Verstocktes Herz  -  verdorrte Hand

Bibliodrama / Diamantener Weg des Herzens (A.H.Almaas)

I.  Die Heilung des Menschen mit einer verdorrten Hand (Mk 3, 1-6)

  Menschen, die sich mit Herz und Hand auf die Wirklichkeit einlassen, sich berühren lassen von Leiden und Not, im Herzen mitfühlen und Selbst bewusst und mit Fingerspitzengefühl hand-eln, haben immer beeindruckt und Nachahmer gefunden. Auch nach 2000 Jahren wird an Jesus aus Nazareth oder an Buddha die überzeugende Harmonie  von Geist, Körper und Seele, von Herz und Hand bewundert.

  Und abermals kam Jesus in eine Synagoge.

Und dort war ein Mensch mit verdorrter Hand. Und sie lauerten ihm auf, ob er am Sabbat ihn heil machen werde - um ihn dann verklagen zu können.

  Und Jesus sagt zum Menschen mit der verdorrten Hand: Stehe auf in die Mitte!

  Und zu ihnen sagt er: Ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun oder Übles zu tun, Leben zu retten oder zu töten?

Sie aber schwiegen.

Da blickt er voll Zorn sie rundherum an, voll Trauer ob der Starre (Verstockheit) ihres Herzens, und sagt zu dem Menschen: Streck die Hand aus! Er streckte sie aus - und wiederhergestellt ward seine Hand.

  Die Pharisäer gingen hinaus und wollten gleich mit den Herodianern einen Beschluss gegen ihn fassen, wie sie ihn zugrunde richten könnten.

  Wie gehen wir modernen Mitteleuropäer heute mit dieser alten in Griechisch verfassten Geschichte aus einer semitischen Kultur um?

  Mein naives wortwörtliches Textverständnis, heute noch fraglos  in fundamentalistischen Kreisen angewendet, wurde im Studium durch die historisch-kritische Exegese radikal hinterfragt. Diese wissenschaftliche Methode betrachtet den Text primär als Dokument der Vergangenheit, untersucht die  Entstehungsfaktoren und interessiert sich hauptsächlich für die formale und sprachliche Gestaltung - eine wissenschaftlich verkopfte, ungefährliche Beschäftigung mit der Bibel. Ihre primäre Frage lautet: „Was wollten die Autoren, die Evangelisten damit aussagen?“ und nicht: „Was sagt die Bibelstelle mir heute?“ In meinem Religionsunterricht der 70-ger Jahre analysierten die SchülerInnen ausgewählte Jesusgeschichten zunächst nach redaktionsgeschichtlichen Aspekten. Gattungstypischer Aufbau, Zweiquellentheorie etc. waren Hauptinhalte, bevor religionspädagogische Umsetzungen bedacht wurden. Die Struktur, das tote Skelett des Textes wurde in den Blickpunkt gerückt, seine konkrete Lebensfülle ausgeblendet.

  Anfang der 80-er Jahre faszinierten mich die tiefenpsychologischen Deutungen von Märchen und Bibeltexten durch Eugen Drewermann. Eine existentiellere Textbegegnung tat sich auf. Sie ergänzte oder ersetzte sogar die bislang gewohnte historisch-kritische Textauslegung. Lehrer und Schüler konnten das Verhalten der Handlungspersonen tiefgründiger durchschauen und sich selbst mit ihren eigenen spezifischen Wahrnehmungs-, Fühl-, Denk- und Verhaltensmustern in ihnen wiederfinden. 

Methoden der Rezeption biblischer Erzählungen

  Da feiert ein Mensch (griech. anthropos wird meistens mit „Mann“ übersetzt, aber es kann auch eine Frau sein; es ist also ein Mensch wie Du und Ich) am Sabbat in einer Synagoge die wunderbaren Taten Gottes. Er hat sich hierher getraut trotz seiner Behinderung. Seine (rechte ?) Hand ist wie verdorrt, ausgetrocknet, abgestorben, abgeschnitten vom Leben. Mit den Jahren ist er hand-lungsunfähig geworden. Er packt das Leben nicht mehr an; aus dem lebendigen Prozess des Nehmens und Gebens hält er sich heraus. Als er seinen Berührungsängsten Macht überließ, gewöhnte er sich an sein scheinbares Unvermögen, Menschen und Dinge zu berühren und sich von ihnen anrühren zu lassen. Die Muskulatur seiner Hand verspannte und versteifte sich. Nun fühlt er sich kaum noch in der Lage, eigenhändig und selbstständig zu handeln.

Verstocktes Herz - verdorrte Hand

Integrierte Spiritualität: Biblische Erzählungen - Bioenergetik -

Diamantener Weg nach A.H.Almaas

Wie wird es gelingen, ihre verstockten Herzen und ihre verdorrten Hände zu öffnen?

Wie die Kapsel um ein verschlossenes Herz sprengen?

Wie ein Herz aus Stein transformieren, oder besser: re-formieren in ein Herz aus Fleisch?

Und:

Wie eine verdorrte, ausgetrocknete Hand bewässern und zum Leben erwecken?

Wie einem hand-lungsunfähigen Menschen zu eigenständigem Hand-eln

ohne Berührungsängste  verhelfen?

Wie eine gesunde Balance zwischen Herz und Hand, Leib und Seele,

Innen und Außen zurückgewinnen?

A.H.Almaas

  Während unserer Kindheit haben wir nach und nach den Kontakt zu unserer Herz-Mitte, unserem ursprünglichen Wesen, zu unserer Essenz verloren. Wir verdrängten und vergaßen bestimmte Aspekte unseres ursprünglichen göttlichen Seins (Liebe, Stärke, Vertrauen, Frieden, Einssein, Mitgefühl, Freude, objektive Präsenz und Klarheit), um uns vor Verletzungen und Enttäuschungen zu schützen und um die Liebe zu bekommen, die wir zum Überleben brauchten. Echte Gefühle (Wut über Liebesentzug u.a.) wurden unterdrückt, was den Energiefluss blockierte und blockiert und sich in chronischen Muskelverspannungen, verstopften Energiezentren (Chakren, Lataif) und anderen Störungen in der Körperschicht („verdorrte Hand“) ausdrückt.. Die durch den Verlust von Essenz entstandene Leere („Löcher“) füllten wir durch Ersatzformen, die scheinbar unsere Persönlichkeit, unsere Ich-Identität ausmachen, und von der wir meinen, dass sie unser wahres Selbst sei.

  Unsere therapeutische Lebensaufgabe besteht nun darin, sich des schmerzhaften Verlustes oder besser: der Verdunkelung essentieller Qualitäten und Begabungen bewusst zu werden, die Illusionen unserer Scheinwirklichkeit zu durchschauen und die einzelnen Aspekte der im Grunde nie verlorenen Essenz (Liebe, Stärke, Vertrauen, Frieden, Einssein, Mitgefühl, Freude, Klarheit u.a.) - die „Regenbogenfarben des Diamanten“ -  wieder aufzudecken und dadurch zurückzugewinnen.

Das verstockte Herz der Schriftgelehrten und Pharisäer

  In einer bibliodramatischen Umsetzung der Heilungsszene von Markus (3. 1-6) wird meistens schon in der „Spielphase" offensichtlich, dass eine Unterscheidung zwischen Kranken (Mann mit der verdorrten Hand) und Gesunden (Schriftgelehrte und Pharisäer) nicht aufrecht erhalten werden kann. DIe Teilnehmer, die die Rolle der Schriftgelehrten übernommen haben, bringen in ihrer dramatisierenden Darstellung tiefere, verborgene Schichten dieser Personen „ans Tageslicht", was in der anschließenden Reflexionsphase etwa durch Interviews noch bewusster wird.

  Die Schriftgelehrten zitieren in manchen Gottesdiensten auch Jesaja 6, 9-11: „Verfettet (verhärtet, verstockt) sind ihre Herzen, verstopft ihre Ohren, verklebt ihre Augen, sodass ihr Herz nicht zur Einsicht kommt, sie sich nicht bekehren und sie nicht geheilt werden“, beziehen aber diese göttliche Diagnose und Warnung nicht auf sich selbst.

  Ihre non-verbalen Reaktionen zeigen an, dass sie im Herzen trotzig, bockig, eigensinnig, störrisch, unbelehrbar, unzugänglich, verbohrt, widerborstig, widerspenstig, aufsässig, dickköpfig, halsstarrig, starrköpfig, stur, uneinsichtig, unversöhnlich, erstarrt, hart geworden sind.

  Die Bioenergetik spricht von einer rigiden Charakterstruktur. Tiefere Ursachen für diese auffälligen Abwehrreaktionen sieht sie in frühkindlichen Verletzungen

Wie wird es gelingen, ihre verstockten Herzen und ihre verdorrten Hände zu öffnen?

Wie die Kapsel um ein verschlossenes Herz sprengen?

Wie die Fettschichten um ein verfettetes Herz abschmelzen?

Wie den Eispanzer um ein erkaltetes Herz auftauen?

Wie die Dornenhecke um ein gekränktes Herz lichten?

Wie ein Herz aus Stein transformieren, oder besser: re-formieren in ein Herz aus Fleisch?

Heilung eines verstockten Herzens

  In Joh 8 wird erzählt, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau beim Ehebruch ertappt haben und nun steinigen wollen.  Ihnen ist nicht bewusst, dass ihr Vorhaben, im Namen Gottes eine Frau mit Steinen zu bewerfen und zu töten, aus einem versteinerten Herzen stammen könnte.

  Als sie von Jesus ein moral-theologisches Urteil erwarten, beugt dieser sich nieder und schreibt mit den Fingern auf die Erde. Schließlich spricht er sie an: „Der von euch, der ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“

  Daraufhin schleichen sie davon, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst.

  Die Re-formation des verstockten in ein „hörendes“ (1 Kö 3) und mitfühlendes Herz, die Einsicht in die Brüchigkeit der antrainierten Ego-Identität und das Gewahrsein und Wiedergewinnen von Essenz könnte vielleicht erfolgen, wenn man einer persönlichen Krise nicht mehr ausweichen kann, wenn das Leben einen „vom hohen Ross“ wirft und man am Nullpunkt angekommen ist. Solche Grenzerfahrungen ließen uns vielleicht unsere innere Leere, den verdrängten Mangel an Essenz  spüren und annehmen und die Verstockung des Herzens allmählich lösen. Vielleicht „trifft“  die „Schriftgelehrten“, die wir als rechthaberische oder rebellische Schattenseiten alle in uns tragen, eines Tages ein Wort Gottes „bis ins Herz“ und „sie kehren um und lassen sich heilen“ (Jes 6,9). Oder wir begegnen einem Menschen, der uns unaufdringlich mit unserer eigenen Wahrheit konfrontiert (s. Jesu Umgang mit den Ältesten bei ihrer geplante Steinigung der Ehebrecherin). Ein Heilungsprozess könnte auch in Gang kommen, wenn wir einem Anderen zu vertrauen wagen (s. das nächtliche Gespräch des Nikodemus mit Jesus in Joh 3), und das - in der Kindheit so arg enttäuschte - Verlangen nach Intimität und Lebensfreude gestillt wird.

  Wozu unsere Hände nützlich und nötig sind, erleben wir alltäglich, allstündlich, allminütlich. Bibliodramatische Annäherungen machen diese Erfahrungen bewusster.

  Hände sind - neben der Haut - das vornehmlichste Medium des Tast- und Fühlsinns des Menschen, der die Wurzel aller Sinneswahrnehmungen bildet und am differenziertesten ausgeprägt ist; alle übrigen Sinne beruhen auf dem Tastsinn. Unsere taktil-haptische Wahrnehmung ist eng verbunden mit einer ganzheitlichen Sensibilität; über die Haut besonders unserer Fingerspitzen fließt sie über in eine Tiefensensibilität: in unserem Herzen fühlen wir uns angerührt von Musik (Hör-Sinn) und finden Geschmack an Menschen, Natur und Kunst (gustatorischer Sinn). Voll Zärtlichkeit nehmen wir einen geliebten Menschen wahr, mit unseren Blicken streicheln wir ihn gleichsam (Seh-Sinn). Manchmal riechen wir den Duft, das Aroma von Essenz.

  Im Wort „berühren“ kommt diese Vielschichtigkeit zum Ausdruck. Es meint den körperlichen Kontakt über die Haut, über unsere Hände, der Wärme, Nähe, Zärtlichkeit, Intimität vermittelt, und eine psychische Erfahrung: etwas geht uns unter die Haut, wir fühlen uns innerlich angerührt.


Der Mensch mit der abgestorbenen, erstarrten Hand fühlt sich unfähig, das Leben zu berühren und zu ergreifen.

Welche Erfahrungen mögen zu dieser kaptativen Gehemmtheit geführt haben? Die Erklärung von Eugen Drewermann scheint mir plausibel zu sein:

  „Im Fall der Lähmung der rechten Hand muss man psychodynamisch von einer Angst ausgehen, die chronisch den Gebrauch der bewussten Handlungsseite verbietet, so wie wenn unsichtbar stets jemand neben dem Kranken stünde und ihn für jede Regung seiner ´bösen` Hand schlagen würde. Was eigentlich durch Lähmung unterbunden werden soll, geht aus dem Text freilich nicht hervor; ... es böten sich allerdings sexuelle Handlungen oder auch bestimmte aggressive Äußerungen an.“  (Das Markus-Evangelium, Anmerkung S. 283)

  Strafangst, Schuldgefühle, Selbstabwertungen mögen den Kranken gehindert haben, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und seine Aggressivität stimmlich und manuell auszudrücken. Er hat sich, auch seine Hände, zurückgezogen.

Manche Menschen - in bibliodramatischen Umsetzungen dieser Heilungserzählung wird das sichtbar - tun sich schwer damit, ihre „zurückhaltende“ Randpostion aufzugeben und im Mittelpunkt zu stehen. Die erlaubende Botschaft „Du bist wichtig!“ haben sie in ihrer Lebensgeschichte nur selten gehört, häufiger die Bann-Botschaften „Was denkst du denn, wer du bist! Nimm dich nicht so wichtig!“ u.ä. Das Vertrauen in die eigenen essentiellen Qualitäten (Stärke, Liebe, Kostbarkeit, Einssein u.a.) muss in der Regel das ganze Leben hindurch gepflegt und oft wiedergewonnen werden.

Eine verdorrte, starre Hand - Diagnose

  Der Mensch mit der verdorrten Hand erlebt an diesem Sabbat-Tag etwas Neues. Er begegnet Jesus, dessentwegen er vielleicht, voll Neugierde und geheimer Erwartung, in die Synagoge gekommen ist. Und wirklich: dieser von ihm bisher nur aus der Ferne verehrte Rabbi sieht ihn und spricht ihn persönlich an; er hört seine Ermutigung: „Steh auf! In die Mitte!“ Lass dich nicht länger beiseite schieben! Unterdrücke deine Lebenskraft nicht mehr durch Selbstvorwürfe! Komm in die Mitte, du bist wichtig!“ Endlich wird ihm erlaubt - und er erlaubt es sich selbst -, in die Mitte zu treten. Und er stellt sich in die Mitte derer, die er bislang für moralisch besser, klüger und wichtiger gehalten hat als sich selbst. Seine gelähmte Hand versteckt er nicht länger. Vielleicht spürt er schon eine frische Energie durch seinen Körper fließen bis in die Fingerspitzen. Von der  Präsenz, Kraft und dem Mitgefühl des Rabbi vor ihm lässt er sich anstecken. Als dieser ihn auffordert: „Streck deine Hand aus!“, entdeckt er seine Fähigkeit zu Eigenaktivität. Er gibt seine manuelle Selbst-Blockierung auf, bringt Bewegung in Handwurzel, Mittelhand und Finger, er streckt seine Hand aus und ergreift von Neuem das Leben.


Wie müh-selig die Wiederbelebung einer verdorrten, abgestorbenen Hand sein kann, habe ich erlebt, als eine Teilnehmerin an einem Bibliodrama diesen Vorgang pantomimisch darstellte. Halb versteckt im Ärmel, schob sich die verkrampft  zusammengezogene Hand ins Freie. Unter schmerzhaften Zuckungen lockerte sich die Starre, die Verschränkung der einzelnen Finger löste sich, bis endlich eine Hand zum Vorschein kam: sensibel und tatkräftig. In der Reflexionsphase assoziierte jemand einen Schmetterling, der sich aus seinem Kokon befreit.


  Jesus berührt den Kranken, der sich zurückgezogen hat und sich für handlungsunfähig hält, mit seinen Augen, mit seiner Stimme und seiner Zuwendung. Dadurch weckt er dessen verborgene essentielle Qualitäten: Vertrauen, Kraft, Lebensfreude. Innerlich offener und freier, wandelt dieser sich auch körperlich; Augen und Hände, eine harmonischere Koordination seiner Bewegungen, seine ganze leibliche Gestalt spiegelt die innere Gesundung.

Markus bezeichnet die Heilung als „Wiederherstellung“, ein Wort, das die Apostelgeschichte (3, 21) für das „Ende der Welt“, die „Wiederkunft Christi“ verwendet, griechisch „ Apokatastasis panton", die Wiederherstellung von allem. Das ursprüngliche Wesen des Menschen und der ganzen Schöpfung ist verdunkelt und verzerrt worden. Durch Jesus, den Christus, wird es wiederhergestellt - jetzt schon und hier.

Therapie einer verdorrten Hand

Jesus Christus - Urbild des Menschen: Harmonie von Herz und Hand

  Das wahre Wesen des Menschen manifestiert sich in Jesus, dem Christus. Er verkörpert den Prototyp des Menschen, die Ganzheit göttlicher und menschlicher Art, einen Menschensohn und zugleich einen Sohn Gottes. In seiner Person sind Herz (innige Verbundenheit mit Gott-reines Gewahrsein-Glückseligkeit), authentische Gefühle, echter körperlicher Ausdruck und vollbewusste Achtsamkeit und Liebe harmonisch miteinander verbunden. Alle Schichten sind durchlässig für das Fließen der körperlich-essentiellen Energie. Gerade die Heilungserzählungen führen uns vor Augen, dass das Handeln Jesu durchströmt ist von Essenz (Liebe, Stärke, Vertrauen, Frieden, Einssein, Mitgefühl, Freude, Präsenz, Klarheit),  d.h. traditionell christlich gesprochen: erfüllt ist von heiligem Geist. Eine essentielle Eigenschaft zog die Menschen seiner Zeit besonders an: Jesu „herzliches“ Mitgefühl mit Leidenden und Ausgegrenzten. Der Widerstand des religiösen Establishment gegen Essenz weckte seine Trauer und seinen gerechten Zorn, ließ ihn aber nicht hart und starr werden, weder seelisch noch körperlich. Sein bewusstes essentielles Leben war nicht ungefährdet, den Versuchungen zu attraktiven Fehlidentifikationen (mit Erfolg, Status, materiellem und geistigen Reichtum, Leidensfreiheit etc.)  erlag er aber nicht.


Zum Symbol seiner umfassenden Liebe wurde das Kreuz; Jesu Herz und Hände sind durchstochen. Christen glauben: Durch seine Wunden sind wir geheilt. Als der Auferstandene nach seiner Kreuzigung den Jüngern erscheint, „zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.“ (Joh 20, 20) Das Bildzeichen des gekreuzigten Auferstandenen veranschaulicht, dass Verwundungen und Sterben der Durchgang zu einem Leben in Fülle sein können, dass die Wiedergewinnung von Essenz, unseres Selbst, voraussetzt, dass wir vorher viele kleine Ich-Tode gestorben sind. So ist die Metamorphose Jesu Christi über Inkarnation, Passion hin zur Auferstehung und Erhöhung  ein archetypisches Vor-Bild unseres Lebensweges, unserer wahren Mensch-Werdung.

Im Handeln und Sein des historischen Jesus ist den Jüngern die Herrlichkeit Christi offenbar geworden. Sie haben ihn erkannt als die sichtbare Ikone des unfassbaren Mysteriums, das wir Gott nennen, als universalen Christus, durch den alles geschaffen wurde als sein Abbild. Die ursprüngliche seinsmäßige Gleichförmigkeit des Menschen mit dem Urbild „Christus“, von C.G. Jung „Selbst“ genannt, wird immer wieder vergessen oder verzerrt, kann aber stets wieder erinnert und verwirklicht werden.


Das sufistische Loblied, das A.H.Almaas auf die Essenz anstimmt, singen christliche Mystiker auf Jesus Christus, „das Wesen, in dem alles ist und das in allem ist.“ (Johannes Kopp S. 305), „das christliche Symbol der ganzen Wirklichkeit.“ (Raimon Panikkar: Christophanie,  S.195):

  „Man erfährt Essenz nicht als etwas Fremdes ... Nein, wir erfahren sie vielmehr als das, was wir im Innersten selbst sind. Sie ist zutiefst unser Wesen und ist unser kostbarstes und schönstes Zentrum. In ihr liegt unser Wert und unsere Bedeutung. Sie ist unser Wesen und unsere Identität. Sie ist es, die unsere Herzen bewegt, unseren Geist erleuchtet und unser Leben erfüllt. Sie ist etwas, das unserem Herzen so nah ist, dass nur das Herz selber sie schmecken kann ... Sie ist unsere Wirklichkeit, unsere Wahrheit ... Sie ist das Kostbarste, was es gibt.

Köln um 1250

  Essentielle Substanz ist so schön und groß, dass keine Phantasie ihre Schönheit erfassen und keine Dichtung ihre Größe vermitteln kann. Wie sie uns bewegt und lehrt, übersteigt die wildesten Träume und Phantasien der Menschheit. Ihre Möglichkeiten sind erstaunlich, ihre Kreativität unerschöpflich, ihre Tiefe ohne Ende und ihre Intelligenz grenzenlos. Sie ist ein Wunder - ein Wunder jenseits aller Wunder. Sie ist unsere wahre Natur, unsere innerste Identität.“  (Essenz. Der Diamantene Weg der inneren Verwirklichung, S. 98)

  Wie kann ein Mensch, der - aus welchen Gründen auch immer - handlungsunfähig geworden ist, wieder heil und ganz werden? Dieses Problem beschäftigt auch das Grimmsche Volksmärchen „Das Mädchen ohne Hände“.

II.  Das Mädchen ohne Hände (Volksmärchen der Brüder Grimm)

abgeschlagene Hände - silberne Hand-Prothesen - nachwachsende Hände

Überlegungen


  1. -Ein armer Müller verkauft dem Teufel seine Seele; der Gewinn an äußerem Lebensreichtum hat seinen Preis: er muss zahlen mit dem unbewussten Verlust seiner „anima", einer essentiellen Qualität, mit einer Verteufelung seines Selbst, seines wahren ursprünglichen Wesens. Er verstümmelt gewissermaßen sich selbst. Zugunsten von Illusionen gibt er essentielle Substanz auf.


- Wie kann man im Schatten eines solchen Vaters leben?

Das Mädchen im Märchen fühlt sich verantwortlich für das scheinbare Lebensglück ihres Vaters; es lässt sich von ihm missbrauchen und ausbeuten. Auf eigenhändiges Zugreifen verzichtet es; sie lässt sich die Hände abschlagen, damit ihr Vater nicht „zum Teufel geht". Alle Schichten ihres Wesens sind wie abgeschnitten von ihrer Herz-Mitte, ihrer zentralen Energiequelle. Sie wagt nicht mehr, „sich das Leben zu nehmen". Und so verfestigt sich auch somatisch eine schwere kaptative Gehemmtheit.


- Ihr Leiden an dieser Daseinsverkrüppelung ist dennoch stärker als die Gewöhnung daran. Also bricht sie aus dem „Teufelskreis" aus und getraut sich auf einen eigenen „emanzipierten" (aus der Hand befreiten) Lebensweg.

  Ein König findet sie in seinem paradiesischen Garten, heiratet sie und überhäuft sie mit seiner liebenden Fürsorge. Er fertigt der geliebten Händelosen silberne Hände an, kostbare, aber nur künstliche Prothesen ohne Leben und eigenen Willen. Ihre Passivität und Abhängigkeit wird dadurch auf subtile Weise noch verstärkt.

  Auch in dieser Partnerschaft hat der „Teufel" (destruktive innere Kräfte) „die Hand im Spiel". „Vertauschte Botschaften" und der Auftrag des Königs, seine Gemahlin zu töten, zeigen eine tiefe Störung ihrer Beziehung an. Also gibt sie das scheinbar paradiesische Leben auf dem Königsschloss auf.

- Ihre weitere Zukunft erscheint ihr ausweglos. Illusionen sind geplatzt, ihre Lebensvorstellungen sind ent-täuscht worden, von manchen Erwartungen muss sie sich schmerzhaft trennen. Erst diese rabiaten Mangel-Erfahrungen ermöglichen es, dass ihr Herz sich für die unzerstörbare göttliche Essenz zu öffnen beginnt. Das Haus im Wald, „in dem ein jeder frei ist", symbolisiert diese Wiederentdeckung der unverdienbaren Gnade und Liebe Gottes. Der Engel, der sie begleitet und nährt, ist als Symbol für ihre eigene essentielle Klugheit und Lebenskraft zu verstehen. Die Heilung ihres verwundeten Herzens wirkt sich dann auch somatisch aus in der Heilung ihrer kaptativen Gehemmtheit: durch Gottes Gnade wachsen ihr die abgehauenen Hände wieder.


- Durch ihr Vertrauen in die essentielle Güte des Alls hat sie ihre seelisch-körperliche Verwundung heilen können. Und so darf sie leben in Harmonie mit sich selbst, ausgesöhnt mit ihren Vatergestalten, Selbst-bewusst und eigenhändig handelnd - „bis an ihr seliges Ende“.

„Der Engel ging mit ihr“  „Hier wohnt ein jeder frei“  „Und der Engel Gottes speiste sie“ „Da blieb sie in dem Hause sieben Jahre und durch Gottes Gnade wuchsen ihr die abgehauenen Hände wieder“

Diese Überlegungen sind inspiriert durch Eugen Drewermanns tiefenpsychologische Deutung: Das Mädchen ohne Hände. Walter-Verlag Olten 1981 (Batikbilder von Ingritt Neuhaus) und durch A.H.Almaas: Essenz. Der Diamantene Weg der inneren Verwirklichung. Arbor-Verlag Freiamt im Schwarzwald 1997.

III.   Imaginationsübung

  Neben biblischen Erzählungen können auch Volksmärchen dazu dienen, die eigene Wirklichkeit tiefer zu erkennen.


Versetzen Sie sich an die drei Orte des Märchens:


  1. -Elternhaus (abgeschlagene Hände)

  2. -königliches Schloss (silberne Hand-Prothesen

- Haus der Freiheit (natürliches Nachwachsen der Hände).


  Imaginieren Sie diese drei unterschiedlichen Häuser, fühlen sie sich ein in das „Mädchen ohne Hände“, aktualisieren sie  und verbinden Sie die dort gemachten Erfahrungen mit Ihrer eigenen Lebensgeschichte.

20.03.2010 / 2016                        Zur Willkommenseite

  Unterschiedlichste Körper- und Psychotherapien gehen heute auf diese Fragen ein; ihre Angebote - seriöse bis abstruse - sind unübersehbar geworden. Allen liegt eine Theorie, ein bestimmtes Bild vom Menschen, zugrunde - unausgesprochen oder bewusst reflektiert.

  Außer auf die Bioenergetik und das Enneagramm  stützen sich meine Ausführungen auf den „Diamantenen Weg des Herzens", den A.H.Almaas entwickelt hat. (http://www.ahalmaas.com/

Deutung der Erzählung

Wessen Herz und Hände sind verstockt, verdorrt, erstarrt?

  Wir sehen diesen Menschen vor uns, am Rande der Gottesdienstbesucher, verschüchtert, seine Rechte schamhaft verbergend.

  Als Jesus ihn anspricht und ermutigt, steht er auf und stellt sich in die Mitte. Plötzlich steht er im Mittelpunkt des Interesses und der Blicke der anderen Teilnehmer, der Schriftgelehrten und Pharisäer (Lukas). (In einer bibliodramatischen Umsetzung des Markus-Textes werden außer Jesus, dem Menschen mit der verdorrten Hand und unbeteiligten Anwesenden diese Personen als  Identifikationsfiguren ausgewählt.) Was mag sich in diesen theologisch gebildeten und konsequenten Frommen abspielen? Der Blick Jesu geht „rundherum“ - die Schriftgelehrten haben den Kranken und seinen Heiler sozusagen „eingekreist“. Der Reihe nach schaut Jesus jeden als Einzelnen an, von jedem

fordert er eine persönliche Reaktion. Aber sie schweigen - im Kollektiv kann die eigene Meinung gut zurückgehalten und versteckt werden. Es ist ja auch schwierig, ein eingespurtes theologisches Grundverständnis und eine das ganze Leben lang geübte religiöse Praxis radikal zu hinterfragen. Jesus stellt sie vor die Alternative: unbedingte Einhaltung der Sabbatgebote, die Aktionen wie Heilungen am Sabbat verboten, oder höhere Wertschätzung des Heilseins von Menschen, Prinzipientreue „bis zum Geht-nicht-mehr“ oder Menschlichkeit. Würden sie ihrem Herzen folgen, ihrer tiefsten Einsicht, dann würden sie - jeder für sich - die im Grunde rhetorische Anfrage Jesu so beantworten: „Ja, ich weiß, auch am Sabbat ist es erlaubt, sogar erwünscht, Kranke zu heilen. Denn der Sabbat ist für den Menschen da, und nicht umgekehrt.“

  Aber sie haben ihr Herz „verstockt“; voll Trotz und Abwehr beharren sie stur auf ihren religiös-moralischen Prinzipien, weil sie sich „im wahren Christentum“ wähnen.Ihre Hände haben sie vielleicht hinter ihrem Rücken versteckt oder zu Fäusten geballt.

Gott erschafft den Menschen mit Fingerspitzengefühl:  der Lebensfunke springt über durch manuell - cordiale Berührung

Michelangelos Fresko in der Sixtinischen Kapelle 

  Die sonst so beredten Wortführer schweigen, sie wollen sich nicht exponieren, aber ihre nicht eingestandene innere Verstockheit äußern sie non-verbal; an ihrer Mimik und Gestik ist ihre Verbissenheit (verkniffener Mund) und trotzige Abwehr (verschränkte Arme, geballte Hände etc.) abzulesen. Etliche von ihnen manifestieren in ihrer ganzen Körpergestalt Rigidität und geringe Beweglichkeit. Dass sie sich von Leiden und Not kaum berühren lassen, drückt sich vielleicht auch in einer relativen Verknöcherung und Steifheit ihrer Hände aus.


  Dass ausgerechnet ihnen, den offiziellen Auslegern und Interpreten des Gotteswortes, die wahre göttliche Essenz verloren gegangen sein könnte, kommt ihnen nicht in den Sinn, wenngleich sie auch vor dem Angesicht Jesu eine leichte Beunruhigung in sich spüren: Sind unsere Lebensansichten wirklich das Non plus Ultra? Solche leisen Anfragen aus den Tiefen ihres Herzens, ihres wahren Wesens lassen sie aber nicht lauter werden aus Angst davor, dass ihr sorgfältig aufgebautes Lehr- und Lebensgebäude einstürzen könnte. Und so pflegen sie weiter ihre fragwürdige Ich-Identität, ihr Selbstbild, das im Wesentlichen aus Fehlidentifikationen besteht: würdevolles Auftreten statt echter Herzlichkeit; amtliche Autorität statt überzeugender Kompetenz; Statusdenken statt Wertschätzung eines jeden Menschen, egal welch sozialen Standes.

  Eine noch intensivere Auseinandersetzung und Identifizierung mit den Grundaussagen wird durch das „Bibliodrama“ erreicht, das seit ca.1990 den Religionsunterricht und die Gemeindepastoral sehr bereichert hat. Hier wird nicht nur sitzend mit der Bibel in der Hand gearbeitet. Zentraler Inhalt ist ein ganzheitliches und erfahrungsorientiertes Erarbeiten einer biblischen Erzählung in einer Gruppe unter Einbeziehung des Körpers und mit Einsatz kreativer Elemente. Biblische Szenen dienen als Drehbuch und Impuls für ein subjektives Erspielen der im Text enthaltenen menschlichen Grunderfahrungen. So geschieht eine wechselseitige Auslegung von Lebenssituation der Teilnehmenden und Bibeltext.

  Ich denke, die Phasen meiner Bibelrezeption sind zeitgeschichtlich und, was eine individuelle spirituelle Entwicklung angeht, exemplarisch: von einem naiven Bibelverständnis über eine kritische Auseinandersetzung hin zu einem ganzheitlichen Ergriffensein.

  Die Heilige Schrift enthält Liebesbriefe Gottes an die Menschen; ihr Ziel ist nicht Information, sondern Performation und Transformation: sie wollen etwas im Menschen bewirken und verwandeln. Ihre Erzählungen von Gefangenschaft und Befreiung, von Krankheit und Heilung, von Begegnungen mit dem lebendigen Gott sind eine Aufforderung an den Leser: Lies dich selbst und kehre um!

  Ein armer Müller verschreibt dem Teufel seine Tochter gegen Reichtum und Besitz. Als dieser sie holen kommt, schützt sich das Mädchen durch Waschen, Weinen und einen Kreidekreis. Ihr Vater aber, angstvoll um sein eigenes Leben besorgt, gibt den Drohungen des Teufels nach und schlägt seiner Tochter beide Hände ab. Er verspricht ihr, sie zeitlebens aufs Köstliche zu halten, sie aber lässt sich die verstümmelten Arme auf den Rücken binden und verlässt das Elternhaus.

  Sie kommt zu einem königlichen Garten und isst von den Früchten. Der König sieht sie, verliebt sich in sie, führt sie in sein Schloss, lässt ihr silberne Hände anfertigen und nimmt sie zur Gemahlin. Während ihr Mann in den Krieg zieht, gebärt die junge Königin einen Sohn. Briefe zwischen ihnen werden vom Teufel gefälscht und vertauscht. Aufgrund dieser falschen Angaben befiehlt der König brieflich seiner Mutter, seine Frau töten zu lassen. Aus Mitleid lässt die Königsmutter aber die junge Frau mit den silbernen Händen und ihrem Kind in die weite Welt ziehen.

In einem großen, wilden Wald schließlich erscheint ihr ein Engel, der sie zu einem kleinen Haus führt, woran ein Schildchen ist mit den Worten: „Hier wohnt ein jeder frei." In diesem Haus bleibt sie sieben Jahre, und durch Gottes Gnade wachsen ihr die abgehauenen Hände wieder.

  Sieben Jahre lang unermüdliche Suche braucht es auch, bis der König seine Frau und ihr gemeinsames Kind endlich wiederfindet. Der Engel Gottes speist sie, und dann gehen sie zurück auf ihr königliches Schloss. Da ist große Freude überall, und der König und die Königin halten noch einmal Hochzeit, und sie leben vergnügt bis an ihr seliges Ende.

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  Im Verlaufe des Bibliodramas wird immer deutlicher, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer sich von ihrer Herz-Mitte abgeschnitten haben und aus einer Schein-Identität heraus agieren. Ihre innere Leere, den Mangel an Essenz, an Einssein mit dem lebendigen „Gott“ wollen sie nicht wahrhaben. Sie fühlen und gerieren sich als Wächter einer vermeintlich göttlichen Lehre und Moral. Sie „sitzen in ihrer Lauernuss" voller Selbstgerechtigkeit, Vorwurf und Hass (nach E.Berne die erste Phase des Psychospiels „Ich erwische dich, du Schwein!"), um Jesus anklagen und vernichten zu können. Wenn man einmal erlebt hat, wie vehement dieses Verhalten von Teilnehmern im Bibliodrama ausagiert wird, wird einem sehr bewusst, dass jeder von uns auch Anteile dieser unsympathischen Zeitgenossen Jesu in sich trägt.

und Enttäuschungen. Als das Verlangen des Kindes nach körperlicher Nähe und Lust am Leben dauerhaft zurückgewiesen wurde, bildete es diese rigide Abwehrhaltung. Wenn diese Notlösung bewusst und akzeptiert wird, können auch die positiven Eigenschaften von „Rigidität“ entwickelt werden.

  Eine solch tiefe Gottes- und Selbsterfahrung könnte der Anfang einer gewandelten Theologie sein: Gott ist unfassbar, unbegreiflich; alle theologischen Begriffe verfehlen dieses umgreifende Geheimnis. Und wir lernen, individuell und erfahrungsbegründet aus unserer Herz-Mitte an Gott zu glauben und von Ihm zu reden. 

Die goldverzierten Initialen aus dem Albani-Psalter (um 1130) heben besonders die körperliche „handgreifliche“ Zuwendung Jesu hervor.

  Der schönste Lobpreis Gottes ist ein lebendiger Mensch.

  Denn du machst Gott nicht, sondern Gott macht dich. Wenn du also ein Werk Gottes bist, so erwarte die Hand deines Künstlers, die alles zur rechten Zeit macht ... Bringe ihm ein weiches und williges Herz entgegen und bewahre die Gestalt, die dir der Künstler gegeben ... Gemacht hat den Stoff in dir seine Hand ... dass sogar ´der König nach deiner Schönheit verlangt` ... dann wirst du seine Kunst an dir erfahren und ein vollkommenes Werk Gottes sein.


Irenäus von Lyon  (135-202 n.Chr.)

Enneagramm I