priester in den Gestalten von Brot und Wein meine Lebensfreude und meinen Jubel, meine Dankbarkeit für Mitmenschen und mein Staunen über die ganze Schöpfung.

                                        die Konsekrationsworte des Priesters mitvollziehen

                                        und universalisieren


  Die Wandlung, die Erinnerung an das Tun und die Worte Jesu im Abendmahlssaal, gilt als Höhepunkt und Mitte der eucharistischen Feier: „Jesus nahm das Brot, segnete es und sprach: Nehmet und esset alle davon. Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Er nahm den Kelch mit Wein und sprach: Nehmet und trinket alle daraus. Das ist der Kelch des Neuen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird.“ Tradtioneller Weise erleben die Teilnehmer die Konsekrationsworte und -gesten eher passiv-hörend. Nach der Wandlung verneigen sie sich ehrfurchtsvoll vor den dargebotenen Gaben. Manche wagen es auch, sich aktiver in die Wandlungsworte des Priesters hineinzugeben mit der Bitte, dass Christus auch über ihr Leben, das sie auf die Brotschale gelegt oder in den Kelch eingefüllt haben, diese verwandelnden Worte sprechen und sie hineinehmen möge in das Geheimnis seines Sterbens und Auferstehens.

  Darüber hinaus ist es legitim und geistlich fruchtbar, als Mitglied des priesterlichen Gottesvolkes zusammen mit dem Priester als „Mund Christi“ die Konsekrationsworte als tiefen Wunsch innerlich mitzusprechen und die eingebrachten Lebenswelten mit-zukonsekrieren, mit-zutransformieren in SEINEN mystisch-kosmischen Leib.

  Wenn ich glaube, dass Alles, was existiert, Zeichen für die verborgene christische Essenz ist, dass  Alles schon Anteil hat an dem fleischgewordenen göttlichen Logos, dass Alles hindrängt zur vollen Offenbarung und Verwirklichung seines Wahren Wesens, zur Essentialisierung des Leib-Christi-Seins, dann vergegenwärtigt die liturgische Wandlung diese universale Metamorphose. Mein Bewusstsein wächst, dass alle Lebenswelten, die ich dargebracht habe, essentielle Elemente des Universalen Leibes Christ sind. Und ich bin neu motiviert, das allumfassende Pleroma Christi durch mein noch so unscheinbares Tun und Erleiden mit-aufzubauen (Ko-Kreation).

  Die Prosphora und der Lobpreis des kosmischen Schöpfertums  Christi  und unserer Ko-Kreation gipfelt in der sog. Doxologie.

Brot und Wein, repräsentative Gaben der schöpferischen Evolution und der menschlichen Mitarbeit, verwandelt in den Leib Christi, in Realysmbole für das Heilshandeln des Universalen Christus, werden emporgehoben und die Worte gesprochen:  „Durch Christus und mit Ihm und in Ihm ist Dir, Gott allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit (= doxa, Lichtglanz) und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen“.

  Diese kurze Szene in der eucharistischen Liturgie hat mich schon immer tief berührt. Bringt sie doch anschaulich und greifbar die Essenz einer universal-christlichen Mystik zum Ausdruck!

„Die mystische Schau tut nichts anderes, denn die universale und sakramentale Konsekration aufzudecken - und das mystische Tun nichts anderes, denn sie zu fördern. Die Welt konsekrieren ... den organischen Einfluss Christi schauen ... mit der Welt kommunizieren, in ihr alle Gelegenheiten des Wachsens ergreifen und in ihr alle Einladungen zum Sterben erleiden - Das macht letzten Endes für den Christen das innere Leben aus.“  (Teilhard de Chardin: Mein Universum S. 78)

In der Doxologie feiern wir die andauernde universale Wandlung „durch, mit und in Christus“. Lobpreisend und dankerfüllt bringen wir den Reichtum unseres Lebens und das Wunder der gesamten Kosmogenese vor „Gott“. „Nihil extra Christum - nichts ist außerhalb von Christus“. „Alles und in Allem: Christus“  (Kol 3, 11).

  Neben dualistischen und ab- und ausgrenzenden Tendenzen (Gott als himmlischer Ruheständler oder durch Opfer zu besänftigende Gottheit; Kirche als alleinige Heilsvermttlerin u.a.) haben sich in der kath. Liturgie - Gott sei Dank - auch Elemente einer wahrhaft allumfassenden, pan-christischen Theologie erhalten. Das sog. Eucharistische Gebet oder Hochgebet in der Mitte der Feier ist umrahmt von zwei Lobgesängen auf die ganze Schöpfung, von der Doxologie (s.o.) und der sog. Präfation. Stehend stimmen die Gläubigen in dieses Große Danklied ein: „Erhebet die Herzen!“ „Wir haben sie beim HERRN!“ „Lasset uns danken dem Herrn unserm Gott!“ Hymnisch-feierlich werden dann die „Großtaten“ Gottes besungen und gepriesen. Der Lobpreis Gottes und der Dank für sein Wirken durch, mit und in Christus mündet in die Worte „Darum preisen wir dich mit den Chören der Engel (und vereint mit Lebenden und Verstorbenen und mit der ganzen Schöpfung) und singen das Lob deiner Herrlichkeit.“ Irdischer und himmlischer Lobpreis fließen zusammen in die Eine kosmische Liturgie.

Fotomontage: Ein Blick vom Mond auf unseren blauen Planeten Erde,

der allmählich transformiert wird in die „Neue Erde“ (Offg 21), in das Pleroma Christi -

und eine Vision der Hildegard von Bingen „Heilige Dreifaltigkeit“ (1165): GRUND-Christus-GEIST (Ausschnitt)

  Eins, EIN Leib werde ich aber nicht nur mit den mitfeiernden Christen neben mir und auf allen Erdteilen, sondern zusammen mit Muslimen, Schwarzen, Chinesen, Politikern und Kindern, Reichen und Armen, Freunden und Feinden .... Diese unzerstörbare essentielle Verbundenheit mit allen Menschen in Christus, die schon immer vor und außerhalb einer jeden sakramentalen Feier besteht, verdichtet sich und kann so neu bewusst werden in der eucharistischen Kommunion, im Empfang der konsekrierten Schöpfungsgaben. Und so kann ich in der Stille nach der Kommunion verweilen in dem beglückenden Bewusstsein, tagtäglich in der Fülle Christi („Pleroma“) leben zu dürfen, im tiefsten Grund eins zu sein mit den Wundern und Leiden der Schöpfung.


"Empfangt, was Ihr seid - Leib Christi.

Werdet, was Ihr empfangt - (kosmischer) Leib Christi."
(Aurelius Augustinus (354-430)

  In den Lobgesang des Alls einstimmen - das ist eine der vornehmsten und beglückendsten (Auf-) Gaben der Eucharistiefeier. Der Wert von Kirchenmusik und Gesang für Lebensfreude und spirituellen Fortschritt ist unschätzbar. Ist doch für den, der wirklich sehen und hören kann, die Welt voller Klang und Gesang! Und die eucharistische Liturgie nimmt den „Lobgesang des Alls“ (genetivus subjectivus!) ausdrücklich auf und stimmt vielstimmig in ihn ein und vereint ihn mit dem eigenen Lobgesang auf die Wunder des Universums.

Vision der Hildegard von Bingen:

Himmlischer Lobgesang erfüllt den Goldenen Kosmos

ALLES dreht sich um den Weißen Kreis, das unaussprechliche Mysterium

22. Okt. 2014 / 16

Fr. Seán ÓLaoire

Eucharistic Prayer of the Cosmos

https://www.youtube.com/watch?v=ffp7BdN2fIw

„Hört die Stimme des Herzens: Werdet Priesterinnen und Priester der kosmischen Wandlung.“

(Pia Gyger + 14.07.2014)

In dieses evolutive Weltbild integrierte Teilhard de Chardin die Essentials seines christlich-katholischen („das Ganze beachtenden“) Glaubens:


  1. -Ursprung, Gestaltungsenergie und Ziel der universalen Genese ist Christus, der göttliche „Logos, durch Den Alles geworden ist“ (Joh 1, 3); er ist das „Alpha und das Omega, der Uranfang und das Ziel“ (Offg 22, 13), der Lebendige „Christus-universalis“ und „Christus-evolutor“. Christus ist die Wirklichkeit der Wirklichkeiten, in Allem ist ER physisch-organisch präsent und wirksam. 

  2. -Ziel der gesamten Evolution ist der vollendete kosmische Leib Christi, der bis zum Ende der Zeiten heranwächst - in der momentanen evolutiven Phase der Anthropogenese durch die Ko-Kreation des Menschen zusammen mit dem Christus-Evolutor. Das verborgene wahre Wesen der Kosmogenese ist Christogenese.

  Barbara Marx Hubbard zeichnet sehr überzeugend ihre persönliche Entwickung nach, die Verschiebung ihrer Identität von einer egozentrierten Persönlichkeit zu dem göttlichen essentiellen Selbst, das sie selbst und jede/r ist im innersten Wesen, das sie mit „Meine Geliebte" anspricht, die sie jeden Morgen in ihrem inneren Heiligtum, ihrer „Rosenkammer" aufsucht, deren Präsenz sie den ganzen Tag spürt, der sie die Führung ihres Lebens überlässt und die sich immer offensichtlicher im Gesamt ihrer Persönlichkeit inkarniert.

  „Zuvor (d.h. vor ihrer „Geburt" mit 69 Jahren) hatte ich diese Präsenz in mir als Christus oder Gott erfahren, doch jetzt ... schien sie wirklicher und greifbarer zu werden. Sie schien ich selbst zu sein!" (S. 60f) Diese vorsichtige Beschreibung wandelt sich dann in mutige Selbst-Aussagen: ICH BIN Essenz, ICH BIN Liebe, Weisheit, Vertrauen, Mut, Kraft. Ich bin eins mit Allem, was ist (S. 108, 101 u.a.).

  In christlichen Kreisen wird ein solches Selbst-Bewusstsein immer noch als Todsünde, als hochmütiges und stolzes Aufbegehren gegen „Gott“ verteufelt. Ein Wort des Heiligen Kirchenlehrers Augustinus könnte da eine andere (hubbardsche) Perspektive eröffnen: „Wir sind nicht nur Christen geworden, sondern Christus selbst. Steh fest und staune voll Freude: wir sind Christus geworden! Christus spricht in uns, betet in uns, leidet in uns, lebt in uns: wir sind ER selbst (nos ipse sumus).“ 

(Johanneskommentar 21.8)


  Unsere individuelle und planetarische Lebensaufgabe besteht darin, der Christus-Essenz in uns selbst und in der globalen Kultur Transparenz und Ausdruck zu verleihen.


  1. 1. Jede umfassende Sinndeutung kann heute nur innerhalb eines Modells der Evolution des Universums glaubwürdig geleistet werden.


  1. 2. Zum ersten Mal in der Universalen Geschichte ist ein Wesen - die zu Bewusstsein erwachte menschliche Spezies - zur Ko-Kreation an der Vollendung der Evolution berufen und das bedeutet in der heutigen krisengeschüttelten Übergangsphase: mitzuwirken an der Personalisierung (Entwicklung von Höherem Bewusstsein, Selbstbestimmung, Freiheit des Einzelnen) und an der Vereinigung der planetarischen Menschheit.


  1. 3. Unbedingte Voraussetzung für ein Gelingen dieses globalen und universalen Prozesses  ist die individuelle Transformation von einer egozentrierten Persönlichkeit zum essentiellen Selbst. Das gilt in besonderem Maße für diejenigen, die offiziell oder verborgen die Geschicke unseres Planeten oder kleinerer Lebenswelten lenken.


  1. 4. Gläubige Christen, die sich bewusst engagieren für eine Erneuerung regionaler und globaler  Lebenswelten, werden sich der universalen christischen Weltsicht Teilhards öffnen. Seine Überzeugung von einer Verwandlung der Erde und des ganzen Universums in die „Neue Stadt Gottes“, in den universalen Leib Christi könnte ihr gesellschaftliches Engagement beflügeln. Solange die christl. Kirchen allerdings ihre dualistisch-statischen, moralistisch-weltfremden Paradigmata nicht wechseln, werden weiterhin viele selbst-verantwortende Christen die Kirchen verlassen. Für immer mehr spirituell Suchende würde damit das Erlebnis einer lebendigen Eucharistiefeier ausfallen und folglich ein wichtiger Zugang zu einer mystisch-sakramentalen Weltfrömmigkeit. 


  1. 5. Eine Theologie der „Bewussten Evolution“ und „Ko-Kreation“ (Hubbard) bzw. einer „Unio creatrix“ (Teilhard) betrachtet Schöpfung, Menschwerdung, Erlösung und Vollendung nicht als voneinander abgetrennte Phasen, sondern als Facetten des Einen Heilshandelns „Gottes“, sozusagen als prismatische Farben des einen gottfarbenen evolutiven Prozesses (Teilhard: „Heilige Evolution“). Das göttliche Wirken kann nicht aufgeteilt werden. Die Erschaffung durch Gott, die Fleischwerdung des göttlichen Logos, die Inspiration durch den göttlichen GEIST und die Pleromisierung des Alls dauern an und „erfüllen“ (Eph 4,10) jeden Augenblick der universalen Geschichte.

Vom Ur-Knall (vor 14 Milliarden Jahren) zur Bildung von Galaxien und Sonnensystemen, zur Abkühlung des Feuerballs „Erde“, Entstehung von organischen und animalischen Leben und zur Entwicklung des Homo sapiens

  „Und allmählich begann diese berühmte Konsistenz, die ich bis dahin im Harten und Dichten verfolgt hatte, mir in Richtung eines überall ausgebreiteten Elementaren aufzuscheinen -

dessen Allgegenwart selbst Unzerstörbarkeit ausmachte“ (HdM 34). Eine leidenschaftliche Liebe zur Materie und zum Universum bildet von Kindesbeinen an den Grundstrom des vitalen Interesses Teilhards. In den Jahren des Theologie- und Geologiestudiums wächst sein Bewusstsein von der universalen Evolution und speziell von der Emergenz, dem Auftauchen von Geist aus dem Ozean der Materie. Diese Einsicht bedeutet für Teilhard ein einschneidendes Befreiungserlebnis: „Materie und Geist sind zwei Gesichter ein und desselben kosmischen Stoffes“. Der bisherige, aus seiner religiösen Sozialisation übernommene „Dualismus löste sich auf wie ein Nebel vor der aufgehenden Sonne“. Die bislang als Widersacherin des Geistes abgewertete Materie, die er aber immer instinktiv als göttlich und heilig verehrt hat, darf er nun als „Gebärmutter des Geistes“ verstehen. „Der Geist - ein höherer Zustand der Materie“ (54).

  Mit 19 Jahren wird Teilhard Novize des Jesuitenordens, der Societas Jesu (SJ). Immer unausweichlicher bedrängt ihn das Problem: Wie ist eine leidenschaftliche Liebe zur Erde mit einer brennenden Hingabe an Jesus zu vereinbaren? Wie ist die kath. Glaubenslehre mit den Erkenntnissen der modernen Geologie / Paläontologie in Einklang zu bringen?

  Alles, was aus Eisen bestand, sammelte das Kind Pierre. Das Dauerhafte, das Unveränderliche, die Konsistenz in dem Metall fesselte ihn. Als er „eines Tages feststellt, dass Eisen rostet“, verlagert sich sein Interesse auf Steine, Mineralien, Kristalle und später auf die Schichten der Erde. Dieses ursprüngliche intuitive Sich-Hingezogen-Fühlen zur konsistenten Materie bildete die Wurzel  seiner Leidenschaft für die Erforschung der Erde und ihrer Innenseite, ihrer Essenz.

1. Seine frühzeitige und bleibende Faszination durch Materie

(Eisen, Steine, Erdschichten, Kosmos)

  Die Disposition auf eine mystische Weltfrömmigkeit hin, die Liebe zur Erde habe er von seinem Vater geerbt, durch den Einfluss seiner Mutter sei eine brennende Liebe zu Jesus, dem Mensch gewordenen Göttlichen Logos, Christus, entflammt worden. Die Versöhnung dieser beiden Antipoden wurde für Teihard zum zentralen Lebensthema. Er schreibt: „Ich war sicherlich nicht mehr als sechs oder sieben Jahre alt, als ich anfing, mich von der Materie angezogen zu fühlen - oder genauer durch etwas, das im Herzen der Materie aufleuchtete.

  2.  Mystische Erfahrungen des Kosmischen Christus

  Seine mystischen Erfahrungen vor dem Herz-Jesu-Bild und dem Schaugefäß mit Hostie wertet  Teillhard in seiner Einführung als „Intuitionen“, die sich kaum in Worte fassen ließen, „durch die es in meiner Seele licht geworden ist, als ob sich ruckweise ein Vorhang gehoben hätte“, als  „eine kraftvolle Schau“, die nach und nach zu der Gewissheit führte, dass „das machtvolle und vielfältige Universum für mich die Gestalt Christi angenommen hat“. (45)

  Nach seinem Tod (1955) fand man auf seinem Arbeitstisch ein Bild Christi mit einem brennenden, ausstrahlenden Herzen, das Teilhard auf Vorder- und Rückseite beschrieben hatte. Die Litanei endet mit den Worten: „Herz Jesu, Herz der Evolution, vereine mich mit Dir.“       (Mein Glaube, Bd. X. S. 290)

  „Ist nicht der unendliche Kreis der Dinge die endgültige Hostie, die Du, mein Gott, verwandeln willst? Ist nicht der überschäumende Schmelztiegel, darin sich die Tätigkeiten jeder lebendigen und kosmischen Substanz vermengen und sieden, der Schmerzenskelch, den du zu heiligen wünschest?“ (Der Priester S.251)

  „Christus übt mit der ganzen Oberfläche und Dichte der Welt seinen lebendigen Druck aus. Er umhüllt uns und knetet uns in jedem Augenblick durch alle Passivitäten und Begrenzungen unserer Existenz.“ (Mein Universum S.66)

  „Die mystische Schau tut nichts anderes, denn die universale und sakramentale Konsekration aufzudecken - und das mystische Tun nichts anderes, denn sie zu fördern. Die Welt konsekrieren ... den organischen Einfluss Christi schauen ... mit der Welt kommunizieren, in ihr alle Gelegenheiten des Wachsens ergreifen und in ihr alle Einladungen zum Sterben erleiden - Das macht letzten Endes für den Christen das innere Leben aus.“  (MU 78)

  Darin sehe ich auch die Wirksamkeit der eucharistischen Zeichenhandlung: dass die Mitfeiernden sich ihres Vertrauens in die omni-temporäre und omni-ubiqitäre Realpräsenz Christi vergewissern, sie feiernd und lobpreisend vergegenwärtigen und sich neu motivieren, die Wandlung der Welt in das Pleroma Christi bewusster und entschlossener mitzugestalten.

1. Korn und Weinbeere: zermahlen und gekeltert werden

Ignatius von Antiochien, Bischof in Syrien, der in Rom um 115 n. Chr. den Martyrertod erlitt, deutete sein Leben durch eine Allegorie der Brot-Entstehung.

„Frumentum Christi sum" ist das bekannteste Zitat aus seinen Briefen. „Weizenkorn Christi bin ich. Ich muss zermahlen werden, um reines Brot Christi zu werden“. Mein Leben ist wie ein Weizenkorn, das gestoßen und zerrieben wird, damit es - von Seinen Händen geknetet und im Ofen des Lebens gebacken - zusammen mit vielen anderen Körnern - Brot werde (für alle).

Jesus: „Wenn das Weizenkorn stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12,24)

Teilhard de Chardin: „Durch alles, was in mir besteht und widerhallt, durch alles, was mich von innen weitet, mich von außen anreizt, mich anzieht oder mich verwundet, arbeitest Du an mir, Herr - Du modellierst und vergeistigst meinen gestaltlosen Ton, Du wandelst mich in Dich.“

(Der Priester S. 262)

„Weinbeere Christi bin ich“, gesammelt mit anderen, getreten und gekeltert, damit ich köstlicher Wein werde, der des Menschen Herz erfreut.


2. Brot und Wein sind Ding-Symbole unserer ko-kreativen transmutierenden Arbeit in der Weinkelter und im Feuerofen unseres Alltags. In der Eucharistiefeier kann ich die Verwandlung meiner Person und meiner kleinen Lebenswelt - durch aktives Tun und durch Erleiden - in den Symbolen der eucharistischen Geben bewusst einbringen und ausweiten auf die gesamte Kosmogenese.


3. Brot und Wein sind das Ergebnis einer mühevollen Arbeit. Viele Menschen sind beteiligt an der Ernte, an der Verarbeitung der Körner und Beeren zu Mehl und Most, an der Veredelung zu köstlichem Wein und Brot. Diese aktive Transformation durch Bauern, Winzer, Müller und Bäcker und schließlich die sakramentale Transsubstantiation von Brot und Wein in den Leib Christi wird in einer „Universalen Eucharistie“ zur Materie, zum Bild einer kosmischen Verwandlung. In den eucharistischen Gaben wird die gesamte Metamorphose des Weltalls präsent: von der Ur-Materie über die Entwicklung von Leben und Bewusstsein hin zu einer geeinten und freien Universellen Menschheit, zum kosmischen Leib und Pleroma Christi.


4. Viele Körner - ein Brot, viele Beeren - ein Wein - ein Leib:

eindrucksvolles Zeichen der untrennbaren Einheit von Allem, was existiert. Ich bin aus Sternenstaub gemacht und physisch mit allen Menschen verbunden. Die gesamte Evolution drängt hin zur Metamorphose in den kosmischen Leib Christi, in das göttliche Pleroma.


5. Eine solche universale Christogenese ist wahrlich Grund für die „Große Danksagung“ (griech.: eucharistia).

  Manche Gemeinden stellen einen Gabentisch in den Eingangsbereich des Kirchenraumes. Beim Eintritt können die Gottesdienst-Besucher eine Hostie in eine Schale oder auf eine Patene legen. Gut, wenn sie mystagogisch vorbereitet sind und in dieser Geste sich Selbst und ihre konkrete Lebenswelt authentisch und wahrhaftig einbringen. 

  Auch die bewusste Inszenierung einer Gabenprozession animiert dazu, darüber nachzudenken, welche „Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit“ ich persönlich zum Altar trage. Die Vielfarbigkeit und der Reichtum der Schöpfung wird traditioneller Weise am Erntedankfest besonders beeindruckend eingebracht; schön, wenn nicht nur agrarische Erzeugnisse, sondern auch industrielle Produkte und wissenschaftliche Entdeckungen im Altarraum aufgetischt sind.

  Worin besteht meine „Prosphora“, meine Opferung? „Pros-phora“ heißt wörtlich übersetzt „nach vorne tragen“. Was bringe ich dar aus meinem eigenen Leben und dem Leben meiner Familie, meiner Nachbarschaft und der ganzen Menschheit? Was sind meine Herzens-Anliegen, die ich IHM übergebe und IHM ans Herz lege, damit ER sie aufnehme und verwandle?

  Seine geologischen und paläontologischen Forschungen „im Gelände“ und in „Denkwerken“ bestärkten Teilhard in seiner Gewissheit, dass

  1. -das Universum und unser Planet eine Werdewelt ist, die sich in riesigen Zeiträumen aus Ur-Materie über Geogenese, Biogenese, Anthropogenese entwickelt hat und immer weiter entwickeln wird. In der bisherigen Evolution über 14 Milliarden Jahre hin erkannte er

  2. -Grundlinien: eine fortschreitende Verlebendigung und Vergeistigung der Materie, die in der menschlichen Spezies zu einer wachsenden Personalisierung und Vereinigung führt und konvergiert in einen planetarischen, ja kosmischen Endzustand von Reinem Bewusstsein, Liebe und Glückseligkeit (sat-chit-ananda).

Selbstzerstörung oder Kreation einer Neuen Menschheit

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Die Diaphanie Christi in Allem wahrnehmen

Interdependenz einsehen und

Dankbarkeit (griech.: eucharistia) einüben

Schöpfungsgeschichte fortschreiben

Christifizierung kleiner und großer Lebenswelten


Kosmogenese und Anthropogenese als Christogenese

und Aufbau der „Neuen Stadt Gottes“ verstehen

(Teilhard de Chardin)

Elevatio bei Gabenbereitung, Wandlung und Doxologie:

sich Selbst und Mikro- und Makrokosmen darbringen,         

„drangeben“, opfern

Te Deum laudamus - wir loben Dich o Gott. Orbis terrae te laudat - der Erdkreis lobt Dich Gott. (Peter Janssens: Elisabeth v. Th.)